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Mittelschwere Bergtour Gieselerwand 2017m

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen unserer Mitglieder" wurde erstellt von Hoefatssuechtig, 29. Juli 2012.

  1. Hoefatssuechtig

    Hoefatssuechtig Registrierter Benutzer

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    Die Gieselerwand ist mit 2017m die höchste Erhebung im Höfats-Vorgebirge und befindet sich auf dem Rauhenhalsgrat zwischen dem Hüttenkopf (1950m) und dem Einstieg zum Höfats-Nordgrat (2093m). Dieser Berg besitzt kein Gipfelkreuz, kein Gipfelbuch und keinen markierten Weg. Ihr Name leitet sich von dem mittelalterlichen Wort "güsseln" ab, was soviel wie "fließen, strömen, rieseln" bedeutet. Damit komme ich auch schon neben ihrer ungewöhnlichen Abgeschiedenheit auf die wichtigste Eigenschaft zu sprechen: Die Gieselerwand weist in allen Bereichen sehr brüchiges und unzuverlässiges Gestein und Grasgelände auf und sendet in Richtung Westen bizarre Felsformationen und in Richtung Osten beeindruckende Felswände aus, daher der zweite Namensbestandteil "Wand", was man von der Oberen Lugenalpe (1566m) bestaunen kann.

    Jens hat in seinem Beitrag über den Rauhenhalsgrat (siehe Link) bereits über seine erfreulichen und leidvollen Erfahrungen über die Anstiegsmöglichkeit zur Gieselerwand über den Äußeren Höfatstobel berichtet. Ich möchte heute zum einen über eine völlig neue und unbekannte Anstiegsroute, nämlich über den direkten Anstieg zwischen Dürrenberg und Dürrenbergrinne, berichten und zum anderen die von Jens erwähnte, weitere Anstiegsmöglichkeit von der Oberen Lugenalpe über das sogenannte Matung-Gern genau dokumentieren. Der Name "Matung-Gern" wird nirgends in seiner Bedeutung geklärt, ich nehme an, dass es auf eine Weidefläche hindeutet, die gerne von den Kühen genutzt wird. Im folgenden Tourenbericht soll es demnach ausschließlich über die Gieselerwand mit Berücksichtigung des Hüttenkopfs gehen.

    Zunächst folgt der entsprechende Kartenausschnitt vom Höfats-Vorgebirge zwischen Hüttenkopf und Gieselerwand aus der alten Alpenvereinskarte aus dem Jahr 1906 mit den alten Namen:
    Bild01_AVKarte1906paint.jpg
    Bild01:In der Kartenmitte befindet sich der Hüttenkopf (1950m) und rechts in der Mitte die Gieselerwand (2017m).

    Zur besseren Orientierung hier noch einmal der gleiche Kartenausschnitt mit den beiden oben erwähnten Anstiegsrouten in roter Farbe:
    Bild02_AVKarte1906 mit Routepaint.jpg

    Teil I: Direkter Anstieg auf die Gieselerwand zwischen Dürrenberg und Dürrenbergrinne

    Wie man oben gut erkennen kann, folgt man den Forstweg von Gerstruben durch das Dietersbachtal eine kurze Weile. Noch vor der Gerstruber Alpe (1219m) erhält man nach einem rechts befindlichen, offenen Jägerstand folgenden Blick zum Höfats-Vorgebirge:

    Bild03_RouteUeberblick01paint.jpg
    Bild03: Links oben befindet sich der Hüttenkopf und rechts oben die Gieselerwand. Der direkte Anstieg verläuft also zunächst durch den Wald ziemlich steil nach oben. Man versucht dabei, sich möglichst an der im Photo oben in der Mitte befindlichen Waldgruppe zu orientieren. Ganz links in der Mitte befindet sich der Dürrenberg (1560m) und rechts Richtung Gieselerwand unterhalb des auffällig gelben Gesteins befindet sich die Dürrenbergrinne.

    Zur besseren Orientierung hier noch einmal eine Detailansicht des obigen Waldabschnitts:
    Bild04_RouteUeberblick02paint.jpg
    Interessanterweise trifft man im Wald immer wieder auf alte Steige und Pfade, die sich allerdings häufig im Nirgendwo verlieren. Am besten bewegt man sich in teilweise sehr steilem, brüchigen Grasgelände und Astwerk Richtung mittlere Waldgruppe zu. Ab und zu sind auch Passagen von über 50 Grad Steigung zu überwinden.



    Bild05_Gerstruber Wald01paint.jpg
    Bild05: Zwischenzeitlich erhält man einen schönen Ausblick über den Gerstruber Wald.



