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Klettern Überschreitung der Löwenzähne (1.360m) von West nach Ost

Dieses Thema im Forum "Klettern & Bouldern" wurde erstellt von Thom, 15. Juli 2014.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Herrlich luftige Kletterfahrt, welche an den Schlüsselstellen über BH verfügt, aber zu keiner Zeit übersichert ist. Ideal für Mehrseillängen-Einsteiger.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 4 Std. (davon 1,5 - 2 Std. klettern)
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 350 Hm / 5 km
    [​IMG] Schwierigkeit bis IV+
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Johannes, Thom

    Die Löwenzähne sind bei erfahrenen und leistungsstarken Felskletterern hinlänglich als äußerst lohnendes Ausflugsziel bekannt, weniger Erfahrenen bieten die Zähne allerdings nur wenige Möglichkeiten. Die Ostkante auf den höchsten Zahn ist mit III angegeben und kann von guten Bergsteigern auch frei erklettert werden. Wir entschieden uns an diesem Tag für die wunderbare Überschreitung vom Kleinen zum Großen Löwenzahn. Diese Route ist äußerst beliebt, der Fels deshalb schon recht abgespeckt aber noch in einem erträglichen Zustand. Die Klettereien sind an den Schlüsselstellen mit Bohrhaken versehen, die leichteren Stellen müssen zusätzlich mit Bandschlingen oder ähnlichem gesichert werden. Die Kletterei vollzieht sich zumeist an der ausgesetzten Westkante der drei Zähne, was der Unternehmung einen fast alpinen Flair verleiht. Vom Großen Löwenzahn kann dann teils frei schwebend direkt zum Pfad in der Felsschlucht abgeseilt werden. Wir entscheiden uns für den Zustieg vom Parkplatz Schuttannen (ausgeschildert), welcher hoch über Hohenems gelegen ist und per Auto auf teils steilen Sträßchen und Feldwegen über Emsreute gut zu erreichen ist. Von dort steigen wir in südwestlicher Richtung hinauf zum Ende des zweiten Schleppliftes. 20 Meter vor erreichen des Lifts biegen wir nach links ab und folgen diesem Feldweg einige Meter hinab bis zur ersten Rechtskehre, ab wo wir einer dort beginnenden und gut sichtbare Pfadspur verfolgen. Dieser Pfad führt durch urige Vegetation, über eine wacklige Rostleiter hinweg und zum Schluss am Stockzahn vorbei über eine marode Steiganlage hinüber zum Großen Löwenzahn. Wir folgen dem Pfad hinab durch eine Art Felsschlucht bis zum Ansatz des Westgrates des Kleinen Löwenzahnes.

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    Kurz nach verlassen des Parkplatzes mit Rückblick auf den Staufen und das Gasthaus Schiheim.

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    Aufstieg über breite Schotterwege hinauf zur Scharte zwischen Schöner Mann (links) und Schwarzenberg (Rechts).

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    Die in der Einführung erwähnte Rostleiter lehnt mehr am Felsen, als das sie wirklich befestigt ist. Bei sensibler Handhabung kann über sie aber relativ sicher aufgestiegen werden.

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    Nachdem wir über eine marode Steiganlage am Stockzahn vorbei gekraxelt sind (bei Nässe gar nicht mal so angenehm), zeigt sich zum ersten Mal unser heutiges Ziel in voller Pracht - der Große Löwenzahn.

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    Blick zurück zur kurzen Steiganlage, welche etwas ausgesetzt durch Gras und Fels führt.

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    Abstieg auf Pfadspur hinab durch die Schlucht südlich der Löwenzähne. Hierbei kann man sich die zahlreichen recht ambitionierten Kletterrouten (bis X) einmal aus der Nähe anschauen - wirklich beeindruckend.

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    Blick zurück durch die eben abgestiegene Felsschlucht, links die Löwenzahn-Südwände.

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    Hier wird eingestiegen, es gibt ausreichend Platz um sich das Klettergeschirr anzulegen und die Rucksäcke zu bunkern. Ganz rechts wird eingestiegen (IV). Im Riss daneben ist es eher einen Ticken schwieriger.

