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Schwere Bergtour Krähe (2.012m), Gabelschrofen (2.010m), Geiselstein (1.884m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 17. Mai 2009.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Einmalige Bergtour über drei völlig unterschiedliche Gipfel in den Ammergauer Alpen. Durch die Einbindung des Gabelschrofens und die Variante in dessen Aufstieg recht anspruchsvolle Tour.

    Tour-Bewertung:


    [​IMG] Gehzeit: ca. 9 Std. (noch viel Schnee !!!)
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 18 km; 1520 Hm
    [​IMG] Schwierigkeit III- (Variante am Gabelschrofen)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Thom, Tobi

    Laudahn die Zweite. Auch diese Tour stammt aus einem der exquisiten Wanderbücher des Altmeisters Günther Laudahn. Allerdings haben wir uns während der Tour dazu entschieden, die eigentlich geplante Route zu verlassen, um so unserer Tour ein wenig mehr Kletter-Pep zu verleihen. Ohne schon weit vorgreifen zu wollen ist uns das absolut gelungen. Wie schon Tobias im vorherigen Bericht "Vom Branderschrofen zum Schönleitenschrofen" angemerkt hat, erwartet man in so einem Gebiet wie den Ammergauer Alpen nicht gerade fordernde und steiglose Kletterberge. Gott sei Dank wurden wir eines Besseren belehrt. Da wir diese Tour schon sehr früh im Jahr beschritten haben, mussten wir uns häufig durch weite Schneefelder kämpfen, welche deutlich mehr Konzentration und Ausdauer verlangen als die normalen Wanderpfade, die man hier im Sommer antrifft. Ohne Schnee ist diese Tour sicher auch deutlich unter 9 Std. Gehzeit zu schaffen. Außerdem gibt sich der Prinzregentensteig (übringens momentan noch gesperrt) zur Blütezeit deutlich attraktiver und unproblematischer, als wenn dieser durch unzählige Schnee- und Firnrinnen zerschnitten ist. Es bleibt noch zu sagen, dass der Gaberlschrofen nur den erfahreneren Bergsteigern als Ausflugsziel dienen sollte, da speziell unsere Variante den 2. Schwierigkeitsbereich verlässt und ich nicht verantwortlich sein möchte, wenn irgendwelche Halbschuhtouristen sich mit dem Heli aus den Felsen fliegen lassen müssen.

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    Wir starten unsere Tour frühmorgens am Hotel Ammerwald, das an der Verbindungsstraße St2060 zwischen Reutte (Österreich) und Ettal (Deutschland) liegt. Parkmöglichkeiten sind zur Zeit etwas rar, da der gewaltige Hotelkomplex weiter ausgebaut wird. Wir stellen unser Auto in einer kleinen Bucht an der Straße ab und müssen uns die ersten paar hundert Meter weglos durch den Wald rechts an der großen Baustelle vorbeikämpfen. Ebenso müssen wir ohne Brücke einen breiten Bach überwinden, um dann auf den Schützensteig zu gelangen der uns über einen geschwungen Waldweg in Richtung Jägerhütte führt.

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    Vom diesem Steig aus kann man einen Blick auf den westlichen Gipfel der Geierköpfe erhaschen, der hoch über dem Ammerwald thront.

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    Wasserfall am Wegesrand. Zur Schneeschmelze natürlich üppiger als im Hochsommer.

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    Nach knapp 50 Minuten erreichen wir schon den Schützensteigsattel, auf dem die kleinen Jägerhütte steht. Im Hintergrund erkennt man den schmalen Gipfelaufbau des Säuling, der aus jeder Himmelsrichtung ein völlig anderes Erscheinungbild aufweist. Kurz vor der Hütte weisen uns Schilder nach rechts in Richtung Roggentalgabel, dem Sattel über dem Köhlebachtal.

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    Blick nach hinten ins Köhlebachtal, an dessen Ende die Tiefe Einkerbung Roggentalgabel genannt wird.