    Bild06_Gerstruber Wald02paint.jpg
    Bild06: Im Hintergrund der allgegenwärtige Himmelsschrofenzug. Das Gelände ist jedoch nicht für Unerfahrene und Ungeübte geeignet, da man häufig die Hände in den steilen Graslahnen und Waldboden verwenden muss und ausreichend Orientierungssinn benötigt. Daher das von mir verliehene Präfix "mittelschwer", als Kategorie bei den Schwierigkeitsgraden würde ich eine I+ ansetzen, da dieser Anstieg durchaus anspruchsvolle Graskletterei verlangt, die man allerdings durch geschickte Routenwahl etwas entschärfen kann. Nebenbei bemerkt: ich habe ganze 4 Stunden bis zur Gieselerwand benötigt, das lag aber auch an meinem photographischen und dokumentatorischen Bestreben, zumal diese Anstiegsmöglichkeit nirgends zu finden ist.



    Bild07_Weg Duerrenberg 1560mpaint.jpg
    Bild07 zeigt vereinzelte Pfadspuren, die zum Dürrenberg (1560m) führen.



    Bild08_Duerrenberg 1560mpaint.jpg
    Bild08 zeigt in der Mitte den sogenannten Dürrenberg (1560m), der früher gerne als Ausgangspunkt für Jagdtouren verwendet wurde. Der Name rührt vermutlich von seinen kahlen Stellen her. Ab circa 1600m endet der Wald relativ abrupt und man kann deutlich den weiteren Wegverlauf erkennen. Immer wieder begegnen einem deutliche Trittspuren, obwohl diese Anstiegsmöglichkeit sich in keinem Führer und in keiner Beschreibung wiederfindet, wohl ein Geheimtipp für Einheimische, Jäger, Wilderer und verwegene Steiger.



    Bild09_Wegverlauf zur Scharte 1906m01paint.jpg
    Bild09 zeigt den weiteren Wegverlauf: immer gerade aus nach oben. Zur Information: der steile Waldabschnitt umfasst 400 Höhenmeter und der weitere Grasabschnitt, der ebenfalls stellenweise die 50-Grad-Marke überschreitet, noch einmal 300 Höhenmeter. Links sind die Latschen überwucherten Südwesthänge des Hüttenkopfs (1950m) erkennbar und rechts oben die Hüttenkopfscharte (1905m), über die man dann zur Gieselerwand gelangt.



    Bild10_Wegverlauf zur Scharte 1906m02paint.jpg
    In Bild10 kann man rechts oben bereits die Gieselerwand (2017m) mit ihren brüchigen Felsformationen erkennen.



    Bild11_Wegverlauf zur Scharte 1906m03paint.jpg
    Wie in Bild11 zu erkennen, überlässt einem das steile Gelände freie Routenwahl. Rechts oben die Scharte zwischen Hüttenkopf und Gieselerwand.



    Bild12_Wegverlauf zur Scharte 1906m04paint.jpg
    Bild12 zeigt diverse Rinnen und Rillen, die bei trockenem Wetter relativ gut gangbar sind, von ihrer Brüchigkeit einmal abgesehen. Rechts oben die Gieselerwand.



    Bild13_Bettlerruecken01paint.jpg
    Bild13: Im obersten Waldabschnitt kann man ein paar Blicke auf den Bettlerrücken erhaschen, die natürlich, je höher man steigt...

    Bild14_Bettlerruecken02paint.jpg
    ... immer eindrucksvoller werden (Bild14).



    Bild15_Bettlerruecken03paint.jpg
    Bild15: Eindrucksvolle Aussichten Richtung Bettlerrücken und Kegelkopf.



    Bild16_Himmelsschrofen01paint.jpg
    Bild16: bereits kurz unterhalb der Waldgrenze erkennt man links den Himmelsschrofenzug und rechts den Dürrenberg.



    Bild17_Himmelsschrofen02paint.jpg
    Bild17 zeigt in der Mitte den Himmelsschrofenzug und rechts die Südwesthänge des Hüttenkopfs (1950m).



    Bild18_Himmelsschrofen03paint.jpg
    Bild18 zeigt den mittleren Himmelsschrofenzug.



    Bild19_Himmelsschrofen04paint.jpg
    Bild19: Blick auf das Gündle im nördlichen Bereich des Kegelkopfs.



    Bild20_Himmelsschrofen05paint.jpg
    Bild20: Der Himmelsschrofenzug dominiert die Aussicht Richtung Nordwesten.

    Fortsetzung folgt gleich...


    Beste Berggrüße, Christian aus Buchloe
     
  2. Hoefatssuechtig

    Hoefatssuechtig Registrierter Benutzer

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    Fortsetzung Gieselerwand 2017m

    Bild21_Wannenkopf1724mpaint.jpg
    Bild21 zeigt links in der Mitte den Dürrenberg (1560m), in der Mitte im Hintergrund den Wannenkopf (1724m) und rechts die beginnenden Südwesthänge des Hüttenkopfs (1950m).



    Bild22_Huettenkopf SWHaenge01paint.jpg
    Bild22: Die Südwesthänge des Hüttenkopfs, leider durch unzählige Latschen ungangbar. Vorne in der rechten Bildmitte erkennt man deutliche Trittspuren.



