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Empfohlen Mittelschwere Bergtour Über Krummenstein (1.890m) auf Fürschießer (2.271m), Kreuzeck (2.376m) und Rauheck (2.384m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 16. Juli 2014.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Große Runde im Herzen der Allgäuer Alpen - teilweise urig und einsam. Meist imposante Nah- und Fernblicke auf die umliegende Bergwelt.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 9 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 2.100 Hm / 27,5 km (davon 14 km mit Fahrrad)
    [​IMG] Schwierigkeit bis I+ / T4
    [​IMG] Aussicht (wirklich sehenswert!)
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Johannes, Thom

    Schon bei der Anfahrt von Sonthofen Richtung Oberstdorf sticht dieses zwar wenig erhabene aber durchaus markante Bergmassiv dem Gebietskenner ins Auge, zumal der Fürschießer sich von seiner Beschaffenheit und Geologie grundsätzlich von den dahinter liegenden, mächtigeren Felsgipfeln unterscheidet. Trotz seiner Nähe zum Hüttenübergang "Kemptner Hütte - Prinz-Luitpold-Haus" wird er vergleichsweise selten von Bergtouristen besucht, die Anstiege über seine namensgebenden Rippen, wie Krummensteinrücken oder Schwärzerrücken bleiben eh nur den Wildnis liebenden Bergindividualisten vorbehalten. Die hier beschriebene Runde mit Aufstieg über den Krummenstein muss trotz ihrer gewissen Länge und dem teils urwaldartigen Anstieg durch mannshohes "Gemüse" hinauf zur verfallenen Hierenalpe (Jagdhütte) als lohnend bezeichnet werden. Hat man erst einmal die Staudenmäherei hinter sich, so genießt man für den Rest der Tour meist großartige Fern- und Nahblicke auf die einzigartige Allgäuer Bergwelt! Vom Anspruch her teilt sich die Tour ebenfalls in zwei Abschnitte auf: der erste Teil über den Krummenstein hinauf zum Fürschießer erfordert gutes Orientierungsvermögen, gute Trittsicherheit im Steilwald auf teils erdigen Pfaden sowie eine hohe Affinität zum Gärtnern! Der zweite Abschnitt der Tour ist mehr oder weniger eine aussichtsreiche Wanderung, welche neben etwas Trittsicherheit an wenigen Stellen eigentlich nur noch Ansprüche an die Kondition des Gehers stellt.

    Tourenbeginn ist am großen Parkplatz in Renksteg hinter Oberstdorf. Von hier aus geht es für uns mit den Fahrrädern in Richtung Spielmannsau. An der Weggabelung zum Traufbachtobel stellen wir diese sicher ab und machen uns auf den Weg hinauf zur Hinteren Traufbergalpe.

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    Diese Bild schossen wir vor einigen Jahren bei unserer Höfatsüberschreitung auf dem Weg hinauf zur Höfatsgufel. Rechts die markanten Kegelköpfe und links direkt hinter dem Bettlerrücken das grüne Massiv des Fürschießers. In der Bildmitte die Felsberühmtheiten Mädelegabel und Trettachspitze.

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    Aufstieg durch das schöne Traufbachtobel. Traurig aber wahr: eine Stunde bevor wir beim Abstieg den Tobel wieder passierten, verunglückte ein Wanderer - trotz des komfortablen Wanderweges - durch einen nicht nachvollziehbaren 30-Meter-Sturz ins Tobel schwer!

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    Wir verfolgen den Wanderweg bis kurz vor Erreichen der Hinteren Traufbergalpe (noch vor dem geteerten Steilstück) und überqueren an geeigneter Stelle den Traufbach. Nun halbrechts auf Kuhpfad ein kurzes Stück den Hang hoch und auf einer Art provisorischem Feldweg nach links auf eine Kuhweide (immer links der markanten Bachrunse). Wir queren die Kuhweide zum linken Rand und folgen dem Stacheldrahtzaun bis zu seinem höchsten Punkt. Dort uralte gelbe Markierung an einer Fichte ...

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    ... und bei genauerem Hinsehen entdeckt man nun auch die noch seichte Pfadspur, welche uns durch den Steilwald schnell höher bringen wird.