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    Die letzten gut 150 Hm hinauf in den Sattel sind ein reiner Schneeanstieg. Hier kommen die Oberschenkel zum ersten Mal auf eine ordentliche Arbeitstemperatur und auch der Pulsschlag erhöht sich langsam. Alleine in diesem Teilstück muss man bei diesen Verhältnissen 20 Minuten mehr Aufstiegszeit einrechnen als im Sommer. Der Normalweg verläuft hier eingentlich etwas weiter rechts unterhalb der schon teilweise schneefreien Schrofen der Hochblasse. (Trittspuren im Schatten erkennbar)

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    Nochmals der Blick zurück über den wenig attraktiven Schneeanstieg hinab ins Köhlebachtal. Im Sattel angekommen folgen wir dem Weglein in Richtung Nordwesten, ...

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    ... wo wir über einen mittlerweile etwas felsdurchsetzteren Weg direkt ans Fensterl (1.916 m) geleitet werden.

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    In diesem Tourenabschnitt hat meine eine schöne Aussicht auf die großen Zinnen der Tannheimer Berge und auf den Füssener Hausberg, den Säuling.

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    Am Fensterl angekommen genehmingen wir uns erst mal eine kleine Vesperpause, genießen das noch warme Berglüftchen und die Aussicht. Während dieser Pause haben wir uns auch dazu entschieden, die geplante Tour zu verwerfen und weiter auf die Krähe aufzusteigen. Zum einen, weil der Abstieg vom Fensterl ins Gumpenkar von einer geschlossenen und steilen Schneedecke bedeckt war, zum anderen wollten wir uns die Aufstiegsmöglichkeit zum Gabelschrofen bewahren.

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    Blick vom Fensterl auf die von hier aus wenig beeindruckende Hochblasse (1.988 m).

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    Hier habe ich mich kurz noch durchs Fensterl bemüht, um dieses wunderbare Foto von Gumpenkarspitze (links) und Geiselstein (rechts) zu schießen.

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    Kurzer Blick durchs Fensterl.

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    Hier nochmal eine Nahaufnahme der Geiselstein-Nordwände, durch die Extremklettertouren bis in den oberen 9. Schwierigkeitsbereich gehen. Respekt. Wir machen uns nun rasch weiter Richtung Krähe auf, denn das Wetter verschlechtert sich schon jetzt zunehmend.

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    Blick auf den Gipfel der Krähe. Die wilden Südabbrüche sind ein absolut krasser Gegensatz zu diesen hier fotografierten weichen Grasmatten im Norden des Gipfels. Warum noch kein Gipfelkreuz zu sehen ist wird im nächsten Bild deutlich.

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    Auf dem Gipfel der Krähe (2.012 m), unserem Höchsten Punkt der heutigen Tour. Das Gipfelkreuz ist wohl der Witterung zum Opfer gefallen. Naja, liegen ist eh bequemer als den ganzen Tag nur stehen.

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    Von der Krähe wird zum ersten Mal der Blick hinüber zum Gabelschrofen frei. Vom Sattel hinauf zum Gipfel sind es nur 90 Meter. Aber die sind nicht ganz ohne.

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    Zuerst müssen wir jedoch vom Gipfel der Krähe hinab in den 1.920 m hochgelegenen Gabelschrofensattel absteigen bzw. aufgrund eines Schneefeldes abklettern. Leider waren hier keine vernünftigen Fotos möglich, da ich mich auf die Kletterei konzentrieren musste, die hier schon teilweise im 2. Schwierigkeitsbereich liegt.

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    Blick aus der langsam flacher werdenden Abstiegsrinne hinüber zum Gabelschrofensattel. Man sollte in so einem Eis/Matsch/Felsen-Abschnitt äußerst konzentriert sein, da hier auch die besten Bergschuhsohlen nicht mehr sauber ihren Dienst leisten. Die Schwierigkeit im unteren Teil der Rinne ist maximal (I).

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    Nochmals der letzte Teil der Rinne im Rückblick.

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    Kurz über dem Sattel mit Blick auf den Gabelschrofen. Die gelb eingezeichnete Route ist die von uns begangene, die rot eingezeichnete Route ist der "Normalanstieg" (II) laut AVF. Wie schon vorhin erwähnt ist hier für Wanderer und Bergsteiger Schluss, die nicht den oberen 2. Schwierigkeitsgrad perfekt beherrschen. Unsere Variante legt sogar noch an Schwierigkeit zu. Bei exaktem Nachstieg muss eine ausgesetzte, fast senkrechte aufgestellte und so gut wie grifflose Platte (III-) überstiegen werden.