    Bild23_Huettenkopf SWHaenge02paint.jpg
    Bild23: Latschen, wohin man nur blickt... auf den Südwesthängen des Hüttenkopfs.



    Bild24_Huettenkopf SWHaenge03paint.jpg
    Bild24: die oberen Südwesthänge des Hüttenkopfs.



    Bild25_Blick zurueck zur Waldgrenze01paint.jpg
    Bild25: Blick zurück zur eingangs erwähnten, mittleren Waldgruppe, die man in Bild03 und 04 noch ganz oben erkennen konnte.



    Bild26_Blick zurueck zur Waldgrenze02paint.jpg
    Bild26: eindrucksvolle Rinnen geleiten hinunter zur besagten Waldgruppe.



    Bild27_Blick zurueck zur Waldgrenze03paint.jpg
    Bild27: Bild zurück zur Waldgrenze auf ca. 1600m, in der rechten Bildmitte der Dürrenberg (1560m), oberhalb dessen die Latschen überwucherten Südwesthänge des Hüttenkopfs beginnen.



    Bild28_Gesamter Kegelkopfpaint.jpg
    Bild28: Selten hat man den gesamten Kegelkopf auf einem Motiv.



    Bild29_Latschen auf dem Weg01paint.jpg
    Bild29: Latschengewirr auf der mittleren Rippe Richtung Hüttenkopfscharte.



    Bild30_Latschen auf dem Weg02paint.jpg
    Bild30: Latschengewirr auf der mittleren Rippe, links gehts steil hinab zur Dürrenbergrinne.



    Bild31_Gams auf Gieselerwandpaint.jpg
    Bild31: Das Gebiet um die Gieselerwand ist sehr wildreich, rechts oben beäugt mich eine Gams kritisch. Man kann hier häufig Gämse beobachten, die allerdings sehr scheu sind, sodass man ein Teleobjektiv benötigt.



    Bild32_Blick zum Kegelkopfpaint.jpg
    Bild32: Die Ostseite des Kegelkopfs, von der Hüttenkopfscharte aus gesehen.



    Bild33_Huettenkopf 1950m von der Scharte 1906mpaint.jpg
    Bild33: Der Hüttenkopf (1950m), dessen Gipfel leider durch den unbändigen Latschenwuchs ungangbar ist, von der Scharte (1905m) aus gesehen.



    Bild34_Blick Matung-Gern01paint.jpg
    Bild34: Blick von der Scharte (1905m), die den Hüttenkopf von der Gieselerwand trennt, hinab ins Matung-Gern, Ausgangspunkt für Teil II, den Abstieg zu den Lugenalpen.



    Bild35_Blick Matung-Gern02paint.jpg
    Bild35: Der steile Abstiegsweg zum Matung-Gern.



    Bild36_Huettenkopf 1950m unpassierbarpaint.jpg
    Bild36 zeigt noch einmal die Ungangbarkeit des Hüttenkopfgipfels.



    Bild37_Oberster Wegverlauf zum Matung-Gernpaint.jpg
    Bild37 zeigt links die Scharte (1905m), die den Hüttenkopf von der Gieselerwand trennt.



    Bild38_Blick zur Gieselerwand 2000mpaint.jpg
    Bild38 zeigt den weiteren Wegverlauf von der Scharte zur Gieselerwand (2017m).



    Bild39_Blick Matung-Gern03paint.jpg
    Bild39: Blick steil hinab ins Matung-Gern mit dem auffälligen Geröllfeld im rechten Bildhintergrund.



    Bild40_Matung-Gern mit Schochen-Westwandpaint.jpg
    Bild40: Blick zur ungangbaren Schochen-Westwand.

    Fortsetzung folgt gleich...


    Grüße, Christian aus Buchloe
     
  3. Hoefatssuechtig

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    Fortsetzung Gieselerwand 2017m

    Bild41_Duerrenberg 1560mpaint.jpg
    Bild41: ganz links unten befindet sich die besagte, letzte Waldgruppe, rechts daneben der Dürrenberg (1560m), in der rechten Bildhälfte die Südwesthänge des Hüttenkopfs (1950m) und rechts im Hintergrund erhebt sich der Wannenkopf (1724m).



    Bild42_Weg zur Gieselerwand01paint.jpg
    Bild42: Der weitere Weg zur Gieselerwand.



    Bild43_Weg zur Gieselerwand02paint.jpg
    Bild43: Nach Umgehung der Latschen und verdörrten Äste ergibt sich obiger Blick auf die Gieselerwand, die nicht direkt links über die Kante erklettert wird (ansonsten ein brüchiger IIer), sondern rechts in der Bildmitte über den "grünen" Bogen.



    Bild44_Weg zur Gieselerwand03paint.jpg
    Bild44: Teilweise ist der letzte Wegabschnitt etwas ausgesetzt und erfordert erhöhte Konzentration. Rechts im Hintergrund der Dürrenberg (1560m).



