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Mittelschwere Bergtour Überschreitung des Kenzenkopfes (1.745m) und Besteigung der Gumpenkarspitze (1.910m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 12. September 2010.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Einsamer und spannender Anstieg auf den Kenzenkopf, der im Bereich des Ostgrates teilweise äußerst luftige Passagen beherbergt (II). Die Besteigung der einsamen Gumpenkarspitze erfordet etwas Orientierungsvermögen und Erfahrung im weglosen Steilgelände.

    Tour-Bewertung:


    [​IMG] ca. 5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] Strecke: 8 km / ca. 800 Hm
    [​IMG] Schwierigkeit II
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Thom, Johannes

    Da wir uns 2009 schon mal in diesem Gebiet aufgehalten und Krähe, Gabelschrofen und Geiselstein bestiegen haben, war mir damals schon klar, dass ich nochmal zurückkehren muss, um die selten besuchte Gumpenkarspitze zu erklimmen. Bei Bilderbuchwetter machen wir uns früh morgens nach Halblech auf, um von dort aus mit dem Kenzenbus bis hinauf zur Kenzenhütte zu fahren. Der Parkplatz in Halblech ist umsonst, das Busticket für eine Hin- und Rückfahrt kostet 7 Euro. An der Hütte angekommen, folgen wir dem Wanderpfad Richtung Wasserfall, den wir nach wenigen Minuten, den Bach überquerend, nach Westen verlassen.

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    Kurz bevor wir den Bach überqueren, erhalten wir einen ersten visuellen Eindruck der Nordflanke des Kenzenkopfes, über die wir hinauf zum mauerartigen Ostgrat aufsteigen werden. Die Flanke ist nur im rechten unteren Bildbereich zu durchsteigen. Der Gipfelaufbau des Kenzenkopfes ist im Hintergrund schon zu erkennen.

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    Über diese steile, üppigst mit Vegetation versehene Flanke steigen wir zum wenig ausgeprägten Nordgrat hinauf. Nach den ersten 50 Hm "flüchten" wir rechts in Wald, wo wir deutlich besser und angenehmer vorankommen.

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    Im oberen Bereich des Waldes verlassen wir diesen wieder und folgen der zwischen Felsabbrüchen verlaufenden schmalen Grasmulde nach oben zum Nordgrat.

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    Kurz unterhalb des Nordgrates mit Blick zurück auf unseren bisher zurückgelegten Weg. Der Aufstieg durch die hohe Steilwiese ist etwas mühsam, wer sich aber in weglosem Gelände wohlfühlt, der hat hier nichts zu befürchten.

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    Johannes beim Aufstieg über die nun weniger steile Nordflanke hinauf zum Ostgrat. Mittlerweile haben herbstliche Farbtöne in die Bergwelt Einzug gehalten. Unser nächstes Ziel ist die kleine Senke im Ostgrat halb rechts.

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    Und da ist er - vor uns liegen die ersten Kletterabschnitte am Ostgrat. Im unteren Bereich noch im I. Schwierigkeitsgrad anzusiedeln, später wirds deutlich schwerer. Direkt links an der Kante steigen wir ein.

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    Am Ostgrat. Was dieses Bild verschleiert - auch hier hat man die senkrechten Südabbrüche direkt unter sich. Ebenso ist im nicht ganz zuverlässigen Fels mit Steinschlag zu rechnen.

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    Nach dem wir die ersten Höhenmeter am Grat hinter uns gelassen haben, erreichen wir eine glatte Platte, die entweder im II. Schwierigkeitsgrad direkt an der linken Kante über den Abbrüchen erklettert werden kann oder wie in unserem Falle rechts in sehr steilem Gras (I+) umgangen werden kann.

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    In der Umgehung der Felsplatte. Das Gras ist gut trittig und kann schön eingedreht werden, um sich so über zwei sehr steile Aufschwünge hochzuziehen.

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    Nach der Plattenumgehung liegt nun der ausgesetzte Mauergrat hinauf zum Hauptgipfel des Kenzenkopfes vor uns. Der turmartige Aufschwung kurz vor dem Gipfel ist leichter zu erklettern als erwartet (I+). Allerdings verzeiht dieses Gelände keine Fehler im brüchigen Fels.

