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Schwere Bergtour Besteigung Matonakopf (2.019m) + Überschreitung Huttlaspitze (2.034m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 5. August 2011.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Knackige Halbtagestour auf zwei wenig beachtete und völlig einsame Gipfel im Lechquellgebirge mit Herzschlagfinale. In dieser Form nur für erfahrene Bergsteiger ratsam.

    Tour-Bewertung:


    [​IMG] Gehzeit: ca. 5,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] Strecke ca. 1.300 Hm / ca. 13 km
    [​IMG] Schwierigkeit T6 / III
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung (nur für erfahrene Bergsteiger)

    [​IMG] Tourengänger: Thom

    Schon bei der Besteigung des Feuersteins im Jahre 2010 faszinierte mich die einzigartige Berggestalt des Matonakopfes so sehr, dass ich zu dem Zeitpunkt schon wusste, dass ich mir den unnahbaren Gipfel irgendwann mal aus der Nähe anschauen muss. Laut dem AV-Führer Lechquellengebirge von Dieter Seibert ist der Matonakopf "ein trotziger, nur schwierig zu besteigender Gesellen", der sich wohl am einfachsten von Südosten (II) besteigen lässt. Letztere Aussage tifft absolut zu, wenn auch die Kletterschwierigkeiten bei geschickter Routenwahl nicht vorhanden sind. Die erste Aussage, dass der Matonakopf nur schwierig zu besteigen ist, kann verworfen werden. Natürlich erfordert die Tour einiges an Trittsicherheit in steilem und weglosem Gras-Schrofen-Gelände, doch wurde aus der zuerst vermuteten (II/T6) eine für erfahrenen Bergsteiger moderate (I/T5). Dennoch bietet der nur sehr selten besuchte Matonakopf einen einsamen und interessanten Aufstieg, herrliche Ruhe am Gipfel und gigantischen Tiefblicke über seine teils überhängenden Westabbrüche. Nach der Platzierung eines Gurkenglases inkl. Gipfelbüchlein und einem schnellen Abstieg entschloss ich mich noch die Huttlaspitze "mitzunehmen". Laut AV-Führer ist sie für den trittsicheren über die begrünte Ostflanke gut zu besteigen. Dies gilt vermutlich für die begrünte Kuppe im Süden der Huttalspitze. Die Huttla selbst ist nur durch Kletterei in brüchigem Fels bezwingbar (I-II). Ich entschied mich für eine Überschreitung des Berges von Nord nach Süd, was die ganze Geschichte äußerst luftig und anspruchsvoll gestaltete (III/T6).

    Ausgangspunkt ist wie bei der Feuersteintour der Wanderparkplatz kurz unterhalb von Bad Rotenbrunnen. Von dort geht es durch das Matonatal in Richtung Gadenalpe, die man allerdings nicht ganz erreicht sondern kurz vorher einen Schwenk Richtung Westen hinauf zur Matona-Alpe vollzieht. An der Matona-Alpe angekommen folgt man einer Pfadspur nach Süden in Richtung Bettlerspitze bis man unter den Matonakopf und seine begrünten SO-Flanke steht.

    [​IMG]

    Blick beim Aufstieg zur Stellisalpe auf den formschönen und beeindruckenden Matonakopf. Ausnahmsweise habe ich die Anstiegsroute eingezeichnet, da dies mir doch einiges an Schreibarbeit erspart.

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    Wunderschönes hellblaues Eisenkraut im hinteren Matonatal.

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    Blick vom Matonatal auf den Matonakopf. Leider spielte am frühen Morgen das Wetter noch nicht so richtig mit.

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    Blick auf die zahme Wangspitze kurz vor erreichen der Matona-Alpe.

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    Hier befinde ich mich bereits auf dem Richtung Süden zur Bettlerspitze verlaufenden Pfad, der unter der Ostflanke des Matonakopfes hindurch quert.