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    In der ersten Seillänge hinauf zum Kleinen Löwenzahn (bis IV). Der Fels ist teilweise recht abgespeckt, die Griff- und Trittmöglichkeiten sind dennoch meistens gut.

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    Am Ende der ersten Seillänge folgt ein kurzes Gehstück über Grasschrofen, danach kann Stand gemacht werden. Vom ersten Stand hat man nun die Wahl durch einen völlig abgespeckten Kamin (IV+) hinauf zu kraxeln oder vermutlich etwas lohnender hinüber zur Westkante zu queren und direkt über diese aufzusteigen.

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    Die kleine aber wirklich blank polierte Rissverschneidung vom ersten Stand aus gesehen. Danach queren wir nach links hinaus zur Westkante, über die es sehr steil und luftig weiter nach oben geht (IV+).

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    Blick hinab über die äußerst luftige Kante in der zweiten Seillänge am Kleinen Löwenzahn. Nach dem zweiten Stand geht es in deutlich einfacherer Kletterei hinauf zum Gipfel des Kleinen Löwenzahns. Sicherungsmöglichkeiten bieten zahlreiche Latschenäste, an denen Bandschlingen befestigt werden können. BH sind in der 3. Seillänge keine vorhanden.

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    Auf dem Minigipfel des Kleinen Löwenzahns.

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    Blick vom Kleinen Löwenzahn auf Mittleren Löwenzahn (Kreuz) und den Großen Löwenzahn (Stange). Die Route verläuft an den gut sichtbaren Kanten der beiden Türme.

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    Die Westkante des Mittleren Löwenzahnes (IV) wirkt sehr kompakt und kleingriffig, es gibt aber erstaunlich vernünftige Griffe und Tritte zumeist linker Hand der Kante. Der Mittlere Löwenzahn lässt sich auch nordseitig auf seichtem Band in die dahinter liegende Scharte umgehen, allerdings verpasst man dann die wirklich lohnende Kletterei an seiner Kante.

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    Auf dem Gipfel des Mittleren Löwenzahnes mit schönem Kreuz aus Schmiedeeisen.

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    Zugegeben, der Abstieg und anschließende Spreizschritt (IV+) zwischen Mittlerem und Großem Löwenzahn ist für den Nachsteiger ein wenig kitzliger, mit der entsprechenden Vorsicht und einem Zwischenstand knapp oberhalb des Spreizschrittes dennoch sicher zu absolvieren. Danach folgen wir der Kante hinauf zum höchsten Punkt (bis III+).

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    Am Gipfel des Großen Löwenzahnes. Links im Hintergrund der Staufen. Nach einem kurzen Eintrag ins Gipfelbuch treffen wir alle Vorbereitungen für das Abseilen direkt zum Wanderpfad in der Felsschlucht.

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    Rückblick über die Westkante der Löwenzähne, die wir soeben überklettert haben.

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    Blick vom Gipfel des Großen Löwenzahnes am Stockzahn vorbei zu Schwarzenberg und Staufen.

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    Das Abseilen (ca. 45 Meter) über die teils überhängenden Wände hinab zum Wanderpfad ist ein wirklich luftiges Erlebnis. Danach steigen wir weiter zu unseren Rucksäcken ab.

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    Nachdem wir den Rest unserer Ausrüstung wieder eingesammelt haben steigen wir noch einige Meter weiter hinab, ...

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    ... um so auf den schmalen Pfad unterhalb der Nordwände der Löwenzähne zu gelangen.

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    Die gewaltigen Nordwände der Löwenzähne sind ebenfalls komplett mit anspruchsvollen Kletterrouten erschlossen.

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    Der fast völlig zugewachsene Pfad auf der Nordseite der Zähne mündet bald in einen breiten Forstweg.

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    Blick auf den Bocksberg beim Abstieg zurück Richtung Parkplatz.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juli 2014
    Manu und Johannes gefällt das.