    Bild45_Weg zur Gieselerwand04paint.jpg
    Bild45: Der etwas ausgesetzte Wegabschnitt von oben gesehen.



    Bild46_Weg zur Gieselerwand05paint.jpg
    Bild46: Nach diesem steilen Stück hat man es gleich geschafft.



    Bild47_Gieselerwand 2000m01paint.jpg
    Bild47: Blick auf die nördliche Erhebung der Gieselerwand, die mit genau 2000m etwas niedriger als die südliche Erhebung der Gieselerwand ist.



    Bild48_Gieselerwand 2000m02paint.jpg
    Bild48: die westliche Begrenzung der Gieselerwand.



    Bild49_Gieselerwand 2000m und 2017mpaint.jpg
    Bild49: Ganz rechts die höchste und südliche Erhebung der Gieselerwand (2017m).



    Bild50_Vorderes Hoefats-Vorgebirge01paint.jpg
    Bild50: Blick auf das nördliche Höfats-Vorgebirge.



    Bild51_Vorderes Hoefats-Vorgebirge02paint.jpg
    Bild51: Links der Wannenkopf (1724m), rechts die Südwesthänge des Hüttenkopfs (1950m). Rechts hinter dem Wannenkopf erhebt sich der Älpelekopf (1607m) und hinter den Südwesthängen des Hüttenkopfs erhebt sich der Hintere Riffenkopf (1750m).



    Bild52_Blick nach Gerstrubenpaint.jpg
    Bild52: Blick von der Gieselerwand nach Gerstruben.



    Bild53_Blick zum Huettenkopf 1950m01paint.jpg
    Bild53: Blick von der Gieselerwand zum Hüttenkopf.



    Bild54_Blick zum Huettenkopf 1950m02paint.jpg
    Bild54: Hüttenkopf (1950m) mit der Hochgratgruppe im Hintergrund.



    Bild55_Blick zum Huettenkopf 1950m03paint.jpg
    Bild55: Links der Hüttenkopf (1950m), rechts das Seeköpfl.



    Bild56_Gieselerwand Felsformationen01paint.jpg
    Bild56: Bizarre Felsformationen südwestlich der Gieselerwand.



    Bild57_Gieselerwand Felsformationen02paint.jpg
    Bild57: Weitere eigenartige Felsgebilde.



    Bild58_Gieselerwand Felsformationen03paint.jpg
    Bild58: Felsformationen an der Gieselerwand.



    Bild59_Gieselerwand Felsformationen04paint.jpg
    Bild59: Drei seltsame Felstürme nordwestlich der Gieselerwand.



    Bild60_Gieselerwand Felsformationen05paint.jpg
    Bild60: Unglaubliche Felsabstürze.


    Fortsetzung folgt...

    Grüße, Christian aus Buchloe
     
  4. Hoefatssuechtig

    Hoefatssuechtig Registrierter Benutzer

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    Fortsetzung Gieselerwand 2017m

    Bild61_Gieselerwand Felsformationen06paint.jpg
    Bild61: Die mächtigen Westabstürze der Gieselerwand.



    Bild62_Gieselerwand Felsformationen07paint.jpg
    Bild62: Brüchiger Fels par excellence.



    Bild63_Matung-Gern Warnungpaint.jpg
    Bild63: Auf dem Weg wieder zurück von der Gieselerwand zur Hüttenkopfscharte lädt zunächst obige Felspartie zum vorschnellen Abstieg ein, doch Vorsicht
    :eek: Lebensgefahr, weiter unten lauern überhängende Felswände (siehe Bild76).



    Bild64_Weg zur Gieselerwand06paint.jpg
    Bild64: Der Weg zurück zur Scharte (1905m) führt an einem großen Ameisenhaufen (siehe untere Bildmitte) vorbei.



    Bild65_Weg zur Gieselerwand07paint.jpg
    Bild65: Nach dem Ameisenhaufen bewegt man sich auf die drei Nadelbäume in der Bildmitte zu.



    Bild66_Turm Huettenkopfscharte 1930m01paint.jpg
    Bild66: Danach trifft man auf einen auffälligen Turm (1930m) kurz vor der Scharte.



    Bild67_Turm Huettenkopfscharte 1930m02paint.jpg
    Bild67: Diesen Turm kann man entweder sehr ausgesetzt, aber unschwierig rechts umgehen...



    Bild68_Turm Huettenkopfscharte 1930m03paint.jpg
    Bild68: ...oder unschwierig überklettern...



    Bild69_Turm Huettenkopfscharte 1930m04paint.jpg
    Bild69: ...oder links unschwierig umgehen. Man hat die Qual der Wahl
    .:wink:



    Bild70_Turm Huettenkopfscharte 1930m05paint.jpg
    Bild70 zeigt den Turm von der eigentlichen Scharte (1905m) aus gesehen.