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    Blick auf die SO-Flanke des Matonakopfes, über die der weitere Anstieg verläuft. Hierbei ist eine individuelle Routenwahl möglich, ganz nach Belieben des Gipfelaspiranten.

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    Direkt unter dem Gipfelaufbau des Matonakopfes angekommen, erhält man eine instruktiven Blick auf die Huttlaspitze. Sieht eher harmlos aus das Gipfelchen, die Überschreitung dieses Gipfels von Nord nach Süd ist allerdings äußerst luftig und recht knackig. Nur die hier sichtbare und mit Latschen bewachsenen rechte Schulter wird dabei nicht betreten.
    [​IMG]

    Obere Gipfelflanke des Matonakopfes. Die plattige Schrofenstelle ist wohl für die Bewertung im AVF verantwortlich. Eine heikle Kletterei im II-Grat mit deutlicher Tendenz zu III. Im Abstieg gefährlich und nicht ratsam - und was noch wichtiger ist - nicht nötig !!! Rechts der am rechten Bildrand befindlichen Latschenkiefern kann man bequem über ein schmales nicht all zu steiles Grasband aufsteigen (kaum I).
    Der weitere Anstieg zum Gipfel ist nicht schwerer.

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    Am nur sehr selten besuchten Gipfel des Matonakopfes. Ausser den zwei kleinen Steinmännern sind keine Begehspuren zu sehen. Der linke enthält jetzt ein kleines Gipfelbüchlein. Im Hintergrund thront die mächtige und ebenfalls nur sehr selten besuchte Bettlerspitze.

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    Blick vom Gipfel des Matonatkopfes auf die Auf- respektive Abstiegsflanke. Die Grasanteile überwiegen, der Fels kann gemieden oder auch überklettert werden.

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    Nachdem ich den Abstieg vom Matonakopf hinter mich gebracht habe, quere ich ohne nennenswerten Höhenverlust über steiles Geröll, Schotter und Grashänge hinüber zur Huttlaspitze.

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    Kurz vor erreichen der Scharte zwischen Matonakopf und Huttlaspitze. Die beiden mit Latschen überwucherten Felskuppen werden links im Steilgras umgangen, danach zieht man über ein zuerst sehr steiles Grasband, später über eine noch steilere und heikle Erdrinne hinauf auf den Felsgrat.

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    Im steilen Grashang unterhalb der Huttlaspitze.

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    Der Felsdurchlass hinauf zum erdigen Band, dass sich in etwa hinter dem linken Felszacken befindet. Das Gelände ist deutlich steiler und anspruchsvoller als dieses Foto es einem vermittelt.

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    Der erste große Grataufschwung wird rechts unterhalb der Felsen zunächst auf einem von Gras durchsetzen Geröllband umgangen. Danach geht es links ums Eck, über eine sehr steile, erdige sowie rutschige Rampe - eine recht heikle Stelle. Im Abstieg gefährlich, da unterhalb der Rampe der Fels weit in die Tiefe stürzt und man keine wirklichen Haltepunkte hat. In solchem Gelände heißt es "schnell steigen".

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    Nach der erdigen Rampe folgt nun der anspruchvollste Teil der gesamten Tour. Dieser Gratzacken muss direkt über die teils brüchigen Kante erklommen werden. Der Tourenaspirant sollte hierzu einen IIIer in nicht immer ganz zuverlässigem Fels und extremer Ausgesetztheit beherrschen. Ansonsten sollte von der Überschreitung der Huttlaspitze abgesehen werden, da eine Umgehung dieser Passage nicht möglich ist und der Rückweg wie vorhin erwähnt recht gefährlich.

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    Blick vom höchsten Punkt der Huttlaspitze hinüber zum auch von hier imposanten Matonakopf.

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    Nach dem Bau eines Steinmannls - bisher gab es keinen, auch keinerlei Begehspuren waren auffindbar - und einer kurzen Felsstufe blickt man nun auf die nicht ganz leichte Abstiegsrinne. Über steiles Gras mit viel erdigem Anteil und losem Gestein geht es voll konzentriert nach unten (T5-6).

