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Empfohlen Mittelschwere Bergtour Überschreitung Kohlbergspitze, Zahn, Kesseljoch, Pitzenegg und Plattberg

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 11. Juni 2023.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Selbst zur heutige Zeit immer noch ruhige, urige Kammüberschreitung mit oftmals famosen Ausblicken und beeindruckenden Tiefblicken. Trittsicherheit und Gespür für die beste Routenwahl sollten vorhanden sein.

    Tour-Bewertung:


    [​IMG] ca. 7 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.610 Hm / 18,5 km
    [​IMG]Schwierigkeit II-III / T5
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Tobias, Thom

    Derartige Kammwanderungen haben für mich persönlich immer einen ganz besonderen Flair und die hier vorgestellte Runde darf trittsicheren Bergsteigern wirklich empfohlen werden. Die wunderbaren Ausblicke auf die angrenzenden Gebirgsgruppen wie Wettersteingebirgen, Mieminger Kette, Lechtaler Alpen oder Tannheimer Berge sowie der Tiefblick auf den blaugrünen Plan- bzw. Heiterwanger See machen die Unternehmungen zum Hochgenuss, schnell ist der etwas fade und lange Anstieg hinauf zur Kohlbergspitze vergessen. Die Runde wird mittlerweile einige Male über die Saison hinweg begangen, dennoch trifft man zumindest während der Kammüberschreitung kaum auf andere Mitstreiter. Das Kammgelände ist abwechslungsreich, teils spektakulärer als erwartet und nicht ohne Anspruch - vor allem im Bereich von Zahn und Kesseljoch. Trotzdem lässt der Übergang immer wieder Varianten zu, so kann sich jeder Tourengeher bei den zahlreichen Auf- und Abschwüngen die Wegführung nach seinem Gusten legen. Allgemein gilt - je direkter man sich an der Gratkante hält, desto anspruchsvoller ist das Gelände. Da die Gesteinsqualität sehr wechselhaft ist und einige Passagen doch recht luftig geprägt sind, heißt es auch bei dieser Tour - stets volle Konzentration - sonst wird aus alpinem Spaß rasch unnötiger Ernst. Wir wählen als Ausgangspunkt den kleinen Parkplatz am Ortseingang von Lähn, knapp oberhalb der Bahngleise. Von hier geht es über breite Forstwege etwas eintönig hinauf zur Nötsche, einem Wendeplatz für Forstfahrzeuge. Anschließend über ein markierten Steig hinauf zur noch fernen Kohlbergspitze.

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    Zugegeben, der Anstieg hinauf zur Nötsche bzw. der Kohlbgerspitze ist jetzt alpintechnisch kein wirkliches Schmankerl und zieht sich etwas eintönig in die Länge.

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    Doch mit zunehmender Höhe wird die Aussicht immer besser, die Vorfreude auf die bevorstehende Gratüberschreitung steigt immer mehr an.

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    Die letzten Meter hinauf zum Gipfel der Kohlbergspitze dauern gefühlt etwas länger als erwartet. Schuld daran ist das 15 Meter hohe Kreuz, welches aufgrund seiner Größe den Gipfelhang kürzer wirken lässt, als dieser letztendlich ist.

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    Am Gipfel der Kohlbergspitze angekommen. Diesen haben wir nach knapp 3 Std. erreicht. Das Wetter ist nicht ganz so gut, wie angesagt - daher verlieren wir keine Zeit und machen uns an den ebenfalls ca. 3 Std. Zeit in Anspruch nehmenden Grat hinüber zum Plattberg.

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    Der Übergang zum nahe gelegenen Ostgipfel der Kohlbergspitze ist noch ohne Schwierigkeiten.

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    Zu Beginn der Gratüberschreitung hat man stets einen herrlichen Blick auf den tiefblauen Plansee, links davon das drei gipflige Massiv des Tauern, hinten in der Bildmitte der allseits bekannte Säuling.

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    Nach dem Ostgipfel der Kohlbergspitze schnürt sich der Grat merklich zusammen, es müssen ersten Fels- und Schrofenstufen abgeklettert werden, zumeist nicht schwerer wie (I). Allerdings ist der Fels nicht immer ganz fest.