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    Am Hauptgipfel verharren wir nur einen kurzen Moment und klettern dann weiter hinüber zum bekreuzten Vorgipfel (I-II). Hier eine der netten Klettereinlagen hinüber zum Gipfelkreuz. Hände am Fels, Schuhe auf kleinen Grastritten und jede Menge Luft unterm Hintern, so machen Berge Spaß.

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    Der restliche Mauergrat hinüber zum Kreuz - und noch ist keine Menschenseele auf dem Gipfel. Im Hintergrund sind Geiselstein, Gumpenkarspitze, Gabelschröfle, Gabelschrofen und Krähe zu sehen (von rechts nach links).

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    Der ausgesetzte Grat muss teilweise auf allen Vieren überstiegen werden. Hier ist schön zu sehen wir der Grat sowohl nach Norden (links) wie auch nach Süden steilst nach unten abbricht.

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    Nach einer kurzen Brotzzeit am Gipfelkreuz des Kenzenkopfes machen wir uns weiter auf den Weg Richtung Gumpenkarspitze, da mittlerweile mehrere Wandergruppen über den Normalweg hinauf zum Kreuz steigen wollen - nix wie weg. Aus dem Gumpenkar ein Rückblick auf den Kenzenkopf, in der Bildmitte ein namenloser Nebengipfel.

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    Blick auf Gabelschrofen und das davor liegende Gabelschröfle. Auf markiertem Weg steigen wir durchs Gumpenkar der Gumpenkarspitze entgegen.

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    Hier der "Einstieg" zur Gumpenkarspitze. Weglos geht es über Steilgras nach oben. Die Gumpenkarspitze wird im Jahr kaum öfters als zehnmal bestiegen. Leider waren wir an diesem Tag zu sechst am Berg unterwegs.

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    Der zerklüftete Gipfelaufbau der Gumpenkarspitze. Man überwindet den Abschnitt auf variabler Route durch die Grasschrofen rechts unterhalb der steilen Felsabbrüche.

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    Kurze Kletterstelle (I-), bevor es im Gras weiter nach oben geht.

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    Vor uns der letzte Aufschwung hinauf zum kleinen Gipfel der Gumpenkarspitze. Die Schwierigkeiten sind, wenn überhaupt, im I. Schwierigkeitsgrat anzusiedeln.

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    Die letzte etwas ausgesetzte Felspassage, bevor...

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    ... wir das kleine Gipfelkreuz mit Buch erreichen. Der kleine Gipfel lädt zu einer ausgiebigen Brotzeit ein und wir genießen das Wetter, die Ruhe und die Aussicht. Nach einem kurzen Eintrag ins Gipfelbuch machen wir uns wieder an den Abstieg hinab ins Gumpenkar.

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    Hier ein kurzer Ausschnitt aus dem langen Westgrat der Hochplatte inklusive Wanderbetrieb. Am Kreuz standen mindestens noch mal soviele Menschen. Solche Gipfel besucht man wohl lieber unter der Woche, uiuiui.

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    Im Abstieg an der Gumpenkarspitze. Wir folgen einigen Trittspuren hinab auf dem milden Grasgrat und steigen dann durch deutlich steileres Gras nach links ab.

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    Nochmals die Gumpenkarspitze aus dem oberen Gumpenkar fotografiert. Von hier steigen wir auf markiertem Weg Richtung Kenzensattel und von dort weiter hinab zur Kenzenhütte.

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    Kurz unterhalb des Kenzensattels haben wir nochmals einen herrlichen Blick auf den bekreuzten Vorgipfel des Kenzenkopfes. Selbst zur Nachmittagstunde tummeln sich immer noch Wanderer am Kreuz. Dieses Bild verdeutlicht auch, warum der Kenzenkopf bei Kletterern so beliebt ist.

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    Das Holzbrückchen stellt die letzte "Hürde" auf dieser Tour da, bevor wir rasch auf schönem Pfad zur Kenzenhütte absteigen und dort mit dem Kenzenbus wieder zurück zum Auto chauffiert werden.

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    Letzter Blick auf den Ostgrat des Kenzenkopfes. Die tiefe Lücke halb links im Bild markiert unseren Einstieg.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Oktober 2014
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