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Leichte Bergtour Impressionen von der Stiege (1792m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen unserer Mitglieder" wurde erstellt von Hoefatssuechtig, 19. August 2012.

  1. Hoefatssuechtig

    Hoefatssuechtig Registrierter Benutzer

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    Die Stiege (1792m) ist eine kleine Scharte im Höfatsmassiv, die den Nordostgrat der Kleinen Höfats (2073m) vom westlichen Seilhenker (1794m) trennt. Sie ist in etwa 1,5 Stunden von der Käseralpe über die Obere Gutenalpe (1625m) und durch das Oberloch zu erreichen. Vor vielen Jahrzehnten verband diese Einschartung einen landschaftlich einmaligen Höhenweg, der von der Käseralpe in den Rauhenhalstobel führte und von dort um die östlichen Abstürze der Gieselerwand herum zu den Lugenalpen. Leider ist dieser Pfad längst verfallen und teilweise mannshoch mit Wildnis zugewuchert. Zudem erschwert eine ca. 10m hohe, senkrechte Graswand das Weiterkommen zur Rauhenhalsalpe. Neben einem außergewöhnlichen botanischen Reichtum ist das Gebiet um die Stiege sehr wildreich, sodass man häufig Gämse aus nächster Nähe beobachten kann. Außerdem befinden sich dort ein hölzernes Kreuz sowie eine metallene Gedenktafel an zwei tödlich verunglückte Bergsteiger.

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    Bild01: Bereits von der Käseralpe kann man die Stiege erkennen (1792m, Scharte in der Bildmitte neben dem einzeln stehenden Baum). Links befindet sich die Kleine Höfats (2073m) und rechts der doppelgipfelige Seilhenker.




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    Bild02: Um die Stiege zu erreichen, empfiehlt es sich den Umweg über die Obere Gutenalpe (1625m, kleine Hütte genau in der Bildmitte) zu nehmen, da man hier auch noch fesselnde Nahblicke in das Rote Loch geboten bekommt. Dazu verfolgt man den unten im Bild erkennbaren, neu angelegten Weg von der Käseralpe zum Älpelesattel soweit, bis man einen kleinen Bach queren muss. Kurz davor zweigt ein gut sichtbarer Pfad rechts ab und führt unmittelbar zur Oberen Gutenalpe.




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    Bild03: Von der Oberen Gutenalpe kann man das Rote Loch bestaunen. Daneben ist sie Ausgangspunkt für die Höfats-Südostwand und den Höfats-Nordostgrat.




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    Bild04: Von der Oberen Gutenalpe führt ein gut sichtbarer Pfad (untere Bildhälfte) in Richtung Seilhenker (rechts im Bild).




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    Bild05: Der vorgezeichnete Pfad ist einfach und leicht zu begehen (siehe links). Rechts erhebt sich der berüchtigte Rädlergrat.




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    Bild06: Blick zurück zur Oberen Gutenalpe mit dem silbern in der Sonne glänzenden Dach (links im Bild).




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    Bild07: Der Weg umrundet die Ostabstürze der Kleinen Höfats.




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    Bild08: Leider endet der Pfad hier abrupt, sodass man nun in weglosem Gelände unterwegs ist und sich durch eine ungeahnte Wildnis kämpfen muss. Man hält sich nun links und begibt sich in das Oberloch, das bis in den Spätsommer hinein auch Wasser besitzt.




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    Bild09: Letzte Wegspuren und Hinterlassenschaften von Weidevieh begleiten einen, werden aber zunehmend seltener.




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    Bild10: Der Ostrücken der Kleinen Höfats, über den rechts im Bild der Anstieg zum Gipfel in anspruchsvoller und ausgesetzter Graskletterei führt.




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    Bild11: Blick in das Oberloch. Links führt der Ostgrat zur Kleinen Höfats, rechts der Nordostgrat, beides schwierige und gefährliche Anstiege in unzuverlässigem Gelände.




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    Bild12: Schon von Weitem ist die Stiege links neben dem einzeln stehenden Baum erkennbar. Allerdings muss man sich durch teilweise mannshohe Wildnis plagen, die durch die zunehmende Steilheit des Geländes recht unangenehm sein kann. Links neben der Stiege erhebt sich der furchtbar brüchige und ausgesetzte Nordostgrat.