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    Im Wald ist die nur selten verwendete Pfadspur noch gut sichtbar, später verliert diese sich nach und nach in der dichten Vegetation. Trittsicherheit ist im Steilwald - besonders bei so feuchten Bedingungen - unverzichtbar.

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    Über der Waldgrenze kurz vor erreichen des Jägerstandes. Dies Pfadspur ist nur noch abschnittsweise vorhanden. Zunächst steigen wir weiter auf den Schwärzerrücken zu (von den beiden Fichten leider verdeckt).

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    Blick vom Jägerstand über die Bachrunse hinweg zur herrlich gelegenen Jagdhütte, welche ab hier als Orientierungspunkt gelten sollte. Zwar lassen sich auf diesem Foto Teile des einstigen Freischnittes erahnen, allerdings ist dieser mittlerweile (zumindest zur Hauptsaison) völlig zugewuchert. Die Querung hinüber zur Jagdhütte gestaltet sich daher auch ein wenig zeitaufwendiger als zunächst angenommen.

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    In etwa auf Höhe der gegenüberliegenden Jagdhütte queren wir die Bachrunse an geeigneter Stelle und machen uns auf den Weg hinüber zum Fuße des Krummenstein-Rückens.

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    Zu Beginn der Querung ist der geschlossene Pflanzenteppich etwa Hüfthoch ...

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    ... später dann mannshoch. Es darf also nach Herzenslust gegärtnert werden!

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    So, erstmal Pause! Die Jagdhütte lädt zu einer ersten Stärkung, schon jetzt brillanter Aussicht und Hosentrocknung ein. Danach gehts linker Hand an der Hütte vobei durch ein ganz kurzes Waldstück hinauf in Richtung Kammhöhe.

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    Beim Anstieg zur Grathöhe hat man einen guten Einblick auf den nächsten Tourenabschnitt über den grasigen Rücken hinauf zum Krummenstein und weiter zum behäbigen Gipfel des Fürschießers.

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    Auf seichte Pfad-/Gamsspur geht es aussichtsreich und komfortabel dem Krummenstein entgegen. Und das Beste - wohl zu jeder Jahres- und Tageszeit watschelt man hier alleine durch die Gegend. Links hinten der Himmelschrofen und der Klupper.

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    Direkt voraus: die kleine Erhebung des Krummensteins, welche über die linke, kurze aber etwas ausgesetzte und brüchige Schneide erklommen wird (I+). Beim Anstieg über den Rücken stets im Blick - Trettachspitze und Mädelegabel.

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    Die kurze Felsschneide (3-4 Meter) geht man am besten direkt an. Mit entsprechender Erfahrung und Vorsicht sollte es hier aber keinerlei Probleme geben.

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    Die Mini-Schlüsselstelle der Tour nochmals von oben, allerdings ist es ein wenig ausgesetzter, als es uns dieses Foto vermitteln möchte. Danach geht es noch einige Meter in ordentlich steilem Gras hinauf auf den höchsten Punkt des Krummensteins.

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    Johannes auf dem Krummenstein, im Hintergrund der Mittelteil des Himmelschrofenzuges.

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    Der weitere Aufstieg im komfortablen Steilrasen hinauf in Richtung Gipfel gestaltet sich aussichtsreich und einfach.

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    Blick auf den Schlussanstieg. Wir wechseln auf den flachen Böden hinüber zum Schwärzerrücken und gelangen so direkt auf den Hauptgipfel des Fürschießers. Rechts der fast gleich hohe Vorgipfel.

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    Die Querung hinüber zum Schwärzerrücken lohnt sich, hat man doch von hier einen göttlichen Blick auf die so geliebte Höfats.

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    Aber auch die Blicke Richtung Westen wissen zu überzeugen. Kratzer, Mädelegabel und die berühmte Trettachspitze - selten fühlt man sich so in mitten der Allgäuer Alpen wie bei dieser Klassetour!

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    Am Hauptgipfel angekommen, spendieren wir dem Steinmannl mit kleinem Kreuz ein Gipfelbuch. Wir hoffen, dass es pfleglich behandelt wird. Trotz der Nähe zum Fürschießersattel besuchen nur wenige Wanderer diesen feinen Gipfel.