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    Nochmals ein prüfender Blick von Tobias bevor wir einsteigen.

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    Blick zurück auf den Sattel. Bis hierher halten sich die Schwierigkeiten gut in Grenzen. Der weitere Aufstieg wird deutlich steiler.

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    Eine kleine Felsrinne führt an den ersten Metern der glatten Platte vorbei hinauf auf einen kleinen Sims.

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    Nochmals der Blick zurück.

    Nach Überwindung der kleinen fast senkrechten Felsrinne (I+) geht es nun ans Eingemachte. Die ausgesetzte, steile und griffarme Platte muss überstiegen werden (III-). Leider haben wir während des Aufstieges keine Fotos gemacht und ich habe hier jetzt einfach mal zwei Fotos aus dem Abstieg eingefügt, um ein wenig die Bilder für sich sprechen zu lassen. Es ist hier gut zu sehen, dass sich Tobi mit seiner linken Hand nur gegen den Felsen stützt. Ein Griff ist in diesem Bereich der Platte nicht auffindbar. Deshalb ist hier absolute Vorsicht geboten.

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    Zum oberen Ende der Platte hin werden die Griffe wieder etwas zahlreicher, bleiben jedoch recht fein in ihrer Struktur. Auch der Übergang von der Platte zum angrenzenden steilen Schrofengelände ist mit äußerster Vorsicht zu genießen. In diesem Bereich ist wie auch am restlichen Gipfelaufbau (außer die gerade überstiegene Platte) alles lose was irgendwie lose sein kann. Nach einigen Metern Kraxelei kommen wir nun zu dem Punkt, an dem die im AVF erwähnte Rinne oder besser der Kamin nach oben zieht.

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    Zwischen unterer Rinne und oberem Kletterkamin, doch zuerst muss auf einem kleinen Grasband ein paar Meter nach links gequert werden und über ein brüchiges und sehr steiles Schrofenstück aufgestiegen werden (II).

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    Im Anfangsteil des Schlusskamins. Die eigentlich unproblematischste Partie im Aufstieg hinauf zum Gabelschrofen. Der Schwierigkeitsgrad in der Rinne schwankt konstant zwischen (I+) und (II). Nur der letzte Auschwung hat es wieder ein wenig mehr in sich. Ausserdem ist hier ein Helm absolut ratsam, da in diesem brüchigen Fels sich der nachsteigende Kletterer mit zahlreichen Steinschlägen auseinandersetzen muss. Leider wird wieder einmal die Steilheit des Kamins auf dem Foto nicht wirklich sichtbar.

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    Kurz vor dem Gipfel spaltet sich der Kamin in zwei kleinere. Wir wählen die rechte Variante. Der 5-6 Meter Absatz ist mit (II+) zu bewerten. Wer es ne Spur härter möchte, kann sich hier auch für die linke Variante entscheiden. Hier ist jedoch ein kleiner Überhang aufzuklettern (III oder sogar mehr). Ich hätte es auf jeden Fall versucht, aber just in diesem Moment hat es das erste Mal an diesem Tag stärker zu Tröpfeln begonnen und ich wollte kein unnötiges Risiko eingehen.

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    Am Gipfelkreuz des Gabelschrofen. Anhand der Einträge im Gipfelbuch kann man festellen, dass nicht allzu viele Bergsteiger sich über ein Jahr verteilt auf diesen Gipfel "verirren". Leider bleibt auf Grund der zunehmend schlechteren Witterungsbedingungen keine Zeit für eine kleine Rast und wir machen uns sofort wieder an den Abstieg der exakt unserer Aufstiegstour entspricht und keines Falls leichter wird.

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    Wieder der oberste Teil des Kamins im Abstieg. Dies hier ist kein Poser-Foto, der Abstieg erfolgt tatsächlich im Spreizschritt, da der mittlerweile feuchte Fels nicht mehr die Griffigkeit wie im Aufstieg besitzt.

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    Am unteren Ende des oberen Kamins. Ich persönlich finde, dass dieses Foto richtig gut die Steilheit des Aufstieges rüberbringt. Der leichte Regen und das teils bröslige Gestein halten auch im Abstieg unseren Adrenalinspiegel konstant hoch.