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    Bild13: Der westliche Gipfel des Seilhenkers (1794m), ebenfalls mit einem ungewöhnlichen Baumstandort.




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    Bild14: Blick zurück in das äußere Oberloch mit seiner fast undurchdringlichen Wildnis. In der Bildmitte befindet sich die Käseralpe.




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    Bild15: Blick in das innere Oberloch, das bis in den Herbst noch kleine Altschneefelder besitzt. Links führt der Ostgrat ausgesetzt und steil zum Gipfel der Kleinen Höfats (2073m).




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    Bild16: Der Beginn des Nordostgrates: steil, ausgesetzt und enorm brüchig.




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    Bild17 zeigt die Stiege (1792m), zu der mittlerweile leider kein Weg mehr führt.




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    Bild18: Auf der Stiege befindet sich ein Holzkreuz und eine metallene Gedenktafel.




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    Bild19: Das Holzkreuz wurde zum Gedenken an Hans Schöll aus Kierwang errichtet, der am 27. Juli 1957 tödlich an der Kleinen Höfats verunglückte. Sein Leichnam wurde im Oberloch geborgen.




    Stiege1972m_20paint.jpg
    Bild20: Die Gedenktafel erinnert an Edi Bußjäger, Allgäuer Bergführer, der am 26. Juli 1989 tödlich am Westgrat der Kellenspitze verunglückte. Die Tafel wurde von Harriet Burgtorf und Willi Kappeler errichtet.

    Fortsetzung mit Aussichten von der Stiege folgt gleich...

    Grüße, Christian aus Buchloe
     
  2. Hoefatssuechtig

    Hoefatssuechtig Registrierter Benutzer

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    Aussichten von der Stiege (1792m)

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    Bild21: Gleich neben der Stiege befindet sich - ähnlich dem doppelgipfeligen Seilhenker - ein namenloser, kleiner Berg, der rechts jäh ins Oytal stürzt.




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    Bild22 zeigt die nahezu unüberwindliche Stelle, eine ungefähr 10m hohe, senkrechte Graswand, die den weiteren Weg in den Rauhenhalstobel abrupt unterbricht. Hier endet für den normalen Bergwanderer der Weg endgültig, denn die brüchige Wand (klettertechnisch ein sauberer IIIer) kann im Abstieg nur mittels einer Strickleiter oder mittels einer sehr erfahrenen Klettertechnik im Abstieg überwunden werden. Schade. Hier wären ein paar Eisenstifte zur Entschärfung sehr von Vorteil.




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    Bild23 zeigt noch einmal den senkrechten Grasabbruch, der leider im Abstieg nur von sehr erfahrenen Bergsteigern bezwungen werden kann. Ein "kleiner" Schritt im Höfatsmassiv, aber dennoch kaum zu überwinden.




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    Bild24 zeigt den ersten Steilaufschwung des Nordostgrates, den ich mir eigentlich vornehmen wollte. Ich habe diesen ersten Turm auch geschafft, aber die enorme Brüchigkeit des Gesteins schreckte mich vom Weiterklettern ab, denn als ich bei dem höchsten Felsstück umgreifen wollte, löste sich beim Festhalten plötzlich ein faustgroßer Stein heraus und zeigte mir auf drastische Weise, dass das Stück keinesfalls dem eigenen Körpergewicht standhalten kann. So entschied ich mich nicht weiterzuklettern, da mir dies zu gefährlich erschien. Ich kann daher potenzielle Nordostgrat-Aspiranten nur eindringlich warnen. Wäre das Gestein aus Granit oder Gneis, wäre diese Tour ein wahrer Klettertraum. Schade.




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    Bild25 zeigt den schwierigsten Teil des Nordostgrates, der brüchige und äußerst ausgesetzte Turm am Einstieg. Dahinter erhebt sich dunkel der Zweite Gipfel der Höfats mit dem Nordostgrat. Rechts ist die senkrechte Einstiegswand zum Höfats-Nordgrat erkennbar.