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    Der Übergang vom Hauptgipfel über den Vorgipfel zum Fürschießersattel ist ausgesprochen kurzweilig und weiterhin sehr aussichtsreich, man folgt dabei ohne Schwierigkeiten einer seichten Pfadspur.

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    Vom Fürschießersattel wandern wir unter dem mächtigen Krottenspitzgrat durch das Märzle hinüber zum gegenüberliegenden Sattel. Je nach Größe und Beschaffenheit der Schneefelder ist hier ein unterschiedliches Maß an Trittsicherheit notwendig.

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    Nachdem wir das Märzle hinter uns gelassen haben, genießen wir die folgende Gratwanderung hinüber zum Kreuzeck in vollen Zügen - Blumenreichtum und Aussicht suchen ihresgleichen.

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    Rückblick zu den Krottenspitzen und der Öfnerspitze, hinten links lugt gerade noch so der höchste Allgäuer Gipfel hervor - der Große Krottenkopf (2.656m).

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    Trollblumen und Hornbachkette.

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    Bei unserem Weg hinüber zum Kreuzeck bieten sich tolle Einblicke in die teilweise mächtig steile Ostflanke des Fürschießer-Massivs. Ebenso schön zu sehen: der Übergang zwischen Gras- und Felslandschaft.

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    Auch wenn die Kammwanderung hinüber zum Kreuzeck äußerst lohnend ist, zieht sie sich doch durch zahlreiche An- und Abstiege etwas in die Länge. Knapp über der Bildmitte thront der Hochvogel.

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    Blick vom Vorgipfel des Kreuzecks zurück auf Großen Krottenkopf, Öfnerspitze und die Krottenspitzen mit ihrem markanten Krummen Turm. Rechts im Bild schon etwas weiter entfernt Hohes Licht, Hochfrottspitze, Mädelegabel und Trettachspitze.

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    Auf dem wenig erhabenen Gipfel des Kreuzecks mit Blick hinüber zum Rauheck und Muttekopf (rechts).

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    Auch wenn man hier schon einige Höhenmeter in den Knochen hat, lässt sich das Rauheck relativ angenehm "mitnehmen". Eigentlich wollten wir noch den Muttekopf an die Runde anhängen, ein direkter Übergang vom Rauheck ist allerdings recht anspruchsvoll und wir waren schon ziemlich müde.

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    Auch vom Rauheck genießt man majestätische Ausblicke auf die Wildengruppe und Hochvogel. In gemütlichem Tempo machen wir uns auf den Weg zurück zum Kreuzeck. Wer nicht wie wir die Fahrräder am Eingang zum Traufbachtobel deponiert hat, kann auch vom Rauheck direkt zum Älpelesattel absteigen und in Folge über das Dietersbachtal bzw. Oytal zurück nach Oberstdorf gelangen.

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    Wir hingegen steigen vom Kreuzeck über den recht komfortabel zu begehenden Bettlerrücken hinab ins Traufbachtal. Trittsicherheit ist hier aber trotzdem empfehlenswert, ...

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    ... auch wenn sich mittlerweile aufgrund der sich häufenden Begehungen ein Wanderpfad ausgebildet hat. Hinten links der behäbige Gipfel des Rauhecks.

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    Blick vom Bettlerrücken hinüber zur nahe gelegenen Höfats. Über dem Älpelesattel zeigt sich der Schneck von seiner harmlosesten und unspektakulärsten Seite.

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    Glockenblume am Bettlerrücken. Der Abstieg hinab zur Hinteren Traufbergalpe ist kurzweilig und hält keinerlei Überraschungen offen. Über das Traufbachtobel geht es zurück zum Fahrraddepot.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Januar 2016
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  2. Alpenindianer

    Alpenindianer Registrierter Benutzer

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    Sonthofen
    Einstieg auch gleich nach der ersten Kehre des Teerweges ins Traufbachtal möglich. Es kommt ein kleines Felsmassiv in dem der Aufstieg zwischn linkem und mittleren Felsen auf ein Wiesenplateau möglich ist. Von dort ist der Weg zum Krummenstein problemlos erkennbar.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. August 2015
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