    Bild71_Gieselerwand Ostkantepaint.jpg
    Bild71 zeigt die Ostkante der Gieselerwand, die man aber aufgrund ihrer ungemeinen Brüchigkeit lieber nicht erklettern sollte.



    Bild72_Blick zum Seekoepflpaint.jpg
    Bild72: Blick zum Seeköpfl.



    Bild73_Blick zum Schochenpaint.jpg
    Bild73: Blick zum Schochen mit seiner ungangbaren Westwand.



    Bild74_Blick zum Himmelhornpaint.jpg
    Bild74: Blick zum markanten Schneck und Himmelhorn.



    Bild75_Gieselerwand Westflanke01paint.jpg
    Bild75: Die eindrucksvollen Nordostabstürze der Gieselerwand.



    Bild76_Warnung siehe Bild63paint.jpg
    Bild76 zeigt noch einmal den Grund für die ausgesprochene Warnung in Bild63, denn überhängende Felswände versperren einem den weiteren Abstieg. Ich weiß das aus leidvoller Erfahrung, denn letztes Jahr durfte ich das ganze Stück wieder hinaufklettern, weil es mir zu luftig unter den Sohlen wurde.

    Teil II (Bild77 bis Bild112) mit dem Abstieg von der Gieselerwand über das Matung-Gern zu den Lugenalpen folgt demnächst...

    Grüße, Christian aus Buchloe
     
  5. Jens

    Jens Registrierter Benutzer

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    AW: Gieselerwand 2017m: 'Matung-Gern'

    Interessantes Bild- und Text-Material, Christian, hierüber gibt es sonst sehr wenig im Internet.

    Mit dem Hintergrund Alpwirtschaft liegst du vermutlich nicht verkehrt.
    Das hat mich auch schon mal beschäftigt.
    Ich bin dieser Frage mal nachgegangen und bin in der bereits von mir öfters erwähnten Steiner-Dissertation fündig geworden:
    <Dr. Thaddäus Steiner, Flurnamen Oberstdorf (El. 718)>
    (Ich zitiere im Folgenden jetzt nicht akademisch korrekt, gebe aber wenigstens die Quellen an (im Gegensatz zu manch bekannten, z.T. ehemaligen öffentlichen Mandatsträgern)

    Matung-Gern:
    im Oberstdorfer Dialekt etwa: 'im Matúng Geara'
    also:
    1. das Ding ist maskulin
    2. Betonung auf der zweiten Silbe (!)

    Was heißt das jetzt aber ?:
    Ältere Oberallgäuer und verwandte Alemannisch-Sprechende oder wenigstens -Verstehende kennen vielleicht noch den alten Ausdruck 'Ritz und Matung'.

    Und was ist jetzt das ?
    Lösung: Futterpflanzen, und zwar in der Alpwirtschaft gern gesehene:

    a) Ritz: (Plantago alpina = Alpen-Wegerich)
    b) Matung (= Ligusticum mutellina, veraltet: meum mutellina = Alpen-Mutterwurz)
    Volksnamen hierfür, je nach Region (nach Wiki:frown: Mutteli, Madaun (Lechtaler !) usw.
    Vgl. auch hier.

    Die Oberstdorfer haben also den vermutlich ursprünglich romanischen (!) Pflanzennamen
    (mutellina => Mutteli/Madaun => Matung verwendet bzw. übernommen und etwas ihrer eigenen Sprechweise angepasst.
    Interessant ist, das die Zweitsilben-Betonung erhalten blieb !
    Dies ist meiner Meinung nach auch ein ziemlich deutlicher Hinweis für eine ursprünglich nicht-germanische Herkunft des Wortes Matung.

    Wir hatten mal im alpic.net-forum eine ähnliche Fragestellung mit dem Sadebaum.
    (Dialekt: Seaba, Seafa: bot. Juniperus sabina).
    Dort schien es ähnlich gelaufen zu sein, ist doch auffällig ?

    Meine Vermutung ist, dass diese Namen (und auch das Wissen über die z.T. beträchtlichen 'Einsatzmöglichkeiten' dieser Pflanzen, vgl. den alpic-Thread) vor sehr langer Zeit von den früheren romanischen und keltischen Bevölkerungsschichten durch die späteren Walser, Alemannen etc. übernommen wurden.

    Z.B. die römischen Alt-Legionäre (in 'unserem' Gebiet sicherlich eine 'bunte Truppe' bekamen nach Dienstende häufig hier etwas Land als Altersversorgung zugeteilt und blieben wohl zumindest teilweise hier.
    Das war damals meiner Vermutung nach nicht ununterbrochenes Kriegführen gegen Kelten, Alemannen oder Sonstwen, sondern auch Handel, kultureller Austausch etc., bei dem auch solches Wissen und solche Ausdrücke zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten ausgetauscht wurden.
    Die frühere Parallel-Existenz von romanischer und germanischer Bevölkerung z.B. in Tirol ist ja hinlänglich bekannt.

    Soweit meine 'Recherchen' und meine bescheidene 'Theorie' dazu.

