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Empfohlen Mittelschwerer Klettersteig Klettersteig - Lachenspitze Nordwand sowie auf Steinkarspitze, Rote Spitze und Geierköpfle

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 26. Mai 2014.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Beliebter Eisenweg in unmittelbarer Hüttennähe, welcher das ein oder andere mal etwas kräftigeres Zupacken verlangt. Für Einsteiger wohl eher ungeeignet.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 8 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.450 Hm / 12 km
    [​IMG] Schwierigkeit C (1 kurze Stelle C/D)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Johannes, Niko, Thom

    Das Thema Klettersteige ist vermutlich eines der wohl am heftigst diskutierten Kontroversen im Alpinsport. Oft lässt sich auch über Sinn und Unsinn solcher Steiganlagen streiten, dennoch haben auch diese ihren Fanclub und – treten sie in gemäßigten Zahlen auf – sicher auch ihre Berechtigung in der Bergwelt. Zudem sollten Klettersteige mittlerweile als ein separater Zweig des immer breiter werdenden Mediums Alpinsport angesehen werden, für mich persönlich hat das Ganze wenig mit Bergsteigen oder gar Felsklettern zu tun. Dennoch lässt sich eine gewisse, von den Steiganlagen ausgehende Faszination nicht leugnen, ermöglichen sie doch einem breiteren Publikum den Vorstoß in sonst sicher unerreichbare Wände und Felsfluhen, was ohne Klettersteig nur den erfahrenen Felskletterern vorbehalten wäre. Sei es drum, der Lachspitz-Klettersteig hat sicher seine Daseinsberechtigung und wurde in einer sauberen und spannenden Linie angelegt. Trotz der nur mäßigen Schwierigkeit von C, sollte dieser jedoch gerade von Anfängern nicht unterschätzt werden, erfordert er doch über eine Wandhöhe von gut 250 Metern immer wieder kräftigeres Zupacken am Stahlseil oder im Fels. Dem Geübten wird der Klettersteig hingegen wohl eher etwas leichter vorkommen, als es zunächst beim Zustieg von der Landsberger Hütte hin zum Wandfuß erscheinen mag. Dennoch bleiben Klettersteigset und Helm obligat, auch wenn sich nicht jeder Wiederholungstäter daran halten mag. Nachdem wir den Klettersteig trotz schlechten Wetterbedingungen und drei nicht immer ganz unheiklen Restschneefeldern überwunden haben, würzen wir die Runde mit drei weiteren Gipfelbesteigungen und überschreiten Steinkarspitze, Rote Spitze und Geierköpfle.

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    Startpunkt für diese feine Runde ist der Wanderparkplatz (stolze 6,80 € / Tag) am Vilsalpsee, welcher sich von Tannheim aus in wenigen Minuten per PKW erreichen lässt (Zufahrtszeiten hierzu beachten!). Auf Grund des gewaltigen Felssturzes an der Blässe ist der ostseitige Uferweg gesperrt und so muss der verantwortungsbewusste Wanderer doch einen ziemlichen Umweg bei der Vilsalpsee-Umrundung in Kauf nehmen, um schließlich weiter hinauf zur Landsberger Hütte ansteigen zu können. Halb rechts im Hintergrund thront das eher selten besuchte Kugelhorn.

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    Beim Aufstieg zur Landsberger Hütte ein erster Blick auf das ebenfalls nur selten besuchte Geierköpfle. Leider ziehen zu diesem Zeitpunkt schon dichte Wolken von Südwesten in das Becken des Vilsalpsees, welche uns den ganzen Bergtag begleiten werden.

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    Am halbvollen (halbleeren?) Traualpsee hat man einen ersten Eindruck von der breiten Lachenspitz-Nordwand, durch welche uns später der Klettersteig (Wandmitte) führen wird.

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    Tja, dieses verf... Wetter. Aber gut. Wie immer nicht zu ändern. Zur dichten Wolkenschicht gesellt sich auch noch ein sehr kühler Wind, welcher uns das ein oder andere Mal erschaudern lässt. Hier die Rote Spitze mit ihrem langezogenen und teils ausgesetzten Ostgrat, über welchen wir später absteigen werden.

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    Lachenspitz-Nordwand von der Landsberger Hütte. Der Klettersteig orientiert sich in etwa an der etwas schwingenden Rippe in der Wand Mitte.

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    Der Einsteig in den Klettersteig gehört zu den spannenderen Stellen, zieht steil im Fels nach oben und erfordert ein wenig Armkraft (C). Wer hier bereits Probleme mit Kraft oder Psyche haben sollte, runter zur Hütte und ein gesundes Bier trinken - ist vernünftiger.

