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Empfohlen Schwere Bergtour Via NW-Grat auf den Großen Daumen (2.280m) und weiter zum Kleinen Daumen (2.197m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 11. Juni 2025.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Alpine Gratkletterei, welche trotz nicht immer festem Fels eine Menge Kraxelspaß mit sich bringt. Besonders lohnend ist der Ausstieg über die steile aber schön zu kletternde Gipfelwand.

    Tour-Bewertung:


    [​IMG] ca. 5,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.600 Hm / 25,5 km (davon 300Hm / 14 km mit Rad)
    [​IMG]Schwierigkeit bis III / T4
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Tobi, Thom

    Seit der Publizierung in Kristian Raths' Buch "Alpine Bergtouren Allgäu" zwar längst kein Geheimtipp mehr, durch die landschaftliche Schönheit, die gute Erreichbarkeit und zumeist recht brauchbarer Fels immer noch absolut lohnende Unternehmung, welche in dieser Gegend des Allgäus recht einzigartig sein dürfte. Mit dem Übergang vom Großen zum Kleinen Daumen - besonders hübsch sind hierbei die Tiefblicke hinab zum Engratsgunder See - und weiter hinab zum Hasenecksattel ergibt sich so ein stramme Halbtagestour, welche auch durchaus die botanischen Freunde unter uns zu begeistern weiß. Der NW-Grat des Großen Daumen selbst beherbergt gehtechnisch keine größeren Schwierigkeiten. Die etwas anspruchsvoller Gipfelwand wäre rechts auch leichter umgehbar. Da die Gipfelwand aber mit die schönsten Kraxelpassagen des gesamten Grates zu bieten hat, versäumt man beim Ausweichen definitiv etwas. Am Grat selbst ist die Schlüsselstelle, ein steiler und griffarmer, balkonartiger Aufschwung mit (III-) zu bewerten. Die genannten Schwierigkeiten sollten also sicher beherrscht werden, dann steht einer herrlichen Gratbegehung nichts im Wege. Wir starten unsere Tour am nicht allzu günstigen Parkplatz in Bad Hindelang an der Ostrachbrücke. Von hier aus geht es mit den Bikes hinauf ins Retterschwanger Tal, bis wir auf den steilen Abzweig hinauf zu den Haseneckalpen treffen. Hier parken wir an geeigneter Stelle unsere Räder und machen uns zu Fuß hinauf zu den bereits besagten Alpen.

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    Bei der Zufahrt ins Retteschwanger Tal mit Blick auf die Rotspitze.

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    Der Aufstieg vom Bikedepot hinauf zu den Haseneckalpen ist steil aber recht kurzweilig. Im Hintergrund erblickt man den felsigen Entschenkopf und rechts daneben den Schnippenkopf.

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    Auf Höhe der Unteren Haseneckalpe lässt sich zum ersten Mal der komplette NW-Grat überblicken. An der Oberen Haseneckalpe zweigen wir später rechts über seichte Pfadspuren hinüber zur hier gut sichtbaren, begrünten Kuppe (Auf dem Falken) halb rechts unterhalb des eigentlichen Felsgrates.

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    Auf der Kuppe gibt es dann eine kurze Helm-Anzieh-Pause, danach geht's ran an den Grat.

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    Sehr allgäuerisch zeigt sich der Auftakt zu Gratbeginn, nicht schwierig aber er fordert Aufmerksamkeit.

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    Herrlich luftig über einen ausgesetzen aber recht festen Gratkopf (II) hinweg.

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    Blick hinauf in Richtung Gipfel, das Gelände wirkt hier deutlich unübersichtlicher, wie es letzten Endes ist. Die Orientierung am Grat fällt nicht schwer, es gibt oft mehrere Möglichkeiten für den Aufstieg. Am besten hält man sich immer am Grat selbst, sofern das Gestein einen vernünftigen Eindruck macht.

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    Mal gibt's kleine Felsverschneidungen ...

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    ... mal klassische Gratkletterei. Der Fels ist hierbei immer auf seinen Halt zu prüfen.

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    Wir entscheiden uns in etwa Gratmitte für eine Kaminvariante links vom Grat, unten muss leider mit ein paar heikle Griffen und Tritten gearbeitet werden, oberaus bekommt man herrlichen Fels (bis III+). Diese längere Passage wird für gewöhnlich rechtsherum umgangen, hier sind die Schwierigkeiten deutlich moderater.

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    Quasi jeder markanter Aufschwung lässt sich über mehrere Varianten erklettern. Entscheidet man sich für die schärfere Linie, so bekommt man doch den ein oder anderen 3er schon vor der Gipfelwand serviert.

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    Einstieg in die Gipfelwand, wir orientieren uns hier an einer seichten Verschneidung knapp rechts des nun mehr kaum noch ausgeprägten Grates ...

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    ... und steigen über wünderschöne, meist sehr feste Kletterstellen (bis III) steil hinauf ...

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    ... immer auf der Suche nach dem besten Fels und den schönsten Klettermöglichkeiten ...

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    ... zum stets gut besuchten Gipfelplateau des Großen Daumens.

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    Vom Großen Daumen steigen wir anschließend in die Daumenscharte ab, welches uns hübsche Tiefblicke auf den herrlichen Engratsgunder See sowie die Gipfel des von hier aus eigenartig anmutenden Pfannhölzergrates beschert. Rechts hinten das kleine, nur selten begangen Massiv des Hengstes.

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    Über teils stahlseilversicherten, schön zu begehenden Grat geht es hinüber zum Kleinen Daumen.

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    Am Gipfel des Kleinen Daumen angekommen. Die brütenden Hitze lässt uns schnell weiter absteigen.

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    Ebenfalls nicht eintönig ist der Abstieg vom Kleinen Daumen hinab in den Hasenecksattel, bei Betrieb am Berg ist hier Steinschlag zwingend zu vermeiden. Vom Sattel unter der Heubatspitze steigen wir links hinab zu den Haseneckalpen und rasch zurück zu unserem Bike-Depot.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juli 2025
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