    Grüße, Jens
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Januar 2014
  6. Johannes

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    AW: Fortsetzung Gieselerwand 2017m

    Danke für den tollen Bericht zu nächtlicher Stunde Christian :thumbsup:

    Eine Frage zum Bild oben: lässt sich der Hüttenkopf durch die Latschen / die Schrofen links nicht besteigen?

    Viele Grüße,

    Johannes
     
  7. Hoefatssuechtig

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    AW: Gieselerwand 2017m

    An Jens:

    Vielen Dank für deine aufwändige Recherche, deine Erklärung scheint mir sehr plausibel und überzeugend zu klingen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich während des gesamten Abstiegs über den Matung-Gern kein einziges Exemplar der Alpen-Mutterwurz gesehen habe (siehe meine weiteren, bald eingestellten Tourenbilder vom Matung-Gern).

    Ich bin eigentlich von dem mittelalterlichen Wort "mât" (feminin) in der Bedeutung von "das Mähen, die Heuernte, das Gemähte oder das zu Mähende, Heu, Wiese" (Quelle: Matthias Lexer - Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Aufl. 1992, S.135) ausgegangen. In der deutschen Sprache des Mittelalters und der frühen Neuzeit war es nämlich in der Wortbildung möglich, mithilfe der Endsilbe "-ung" aus gängigen Substantiven mit konkreter Bedeutung (z.B. "Stall") Substantive mit abstrakter und allgemeiner Bedeutung zu bilden (vgl. die Wortbildung "Stallung"). Daher dachte ich, dass aus dem ursprünglich konkreten Wort "mât" so etwas wie "matung" wurde, allerdings dann mit der Betonung auf der ersten Silbe, d.h. diese Stelle würde lediglich auf einen geeigneten Weideplatz ohne Bezug auf die dortige Flora hindeuten. Soweit meine Theorie, aber wie gesagt, dein Vorschlag mit der Futter- und Heilpflanze ist auch gut nachvollziehbar.


    An Johannes:

    Danke für dein Lob, es ist immer ein schwieriges und mühsames Unterfangen, eine noch völlig unbekannte Anstiegsroute zu dokumentieren, die sich in keiner Literatur wiederfindet, wofür es sich aber lohnt, auch einmal eine Nacht durchzuarbeiten.

    Zu deiner Frage: Auf der alten Alpenvereinskarte von 1906 ist ein entsprechender Pfad, wenn auch etwas schwach, eingezeichnet, allerdings weiß ich nicht, wie die Verhältnisse auf der Nordseite des Hüttenkopfs aussehen, da sich dort laut Höhenlinien das Gelände sehr steil zum sogenannten Alpenrosengern absenkt. Anbei noch einmal der entsprechende Kartenausschnitt mit der von mir mit roter Farbe nachgezogenen Wegführung, allerdings anno 1906:
    Bild02_AVKarte1906 mit Route2paint.jpg



    Zur besseren Verdeutlichung habe ich ebenfalls mit roter Farbe in Bild54 eine mögliche Anstiegsroute von der Scharte (1905m) aus bis zum Hüttenkopfgipfel eingetragen, wie gesagt weiß ich aber nicht, wie die Verhältnisse auf der Nordseite aussehen:
    Bild54_Blick zum Huettenkopf 1950m02rotpaint.JPG
    Aufnahmestandort: Gieselerwand

    Grüße, Christian aus Buchloe
     
  8. Hoefatssuechtig

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    Teil II: Abstieg übers Matung-Gern zu den Lugenalpen

    TeilII: Abstieg von der Gieselerwand übers Matung-Gern zu den Lugenalpen

    Wie angekündigt, fahre ich nun mit dem Abstieg zu den Lugenalpen fort. Diese Wegmöglichkeit wird zwar in den alten Alpenvereinsführern als "unschwierig" bezeichnet, jedoch werte ich diese mit einer I+, da von der Scharte (1905m) zwischen Hüttenkopf und Gieselerwand zunächst ziemlich steiles Grasgelände (mit einer Steigung von manchmal ca. 50 Grad) mit teilweise sehr brüchigem und bröseligem Untergrund überwunden werden muss. Wie oben erwähnt, empfehle ich ausdrücklich über die Grashänge bei dem Punkt 1905m auf der Karte abzusteigen (siehe Bild34 und Bild35 oben). Der Abstieg von der Gieselerwand bis zur Scharte (1905m) ist bereits von Bild38 bis Bild70 einzusehen. Falls sich jemand für den Aufstieg interessiert, möge er oder sie sich bitte die folgenden Bilder in umgekehrter Reihenfolge ansehen.


    Bild77_Weg zu den Lugenalpen01paint.jpg
    Bild77 zeigt deutlich die durchaus anspruchsvolle Steigung mit dem gewohnt brüchigen Material. Oben in der Mitte befindet sich die Scharte (1905m).



