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Mittelschwere Bergtour Lochgehrenspitze (1.995m), Sulzspitze (2.084m), Vogelhörnle (1.882m), Neunerköpfle (1.862m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 27. Mai 2012.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Wenig bekannte Rundtour mit spannenden Stellen am Übergang zwischen Lochgehrenspitze und Sulzspitze sowie am Südgrat der Sulzspitze.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 6 Stunden.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1300 Hm / ca. 15 km
    [​IMG] Schwierigkeit I+ / T4 (kurzzeitig T5)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Tobias, Johannes, Thom, Florian

    Die Lochgehrenspitze stößt bei vielen Wanderern und Bergsteigern meist auf nur wenig Interesse. Selbst im Alpenvereinsführer "Allgäuer Alpen" wird dieser Gipfel nur in Verbindung mit der Sulzspitze respektive mit der Besteigung ihres Nordgrates, auf welchem sich die Lochgehrenspitze befindet, erwähnt. Eine Überschreitung dieses wenig beachteten Gipfels ist allerdings durchaus lohnend. Während des Aufstieges über den Nordkamm ist man zumeist einsam unterwegs, der Übergang zwischen Lochgehrenspitze und Sulzspitze erfordert einen sicheren Tritt, Schwindelfreiheit sowie etwas Steilgraserfahrung auf dem teilweise ausgesetzten und schrofendurchsetzten Grasgrat. Ebenso bringt die Abstiegsvariante am Südgrat der Sulzspitze deutlich mehr Pep in die Unternehmung (Klettereien bis II). Der Rückweg über das Vogelhörnle und Neunerköpfle bietet schöne Ausblicke auf Leilachspitze, Litnisschrofen und die "Drei Zinnen" des Tannheimer Tals. Einzig und allein die von der Liftstation des Neunerköpfles uns entgegenströmenden Menschenmassen trüben etwas das ansonsten schöne Bergerlebnis. Wir empfehlen deshalb eine Besteigung unter der Woche und außerhalb der Urlaubszeiten! Ausgangspunkt für diese Rundtour ist Tannheim-Schmieden, genauer gesagt der Wanderparkplatz ganz in der Nähe des Materiallifts der Usseralpe.

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    Vom Parkplatz aus folgen wir zunächst auf einer kleinen Teerstraße den Wegweisern Richtung Usseralpe. Diese geht später in einen Feldweg und schließlich in einen schönen, markierten Steig hinauf zur besagten Alpe über.

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    Wir folgen dem markierten Weg hinauf in Richtung Usseralpe bis dieser parallel zum Usseralpbach verläuft und steigen dann nach rechts über die hier sichtbare und baumfreie Grasrampe zur Kammhöhe an.

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    Nachdem wir die Stahlseile des Lastenliftes der Usseralpe passiert haben, steilt sich das Gelände nochmals ordentlich auf. Trittsicherheit ist in den bis zu 45 Grad steilen Grasflanke wichtig - aber es macht auch mächtig Spaß. Hinten sind Schönkahler und Einstein zu sehen.

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    Vor uns liegt nun der Lochgehrenkopf - kein eigentlicher Gipfel. Über nur mäßig steiles Gras geht es einfach auf dessen höchsten Punkt. Hinten ist schon die Lochgehrenspitze und die Nordabbrüche der Sulzspitze zu sehen.

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    Blick vom Lochgehrenkopf hinüber zur Lochgehrenspitze, sogar das Gipfelkreuz der Sulzspitze ist schon zu erkennen. Der Gratübergang zwischen den beiden Gipfeln ist zwar nur kurz und für den erfahrenen Steiger nicht sonderlich schwer, aber durchaus lohnend!

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    Auch vom 1.790 Meter hohen Lochgehrenkopf genießt man schon eine herrliche Aussicht auf die Bergumrandung des Vilsalpsee - Blässe, Rote Spitze, Käbelespitze, Kirchdach, Knappenkopf, Kugelhorn und Rauhhorn.

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    Kurze Rast am Lochgehrenkopf, hinten halb links die Ronenspitze und der Ponten.

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    Beim Aufstieg zur Lochgehrenspitze der Rückblick auf den wenig ausgeprägten Lochgehrenkopf.

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    Herrlicher Ausblick auf Gaishorn und Rauhhorn, unten im Tal der Vilsalpsee.

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    Der weglose, grasige Anstieg hinauf zum Gipfel der Lochgehrenspitze ist nicht sonderlich steil oder schwer, auch die Orientierung ist leicht. Man kann ebenfalls stets ganz rechts an der Abbruchkante nach oben wandern und erhält so beeindruckende Tiefblicke in die zerborstene Westflanke der Lochgehrenspitze.

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    Blick vom Gipfel der Lochgehrenspitze auf den soeben bewältigten Aufstiegshang und den Lochgehrenkopf im Hintergrund. Die zwei "Oldies" der Truppe trotten wie immer ein bisschen hinterher - allerdings sollte das Bergsteigen ja auch kein sportlicher Wettkampf, sondern purer Genuss sein ...

