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Empfohlen Klettern Über die Rechte Südwandplatte auf den Aggenstein (1.986m)

Dieses Thema im Forum "Klettern & Bouldern" wurde erstellt von Thom, 7. April 2024.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Zumeist exzellenter Fels und nette, gut gesicherte Plattenkletterei mit einer würzigen, bestens abgesicherten und kurzen Schlüsselstelle im unteren 6. Schwierigkeitsgrad. Lohnend!

    [​IMG] Tourenzeit ca. 4,5 Std. / Kletterei ca. 1,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 950 Hm / ca. 180 Hm Kletterei
    [​IMG] Schwierigkeit VI- (überwiegend III-IV)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung (sehr gut besuchtes Ausflugsziel)

    [​IMG]Tourengänger: Tobi, Thom

    Wer früh im Jahr schon gern ein wenig warmen Fels unter die Klettersohlen bekommen möchte, der findet an der Aggenstein Südwand zahlreiche einfache Routen in für Allgäuer Verhältnisse recht guten Fels. Einziger Wermutstropfen der Unternehmung: viel zu viele Aspiranten. Wir sind daher uhrzeittechnisch etwas azyklisch angereist, was uns an diesem herrlichen Frühlingstag tatsächlich Ruhe und freie Routenwahl bescherte - klappt aber bestimmt nicht jedes Mal. Der Zustieg von Grän hinauf zur Bad Kissinger Hütte und weiter zum Einstieg in die Südwandrouten bedarf glaube ich keiner detaillierten Beschreibung. Wir entscheiden uns an diesem Tag für die Begehung der Rechten Südwandplatte, welche über teils herrlich griffige Felsplatten leitet und mit einer schönen, wenn auch kurzen Schlüsselstelle im unteren 6. Grad zu überzeugen weiß. Für uns die lohnendste Route an der Aggenstein-Südwand.

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    Kurz nach passieren der Bad Kissinger Hütte der Blick auf den Gipfelbereich. Einige Höhenmeter weiter zweigen wir auf gut sichtbarer Trittspur nach links ab, unter dem Hüttengrat hindurch und weiter hinab zu den Südwandeinstiegen. Im Bereich der linken Kante verläuft der Franz-Haff-Weg, welchen wir letzten Jahr schon klettern durften.

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    Übersicht Südwand Aggenstein. Nur eine Seilschaft ist vor uns unterwegs, in der Linken Südwandplatte. Dürfte bei derart guten Bedingungen im Frühjahr wohl eher die große Ausnahme bleiben.

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    Start in die Rechte Südwandplatte, dank den unterschiedlich angebrachten Bohrhakentypen ist die Route klar vorgegeben. Die Absicherung ist gut, aber nicht übertrieben, zusätzliches Sicherungsmaterial ist nicht von Nöten. Die ersten Meter würde ich mit (IV-) bewerten, danach geht's gemütlich im III. Grad hinauf.

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    Die 1. Seillänge von 1. Stand aus gesehen. Der schrofige Eindruck auf dem Foto täuscht ein wenig. Der Fels ist zumeist gut und griffig. Dennoch muss bei Betrieb hier extrem auf Steinschlag geachtet werden!

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    Start in die zweite Seillänge (III+). Auch diese ist wunderschön zu begehen, der Fels wieder gut.

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    Tobias in der schönen Platte der 2. Seillänge, der Ausstieg zum Stand wird dann etwas schrofiger. Steinschlag ist zwingend zu vermeiden, dann bleibt alles im absoluten Plaisir Bereich.

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    In der 3. Seillänge hält man auf eine Miniverschneidung mit 2 Bohrhaken zu, welche sich überraschend einfach überklettern lässt (III+), danach folgt die Linie der Geländekante hinauf zum III. Stand.

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    Von diesem geht es dann in die 4. Seillänge, welche die klare Schlüsselstelle beherbergt. Die Stelle ist bestens gesichert, erfordert aber gutes Anstehen und etwas Fingerkraft. (VI-)

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    Zwar nur kurz aber wunderschön, die plattige Schlüsselstelle hat uns wirklich verzückt. Über der Crux geht es wieder deutlich zahmer hinauf zum 4. Stand.

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    Die 5. und letzte Seillänge startet mir herrlich festen und griffigem Fels (III). Mit zunehmender Höhe wechselt der Fels aber von den dunklen, griffigen Platten auf gelben, etwas glatteren Fels.

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    Ausstieg 5. Seillänge: nachdem man einige Meter die Verschneidung verfolgt hat, ziehen die Haken plötzlich nach links in einen parallel verlaufenden Riss. Hier muss man sehr sauber anstehen, da es nicht allzu gute Griffe gibt. Für mich ganz klar nicht mehr im dritten Grad anzusiedeln, ich würde hier eine glatte (IV) vergeben. Die Kletterei bleibt aber schön und lohend. Bei Ausstieg zum Vorgipfel bitte unbedingt auf Steinschlag achten, wer hier etwas los tritt, gefährdet alle darunter Kletternden.

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    Herrlicher Blick vom Vor- auf den Hauptgipfel des Aggensteins. Trotz nur leichter Kletterei für uns ein wirklich lohnender Frühjahrsausflug bei sommerlichem Traumwetter. So kann es weiter gehen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. April 2024
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  2. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Gestern ging es nochmal an die Südwand des Aggensteins. Eigentlich wollten Tobias und ich dieses mal die Südverschneidung klettern. Leider hatte wir nicht ganz so viel Glück wie letzte Woche, alle Kletterrouten außer die Rechte Südwandplatte waren leider besetzt. So sind wir nochmal die ersten drei Seillängen dieser Routen durchgesaust, vom dritten Stand dann nach rechts ausgeknipst und so die Schlüsselstelle der Südverschneidung geklettert, danach konnten wir auch noch die 5. Seillänge der Südverschneidung, welche recht lohnend ist, klettern. Fazit: gute Kombi zweier Südwandrouten, die so einem die doch recht schrofigen und auch steinschlaggefährdeten erste drei Seillängen der Südverschneidung erspart. Im folgenden noch ein paar Bilder von unserem Ausflug.

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    Vom dritten Stand der Rechten Südwandplatte lässt sich relativ einfach (III) in die Schlüsselstelle der Südverschneidung wechseln. Die kurze Verschneidung ist bombenfest, erfordert etwas Kraft und Technik, ist aber sehr schön zu klettern (V+).

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    Auch die 5. Seillänge (IV, kurze Stelle gleich zu Anfang der Seillänge, sonst III) überzeugt bis auf eine Passage durch wunderbar festen Fels und schöne Linienführung. So war die Unternehmung trotz extremen Trubel und Steinschlägen recht lohend.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. April 2024
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