    Bild78_Weg zu den Lugenalpen02paint.jpg
    Bild78: Vor allem die zahlreichen losen Geröllpassagen erschweren einem den Abstieg.



    Bild79_Weg zu den Lugenalpen03paint.jpg
    Bild79: Die Routenwahl bleibt einem selbst überlassen. Oben links ist der in Bild66 bis Bild70 beschriebene Turm zu sehen.



    Bild80_Weg zu den Lugenalpen04paint.jpg
    Bild80: Allmählich wird das Gelände etwas flacher mit nur noch ca. 40 Grad Steigung.



    Bild81_Weg zu den Lugenalpen05paint.jpg
    Bild81: Man biegt dann, von der Scharte kommend, links Richtung bereits erkennbare Obere Lugenalpe ab.



    Bild82_Weg zu den Lugenalpen06paint.jpg
    Bild82: Rechts in der Bildmitte die Scharte (1905m) und links die Gieselerwand.



    Bild83_Weg zu den Lugenalpen07paint.jpg
    Bild83: Blick von der Oberen Lugenalpe (1566m) zurück zur Gieselerwand (höchste Erhebung in der Bildmitte). Für den Aufstieg zur Scharte (1905m) sich einfach an den beiden markanten Gerölllawinen in der Mitte orientieren und dann rechts scharf Richtung Scharte abbiegen.

    Während des Abstiegs bieten sich immer wieder faszinierende Blicke auf die eindrucksvolle, ungangbare Ostflanke des Hüttenkopfs (siehe nächste Bilder):

    Bild84_Huettenkopf 1950m Ostflanke01paint.jpg
    Bild84: Noch kurz unterhalb der Scharte wirkt die Ostseite des Hüttenkopfs noch harmlos.



    Bild85_Huettenkopf 1950m Ostflanke02paint.jpg
    Bild85: Auch hier
    (oben in der Mitte) wäre theoretisch ein "Durchkommen" Richtung Hüttenkopfgipfel möglich.



    Bild86_Huettenkopf 1950m Ostflanke03paint.jpg
    Bild86: Langsam wird die Ostseite des Hüttenkopfs unnahbarer.



    Bild87_Huettenkopf 1950m Ostflanke04paint.jpg
    Bild87: Nahe der Weidefläche offenbaren sich die ungangbaren Ostflanken des Hüttenkopfs.



    Bild88_Huettenkopf 1950m Ostflanke05paint.jpg
    Bild88: Unbezwingbare Felswände?



    Bild89_Huettenkopf 1950m Ostflanke06paint.jpg
    Bild89: Ja, sie bleibt wohl unbezwingbar, die Ostflanke des Hüttenkopfs.

    Fortsetzung folgt gleich...

    Grüße, Christian aus Buchloe
     
  9. Hoefatssuechtig

    Hoefatssuechtig Registrierter Benutzer

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    Fortsetzung Gieselerwand 2017m

    Während des Abstiegs bzw. Aufstiegs bieten sich außerdem interessante Blicke auf den ungangbar wirkenden Ostkamm der Gieselerwand:

    Bild90_Gieselerwand Westflanke02paint.jpg
    Bild90: Die Gieselerwand, oben rechts im Bild, kurz unterhalb der Scharte (1905m).



    Bild91_Gieselerwand Westflanke03paint.jpg
    Bild91: Brüchiger gehts kaum noch.



    Bild92_Gieselerwand Westflanke04paint.jpg
    Bild92: In den leicht überhängenden Felswänden in der Bildmitte hing übrigens ein einsamer, roter Eispickel, wem der wohl gehört?



    Bild93_Gieselerwand Westflanke05paint.jpg
    Bild93: Die Folgen vergangener Winter: lose Gerölllawinen.



    Bild94_Gieselerwand Westflanke06paint.jpg
    Bild94: Jetzt kann man auch gut nachvollziehen, warum die Gieselerwand zu ihrem "rieselnden" Namen kam.



    Bild95_Gieselerwand Westflanke07paint.jpg
    Bild95: Die zweite Erhebung von rechts ist mit 2017m die höchste der Gieselerwand.



    Bild96_Gieselerwand Westflanke08paint.jpg
    Bild96: Der mittlere Teil des Ostkamms der Gieselerwand.



    Bild97_Gieselerwand Westflanke09paint.jpg
    Bild97: Der untere Teil des Ostkamms der Gieselerwand.



    Bild98_Blick zum Himmelhornpaint.jpg
    Bild98: Zwischendurch bieten sich immer wieder faszinierende Aussichten auf Schneck und Himmelhorn.



    Bild99_Blick zum Himmelhornpaint.jpg
    Bild99: Schneck und Himmelhorn in Nahaufnahme mit den eindrucksvollen Hohen Gängen.



    Bild100_Blick zum Hahnenkopf 1737mpaint.jpg
    Bild100: Unweit der Oberen Lugenalpe (1566m), ganz rechts im Bild mit dem silbern glänzenden Dach, hat man einen schönen Blick auf den Hahnenkopf (1737m), links im Bild. Ganz links im Bild die Ostflanke des Hüttenkopfs.