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    Blick vom Beginn der Abstiegsrinne auf den Gipfelbereich der Huttla mit Steinmannl.

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    Die Abstiegrinne vom Gipfel der Huttlaspitze noch einmal im Rückblick. Im unteren Teil wird sie wieder grasiger und besser gangbar.
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    Über nun mildere Grashänge geht es hinab auf den Weg in Richtung Matona-Alpe.

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    Der wunderschöne Doppelgipfel des Matonakopfes von Süden aus gesehen.

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    Die kaum beachtete aber spannende Huttlaspitze mit ihren steilen Grattürmen von Osten aus gesehen.

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    Steilgrasriese Feuerstein - ohne Worte.

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    Matona-Alpe mit der Wangspitze im Hintergrund. Von hier aus geht es - dank Hinkebein - in knappen 90 Minuten zurück zum Auto.

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    Schwalbenwurz-Enzian kurz unterhalb der Matona-Alpe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. März 2014
  2. Bauti

    Bauti Registrierter Benutzer

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    Schade, dass ich diesen Beitrag erst nach meiner Tour auf die Hutlaspitze gelesen habe! So bin ich halt zuerst auf dem südlichen Vorgipfel gelandet, danach habe ich es von der anderen Seite probiert und musste beim steilen Aufschwung umkehren, bis ich beim dritten Versuch durch die steile Grasrinne auf dem Gipfel gelandet bin. Kann alles bestätigen. Nur "Trittsicherheit" allein wie im Alpenvereinsführer angegeben reicht da sicher nicht.
     
  3. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Servus Bauti,

    Hast ein paar Bilder gemacht und konntest du mein Gipfelbuch finden?

    VG
    Thom
     
  4. Bauti

    Bauti Registrierter Benutzer

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    Huttla1.jpg

    Hallo Thom, ich war nur auf der Huttlaspitze. Gipfelbuch habe ich keines gefunden. Nur die Andeutung eines Steinmännchens (drei übereinandergeworfene Brocken). Unten das Foto vom Matonakopf vom "Südgipfel" der Huttla aus.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12. Februar 2015
    Thom gefällt das.
  5. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Servus Bauti,

    Ja das kleine Steinmännchen könnte noch von mir sein. Als ich auf der Huttla war, gab es nicht einmal dieses. Leider hatte ich nur ein Buch dabei, das liegt hoffentlich noch auf der Matona. Nach dem herrlichen Matona-Foto von dir zu urteilen, hattest du deutlich besseres Wetter wie ich damals :smile:

    VG
    Thom
     
  6. Nic

    Nic Registrierter Benutzer

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    Danke für diesen schönen Bericht! Der Matonakopf ist sehr interessant. Die Huttlarspitze ist mir zumindest in dieser Form bissl zu "gach". Hast du zufällig auch ein Foto vom Grasband unterm Gipfel?

    VG Nic
     
  7. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Servus Nic,

    die Huttla erreichst du am besten und deutlich einfacher über ihren südlich gelegenen, grasigen Vorgipfel. Von dort noch ein paar Meter durch Felsen (denke I-II) hinauf zum höchsten Punkt. Hier noch ein Foto zur Übersicht:

    Huttla.jpg

    Links Südgipfel mit Latschenhaupt, dann Hauptgipfel mit meinem von links oben nach rechts unten verlaufenden Grasband, noch weiter rechts die 3 Nordgrattürme und schließlich der latschenbesetzte Nordgipfel.

    Ich wünsch dir jetzt schon mal viel Spaß, die Gegend ist zauberhaft!

    Gruß Thom
     
  8. Nic

    Nic Registrierter Benutzer

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    Hallo Thom,

    danke für deine schnelle Antwort. Werde berichten nachdem ich oben war.

    Gruß Nic
     
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