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    Bild26: Blick von der Stiege in den Rauhenhalstobel, links befindet sich die Gieselerwand.




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    Bild27: Blick von der Stiege zum Nebelhorn und zum Schochen rechts.




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    Bild28: Blick von der Stiege in das Gebiet der Rauhenhalsalpe (unten im Bild).




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    Bild29 zeigt eindrucksvoll den sehr schwierigen Turm am Beginn des Nordostgrates der Kleinen Höfats, der mit senkrechten Nordwänden in den Rauhenhalstobel fällt. Dahinter schimmert die düstere Nordwand des Zweiten Gipfels der Höfats hervor. Rechts der Rauhenhalsgrat, der mit äußerst steilen Graswänden in den Rauhen Hals abfällt.




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    Bild30: Blick von der Stiege in den wildesten Teil des Rauhenhalstobels.




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    Bild31: Blick von der Stiege zur Gieselerwand (rechts oben im Bild) und zur Höfatsnadel.




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    Bild32: Blick zur Höfatsnadel (in der Bildmitte).




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    Bild33 zeigt die Höfatsnadel in Nahaufnahme.




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    Bild34: Blick von der Stiege zum Rauheck (rechts oben im Bild), zur Käseralpe (links unten), zur Jochspitze (links), zum Südlichen Höllhorn (ganz links) und zum einsamen Muttekopf (Erhebung zwischen Jochspitze und Rauheck).




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    Bild35: Der gefürchtete Turm am Beginn des Nordostgrates der Kleinen Höfats. Der erste, oben von mir beschriebene, brüchige Turm, bei dem sich ein faustgroßer Stein beim Überklettern löste und mir einen großen Schreck einjagte, kann unterhalb im steilen Gras (rechts im Bild) umgangen werden.




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    Bild36: Blick aus dem Oberloch zur Stiege mit dem Holzkreuz und dem einzeln stehenden Baum. Links der erste brüchige Turm, der mich wegen seiner enormen Brüchigkeit am Weiterklettern hinderte. Deutlich ist auch im Vordergrund die botanische "Wildnis" zu erkennen, die einem das Weiterkommen manchmal empfindlich stört.




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    Bild37: Blick aus dem Oberloch zur Wildengruppe.


    Es folgen zum Abschluss drei Bilder einer Pflanze, die ich jedoch bis jetzt nicht bestimmen konnte, die sich mitten auf der Stiege (1792m) neben dem Holzkreuz befand. Vielleicht kann mir da jemand beim Bestimmen helfen
    . :wink:

    Stiege1972m_38paint.jpg


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    Grüße, Christian aus Buchloe


    In eigener Sache: Dies ist vorerst meine letzte Tour in den Allgäuer Alpen gewesen, da ich berufsbedingt nächste Woche nach Ostfriesland umziehen werde. Erst Ende Oktober, Anfang November wird sich voraussichtlich für mich die nächste alpine Unternehmung ergeben. Der Abschied fällt mir nicht leicht, ist aber aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglich. Natürlich werde ich weiterhin meine alpinhistorische Richtung im Forum verfolgen, ich muss jedoch eine Weile in den Allgäuer Alpen "aussetzen". Es gibt ja immer noch eine Menge im Höfatsmassiv zu dokumentieren.
     
  3. Jens

    Jens Registrierter Benutzer

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    AW: Impressionen von der Stiege (1792m)

    Nickendes Leimkraut (Silene nutans)
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Januar 2013
  4. Hoefatssuechtig

    Hoefatssuechtig Registrierter Benutzer

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    AW: Impressionen von der Stiege (1792m)

    Vielen Dank für deine Bestimmung, Jens.:thumb2:

    Ich habe noch ein schönes, altes Foto aus den 1950er Jahren gefunden, genauer gesagt von Kaufmann, Bad Oberdorf, der die Stiege mit der gesamten Ostseite der Höfats vom Gipfel des Großen Wilden aufgenommen hat. Die Aufnahme stammt aus der 1. Auflage des Buches (1957) "Auf Allgäuer Bergen" von Georg Frey.

    Hoefats vom GrWildenpaint.jpg
    Grüße, Christian aus Moormerland
     
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