    Bild101_Blick zum Nebelhornpaint.jpg
    Bild101: Blick auf das Nebelhorn, ganz unten in der Bildmitte ist die Untere Lugenalpe (1414m) zu erkennen.



    Bild102_Blick zum Schochenpaint.jpg
    Bild102: Blick auf die ungangbare Westwand des Schochen.



    Bild103_Blick zum Schochen Hoehlepaint.jpg
    Bild103: Detailaufnahme der markanten Höhle in der Schochen-Westwand (rechts im Bild).

    Fortsetzung folgt gleich...

    Grüße, Christian aus Buchloe
     
  10. Hoefatssuechtig

    Hoefatssuechtig Registrierter Benutzer

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    Fortsetzung und Schluss Gieselerwand 2017m

    Bild104_Blick zur Oberen Lugenalpe 1566mpaint.jpg
    Bild104: Blick während des Abstiegs zur Oberen Lugenalpe (1566m), ab hier ist das Gelände relativ leicht, es müssen nur ein paar Geröllfelder überquert oder umgangen werden.



    Bild105_Blick zur Oberen Lugenalpe 1566mpaint.jpg
    Bild105: Es gibt zwar kurz vor der Alpe noch etwas steileres Grasgelände, das jedoch kein Hindernis mehr darstellt. Wie gesagt, die Alpen-Mutterwurz habe ich nirgendwo finden können.



    Bild106_Obere Lugenalpe 1566mpaint.jpg
    Bild106: Die Obere Lugenalpe (1566m), ein prächtiger Logenplatz und Aussichtspunkt auf Himmelhorn und Schneck. Wer noch das Ursprüngliche sucht, ist hier bestens aufgehoben.



    Bild107_Obere Lugenalpe 1566mpaint.jpg
    Bild107: Die Obere Lugenalpe.



    Bild108_Untere Lugenalpe 1414mpaint.jpg
    Bild108: Blick während des Abstiegs von der Oberen Lugenalpe auf die Untere Lugenalpe (1414m) mit der Schochen-Westwand im Hintergrund.



    Bild109_Untere Lugenalpe 1414mpaint.jpg
    Bild109: Die Untere Lugenalpe mit dem östlichen Abschluss des Ostkamms der Gieselerwand, links im Hintergrund Großer und Kleiner Wilder. Genau durch diesen östlichen Abschluss verläuft der alte, aber wohl noch erhaltene Weg (so konnte ich von oben deutliche Pfadspuren erkennen) von der Oberen Lugenalpe hinüber in den Rauhenhalstobel, ebenfalls ein Geheimtipp für Wildnisfans, verwegene Wanderer und Steiger.



    Bild110_Weg von Lugenalpe zum Rauhenhalstobelpaint.jpg
    Bild110: Etwas oberhalb der Unteren Lugenalpe verläuft dieser uralte Weg zunächst relativ harmlos Richtung Süden (rechts im Bild) ...



    Bild111_Weg von Lugenalpe zum Rauhenhalstobelpaint.jpg
    Bild111: ...bevor er recht abenteuerlich die fast senkrechten Ostabstürze der Gieselerwand quert (ganz rechts im Bild), ungefähr entlang der markanten, hellen Gesteinsrinne rechts. Das wäre doch auch eine Expedition wert oder?



    Bild112_Gieselerwand SWabstuerzepaint.jpg
    Bild112: Zum Abschluss noch einmal der Blick auf die südwestlichen Abstürze der Gieselerwand (2017m), vom hinteren Dietersbachtal aus gesehen.

    Fazit:

    Der Anstieg über die Lugenalpe auf die Gieselerwand ist mit Abstand der leichteste und der bequemste, von der oberen, steilen Grasflanke kurz unterhalb der Scharte bei 1905m einmal abgesehen. Man benötigt dafür vom Oytalhaus 3 bis 4 Stunden und überwindet dabei auf relativ einfachem Weg circa 1000 Höhenmeter. Insbesondere empfiehlt sich dieser Anstieg für Aspiranten auf den Höfats-Nordgrat, zumal hier noch nicht zuviele Kräfte und Nerven beansprucht werden. Die Gieselerwand eignet sich für jeden, der das Unbekannte sucht, eine abwechslungsreiche und spannende Landschaft (mit entsprechender Fauna und Flora) genießen möchte und dabei die Einsamkeit nicht scheut. Er wird dabei ungewöhnlich intensive Momente und Aussichten erleben und diese Tour lang im Gedächtnis behalten. Die Anstiege über den Äußeren Höfatstobel und über die Rinne zwischen Dürrenberg und Dürrenbergrinne sind nur für Geübte und erfahrene Grasbergsteiger, die über einen sehr guten Orientierungssinn verfügen, ratsam.

    Beste Berggrüße, Christian aus Buchloe