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    Über die teils recht ausgesetzte Schneide geht es dem kleinen, doppelgipfligen Zahnmassiv entgegen.

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    Der Zahn ist erreicht. Aufgrund des unzuverlässigen Gesteins erscheint uns ein direkter Anstieg nicht sinnvoll. Wir queren auf leicht abschüssigen Grasschorfen nach rechts weg, bis knapp hinter die zweite, gut sichtbare Gufel (Höhle) im Massiv. Wem dies zu heikel ist, der steigt einfach unterhalb der Felsabbrüche weiter nach rechts, bis er an geeignetere Stelle über Grasschrofen in leichter Kletterei hinauf zum Grat ansteigen kann.

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    Direkt rechts neben der kleinen Gufel finden wir einen etwas abwärts geschichteten Durchlass (II-III), der Ausstieg aus der Passage stellt hierbei die Schlüsselstelle dar und liegt direkt über der kleinen Höhle.

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    Über eine seichte Verschneidung im Fels geht es hinauf in steile Grasschrofen, welche eine guten Tritt verlangen.

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    Am kleinen Gipfel des Zahnmassivs. Im Hintergrund der Bildmitte das wohl auch nicht allzu oft besuchte Hochjoch.

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    Als nächstes steht die Ersteigung des Kesseljochs auf dem Programm, doch hierzu muss erstmal vom Zahn abgestiegen werden. Hierzu gibt es drei verschiedene Varianten. Nordseitig über trittige Stufen etwas ausgesetzt hinab (I) oder kurz südseitig auf einem ausgesetzten Rasenband querend unter den Abbruch hinab (I-II).

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    Oder wie in unserem Falle an der Gratkante nach links in einen schmalen, recht glatten Kamin hinab (II+), welcher einen weiten Tritt nach unten erfordert.

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    Rückblick Abkletterstelle Zahnmassiv.

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    Schaustück der gesamten Gratüberschreitung - der Abschnitt zwischen Zahn und Kesseljoch. Das Kesseljoch bäumt sich wild und teils überhängend vor uns auf. Auch hier macht eine Direktersteigung aufgrund des nicht besonders guten Fels keinen Sinn für uns.

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    Also heißt es auch hier wieder rechts über teils plattig, zusammen gebackene Schrofen soweit queren, bis man einen geeigneten Durchlass erspähen kann. In unserem Falle der kurze Kamin halb rechts im Bild (I-II).

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    Der Zustieg zum Kamin verlangt hohe Trittsicherheit (T5), die Szenerie ist wild und ursprünglich. Der Kamin selbst ist nicht schwer zu erklettern, zudem ist die Stelle kurz und übersichtlich. (I-II)

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    Anschließend geht es über herrliche, aber auch luftige Steilwiesen hinauf zum Grat. (T4-5)

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    Wieder an der Kammhöhe angekommen, die Hauptschwierigkeiten der Tour sind somit erledigt. Vor uns erhebt sich der höchste Punkt des Kesseljochs, welcher schnell und leicht zu erklimmen ist. Links dahinter das Pitzenegg. Der Übergang zu diesem ist einfach und ohne nennenswerte Schwierigkeiten.

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    Am Gipfelgrat des Pitzeneggs. Auch im Winter ein herrliches Ausflugsziel.

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    Vom Pitzenegg geht es dann nochmals über einen etwas ausgesetzten Schrofengrat (I-II) oder unterhalb der Felsmauer den alten Markierungen folgend (I) rechts hinab - anschließend wieder hinauf zur Grathöhe.

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    Unser letzter Gipfel direkt voraus - der noch etwas entfernt liegend Plattberg.

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    Es folgen nur noch leichte Kraxeleien am wohl namensgebenden Westgrat. Bitte dennoch auf Steinschlag achten.

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    Gipfel Plattberg (Hochschrutte).

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    Vom Gipfel des Plattbergs geht es zunächst weiter nach Osten auf markiertem, teils stahlseilversichertem Steiglein, bevor wir nach rechts über den begrünten Rücken - ebenfalls immer markiert - kurzweilig zurück nach Lähn absteigen. Hinten in der Mitte Daniel und Upsspitze.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Oktober 2023
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