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    Im Ausstieg des oberen Kamins. Danach geht es über die steilen Schrofen weiter nach unten und wieder links hinüber zu unserer Platte.

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    Der Übergang vom Schrofenteil in den oberen Bereich der Platte ist im Abstieg nicht ganz ungefährlich, dank einiger guter Griffmöglichkeiten jedoch nicht ganz so heikel wie zuerst befürchtet.

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    Topo der Platte. Im rechten Bereich ein gutes Stück über dem unteren Grasbüschel ist eine dunkel Felsstelle erkennbar. Dies stellt die einzige Griffmöglichkeit in diesem Teilstück dar, und die ist wirklich spärlich. An diesem Grifflein lässt man sich zum unten in der Bildmitte sichtbaren kleinen Grassims hinab. Von diesem geht es dann in den kleinen Kamin unterhalb der Platte und über Schrofengelände zurück auf den Gabelschrofensattel.

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    Vom Sattel ziehen wir in hoher Geschwindigkeit hinab ins Gumpenkar. Die geschlossenen Schneedecke machts möglich. Der Blick geht gerade in Richtung Krähenwand, von der ich - warum auch immer - kein Foto gemacht habe. Diese sieht mir ihren dunklen und durchnässten Nordwänden wirklich sehr beeindruckend aus und die Wände beheerbergen sogar eine begehbare Höhle. Doch uns fehlte die Zeit für einen kleinen Ausflug. Vielleicht beim nächsten Mal.

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    Blick vom Gumpenkar hinauf zum Gabelschrofen (links) und dem etwas niedrigeren Gabelschröfle (rechts) auf welches ebenfalls eine anspruchvolle IIIer Kletterei über den NO-Grat führt.

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    Vom Gumpenkar aus kann man die Kenzentürme erkennen, die im Prinzip nichts anderes als ein weit nach unten gezogener Felsgrat vom Kenzenkopf sind. Vom Geiselstein betten sich diese so in den übringen Felsengrat ein, dass sie nicht mehr auszumachen sind. Erstaunlich.

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    Hier erkennt man den Normalanstieg zur Gumpenkarspitze. Da wir uns zuvor aber für die Besteigung des Gabelschrofens entschieden haben, wird unser Zeitplan zu knapp, um auch noch diesen wirklich schönen Gipfel mitzunehmen. So machen wir uns schnell weiter in Richtung Geiselsteinsattel auf.

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    Schneequerung hinüber zum Geiselsteinsattel. Die Schneefelder setzen ordentlich der Oberschenkelmuskulatur zu, da man bei wirklich jedem Schritt einen guten halben Meter in die Schneedecke einbricht. Im Hintergrund ist der NO-Grat der Gumpenkarspitze mit seinen vielen kleinen Türmchen zu erkennen.

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    Kurz unterhalb des Geiselsteinsattels.

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    Vom Sattel aus zeigt sich der Geiselstein von einer seiner abweisensten Seiten. Der Normalanstieg ist für gute Bergsteiger absolut problemlos.

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    Am Einsteig zum Geiselstein. Wir folgen dem Wegweiser mit der Aufschrift "Normalweg". Die Markierung "SW" mit Pfeil verweist auf den Südwestgrat, eine gebohrte Klettertour, die sich im III. Schwierigkeitsbereich bewegt.

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    Nach einer eher unspektakulären Querung unter der SW-Wand des Geiselsteins hindurch, kommen wir endlich an den eigentlichen Klettereinstieg. Der Anstieg erfolgt über die hier halb links erkennbare, gut griffige Felsrippe. Die Schwierigkeit ist bis auf die Schlüsselstelle nie schwerer wie (I+).

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    Blick nach unten. Leider ziehen genau jetzt dicke Wolken in den Berg und wir müssen uns sputen.

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    Blick von unten auf die Schlüsselstelle am Geiselstein. Eine griffarme Platte, die mit zwei mächtigen Stahlbolzen entschärft wurde (II). Eigentlich schade, die Bolzen wären meiner Meinung nach nicht notwendig gewesen, da diese Stelle auch durch die zugegeben etwas brüchige Rinne rechts umgangen werden kann. Somit wäre diese Stelle vermutlich im III. Schwierigkeitsgrad zu durchsteigen gewesen und hätte etwas mehr Pep gehabt.