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    Es folgen leichtere Passagen in denen stets mindestens eine Hand am Fels geführt werden kann (B).

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    Schöner Steilaufschwung über die Rauhe Wand, ein wirklicher Genussabschnitt (C).

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    Kletterabschnitt Rauhe Wand von oben gesehen, hier darf etwas kräftiger am Seil und/oder am Fels gezogen werden, dennoch bleibt für den geübten Steiger alles im moderaten Bereich.

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    Die meisten etwas anspruchsvolleren Stellen im Steig wurden zusätzlich mit Stahlbügeln entschärft, welche bei Benutzung einem doch einiges an Gewicht von den Armen abnehmen. Wer es etwas pfitziger mag, verzichtet einfach auf die Benutzung der Steigbügel. Hier ein schöner, wenn auch nur kurzer Steilaufschwung mit etwas abdrängendem Charakter zu Beginn der zweiten Häfte des Steiges (C).

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    Nach einer kurzes Gehpassage, bei welcher wir ungesichert über ein kleines Schneefeld steigen müssen, darf die vermutliche Schlüsselstelle des Steiges (C/D) angegangen werden. Der kleine Überhang ist ebenfalls mit ein paar Trittbügeln entschärft und schnell überwunden.


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    Danach bleibt das Gelände überraschend steil (C). Die Steilaufschwünge wechseln sich jedoch immer wieder schnell mit leichterem Gelände ab, so dass auch etwas weniger erfahrene Steiger sich immer wieder Erholungspausen gönnen können.

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    Kameradschaftshilfe beim Queren des zweiten, etwas heikleren Schneefeldes (wieder kurz ungesichert). Anschließend gehts über den letzter Steilaufschwung (C) auf einer Rippe in Richtung Gipfel.

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    Die letzten Steigmeter hinauf zum Kreuz der Lachenspitze. Der Abstieg erfolgt über die Südwesthänge auf markiertem Steig, welcher dennoch etwas Trittsicherheit im Abstieg aufgrund der Geröllauflage verlangt.

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    Beim Abstieg über die SW-Flanke der Lachenspitze mit Blick auf unser nächstes Ziel: die Steinkarspitze. Diese lässt sich über den zu uns zeigenden Grat (I) bzw. knapp links unterhalb leicht und rasch erreichen.

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    Kurze Gipfelrast an der Steinkarspitze.

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    Übergang zwischen Steinkarspitze und Roter Spitze. Die Orientierung ist einfach, markierte Wege führen einen ohne Schwierigkeiten auf den Nachbargipfel.

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    Am Gipfel der Roten Spitze, im Hintergrund die eben überschrittene Steinkarspitze und links davon die Lachenspitze.

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    Wir wählen für den Abstieg von der Roten Spitze die weglose Variante über den teils fein ausgesetzten Ostgrat. Diese Variante ist nur für trittsichere Geher empfehlenswert. Das Gras ist sehr gutmütig gestuft, allerdings muss im unteren Drittel des Grates ein steiler Abbruch südseitig durch sehr steile Grasschrofen abgeklettert werden (II).

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    Der Abstieg über den Ostgrat muss im Sommer bei guten Wetterbedigungen fast als Schmankerl angesehen werden, aber auch heute bringt der teils ausgesetzte Grat Frohsinn in die Unternehmung.

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    Wie hier zu sehen. Hinten rechts unser letztes Ziel für den heutigen Tag: das Geierköpfle.

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    Die südseitige Umgehung durch die steilen Grasschrofen im Überblick (II).

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    Der Grund für unsere Umgehung. Wir steigen später teils auf Pfadspuren hinab zu den Weideböden knapp oberhalb des Traualpsees, von wo aus sich das Geierköpfle am einfachsten besteigen lässt.

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    Auch beim Aufstieg zum Geierköpfle legen wir unsere Route möglichst nah an die Abbruchkante, das bringt ein wenig Abwechslung und Spannung in den sonst sehr eintönigen Aufstieg.

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    Hierbei muss gut gestuftes Gras bis zu einer Steigung von knapp 45° überwunden werden.

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    Knapp unterhalb des recht unscheinbaren und wenig besuchten Gipfels des Geierköpfles.

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    Den Abstieg legen wir über die ONO-Rippe hinab zum Traualpsee, wobei wir die Stauanlagen umgehen. Danach gehts auf bekanntem Wanderweg zurück an den Vilsalpsee. Dem Hungrigen und Durstigen sei noch die Einkehr im Gasthof am Vilsalpsee empfohlen: uns haben zumindest Angebot, Preise und Qualität der Speisen voll überzeugt!
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Juni 2014
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