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    Kurzzeitig wurden die Wolken so dicht, das wir kaum noch die Hand vor Augen erkennen konnte, und so musste ich auf weitere Fotos im Anstieg verzichten. Hier der Gipfel des Geiselsteins. Von allen Seiten kommen hier die gebohrten Kletterrouten herauf. So einsam wie wir zwei an diesem Tag waren, wird es hier oben wohl nur selten sein. Auf eine Pause wird verzichtet und wir machen uns sofort wieder an den Abstieg.

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    Kletterstelle kurz unterhalb des Gipfels (I+). Im Abstieg ist hier Vorsicht geboten.

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    Nochmals die Schlüsselstelle von oben, leider wirkt diese sowohl auf dem Foto als auch bei der Begehung eher unspektakulär. Für den ein oder anderen Wanderer von der Schwierigkeit her aber sicher schon im Grenzbereich.

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    Die Einser-Kletterei bereitet auch im Absteige keine Probleme. Der Fels ist hervorragend griffig und meist zuverlässig.

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    Wieder am Geiselsteinsattel angekommen stärken wir uns erst einmal ausgiebig um nochmal Kraft für den langen Heimweg über den Prinzregentensteig und Niederstraußenbergsattel zu tanken. Auf diesem Bild befinden wir uns gerade im Abstieg vom Sattel zum Prinzregentensteig. Aufgrund der geschlossenen Schneedecke ist die Wegfindung teilweise doch recht beschwerlich.

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    Kurz oberhalb des Einstieges zum Prinzregentensteig. Von hier wirkt der Geiselstein recht bedrohlich und aggressiv. Fast wie ein versteinerter Schädel eines prähistorischen Raubtieres (mit Augenhöhle :wink: ).

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    Durch diese Bergflanke zieht sich der Prinzregentensteig in leichtem Auf und Ab. Zu dieser Jahreszeit ist der Steig eigentlich noch gesperrt, da eine Vielzahl von steilen und nicht ungefährlichen Schneefeldern überstiegen werden muss.

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    Vom Steig aus nochmals ein gigantischen Blick auf den Geiselstein. Zu diesem Zeitpunkt ist uns schon klar, dass wir nicht mehr trockenen Fußes zurück ans Auto kommen werden. Schnell ziehen gewaltige Wolkentürme in die einzelnen Täler hinein und von weitem ist schon das erste Donnergrollen zu vernehmen. Na toll.

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    Rückblick auf den ersten Abschnitt des Steiges. Die Steigspur ist gut zu erkennen. Die teilweise angebrachten Stahlseilsicherungen haben aber allerdings ihre besten Tage hinter sich und sind keine verlässlichen Helfer mehr.

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    Rückblick auf den zweiten Abschnitt des Steiges, der später westlich des Gabelschrofens noch ein kleines Kar durchzieht und wieder auf den Normalweg zwischen Gabelschrofensattel und Niederstraußenbergsattel trifft. Dieses Kar ist natürlich auch komplett von Schnee verfüllt und es beginnt ordentlich zu schütten. Hinzu kommen ein paar recht ordentliche Blitze und lauter Donnerschlag. Dies ist nochmals Ansporn genug die Beine in die Hand zu nehmen und in für diese Verhältnisse wirklich hohem Tempo bergab zu stürmen. Im Köhlebachtal treffen wir dann schließlich wieder auf unseren Aufstiegsweg von heute Morgen und folgen diesem rasch hinab ins Ammertal. Aber selbst die wirdigen Wetterbedingung zum Ende unserer Tour können den wirklich einmaligen Bergtag nicht mehr trüben. Im Sommer eine wirklich empfehlenswerte Tour für den individualistischen und erfahrenen Bergsteiger.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. April 2014
  2. Jens

    Jens Registrierter Benutzer

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    AW: Krähe (2.012m), Gabelschrofen (2.010m), Geiselstein (1.884m)

    Sehr eindrückliche Tourenbeschreibung. :thumb2:

    Hab gestern den Gabelschrofen über die Nordrinne gemacht und im Anschluss noch das Gabelschröfle.
    Den Bericht dazu gibts unter diesem LINK.

    Grüße, Jens
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Januar 2014