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    Blick auf den Gipfel und die heftig zerborstene Westflanke der Lochgehrenspitze.

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    Vom Gipfel der Lochgehrenspitze erhält man einen ersten instruktiven Blick bezüglich des Gratüberganges hinüber zur Sulzspitze. Bis auf eine kurze, extrem brüchige Grasschrofenstufe orientieren wir uns immer stets an der Grathöhe.

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    Klein aber fein - der formschöne Gipfel der Lochgehrenspitze (1.995m).

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    Der Gratübergang ist teilweise luftig, bereitet dem geübten Geher aber keine nennenswerten Schwierigkeiten. Nur selten ist der Einsatz der Hände gefragt, wäre da nicht...

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    ... der letzte kecke Grataufschwung, der hier auf diesem Bild gut zur Geltung kommt. Nach sorgfältiger Prüfung müssen wir feststellen, dass uns die weichen und nur wenig im mergeligen Fels verwachsenen Grastritte unser Gewicht nicht halten können. Daher weichen wir einige Meter nach links aus, um dann ebenfalls sehr steil und würzig durch die Grasschrofen aufzusteigen.

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    Die eben erwähnte Passage von oben fotografiert.

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    Blick aus der kurzen aber sehr steilen Gratumgehung hinüber zur Lochgehrenspitze. Der kurze Hang steilt sich bis knapp über 65 Grad auf und erfordert festes Zupacken im noch dürren Gras.

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    Die Felsabbrüche der Sulzspitze müssen "leider" rechts (westseitig) auf Steigspuren umgangen werden. Zumindest konnten wir keine Durchstiegsmöglichkeit in den brösligen und teils überhängenden Felsen ausmachen.

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    Nochmal ein Blick von der Nordschulter der Sulzspitze hinab auf den Verbindungsgrat zur Lochgehrenspitze.

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    Die letzten Meter zum Gipfel der Sulzspitze sind wieder sehr einfach. Links hinter der Sulzspitze zeigt sich die mächtige Leilachspitze - der höchste Gipfel der gesamten Vilsalpseegruppe.

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    Kurze Rast am Gipfel der Sulzspitze, bevor wir über den Südgrat (I-II) hinabsteigen. Alternativ kann natürlich auch über den einfachen Normalweg abgestiegen werden. Ziel ist jeweils der Verbindungsweg zwischen Gappenfeldhütte und Neunerköpfle.

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    Abstieg am Südgrat der Sulzspitze. Diese Variante erfordert allerdings Erfahrung in steilen Schrofen- und Grashängen, die besonders zur frühen Jahreszeit perfekte Trittsicherheit voraussetzen. Unten ist schon der breite Verbindungsweg zu erkennen, zu welchem wir direkt absteigen werden.

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    Der Knapp 6 Meter hohe Kamin am Südgrat der Sulzspitze erfordert beim Abstieg etwas mehr Geschick und Beweglichkeit wie im Aufstieg. Eine schöne, überwiegend feste Kletterei im II. Schwierigkeitsgrad.

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    Abstiegsflanke zwischen Südgrat und Verbindungsweg im Überblick - es sieht leichter aus als es in Wirklichkeit ist.

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    Nochmals der Blick vom Verbindungsweg auf die steile SO-Flanke der Sulzspitze. Direkt in der Bildmitte kann man sogar das Gipfelkreuz erkennen.

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    Nach dem weglosen Abstieg über den Südgrat gelangen wir auf den vorhin bereits angesprochenen Verbindungsweg zwischen Gappenfeldhütte und Neunerköpfle. Von hier aus gelangen wir zügig und ohne Umschweife auf einfachen Wegen hinüber zum kleinen Gipfel des Vogelhörnles. Hier der Blick auf den Litnisschrofen und seine mächtigen NW-Abbrüche.

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    Auf dem Verbindungsweg hinüber zu Vogelhörnle und Neunerköpfle.

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    Blick vom Gipfel des Vogelhörnles hinüber zum 5 Gehminuten entfernten und stets hart überlaufenen Gipfel des Neunerköpfles. Dahinter der ebenfalls sehr beliebte Einstein.

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    Kurz unterhalb des Neunerköpfle-Gipfels hat man einen wunderbaren Ausblick auf die "Drei Zinnen" des Tannheimer Tals und den darunter liegenden Haldensee.

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    Im Abstieg vom Neunerköpfle zur Usseralpe wählen wir die direkte, weglose Variante in einer kleinen Bachrunse.

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    Blick von der Usseralpe hinauf zum Neunerköpfle. Danach geht es auf gut markierten Wegen recht zügig und kurzweilig zurück zu unserem Parkplatz.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. März 2014
  2. sven86

    sven86 Registrierter Benutzer

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    AW: Lochgehrenspitze (1.995m), Sulzspitze (2.084m), Vogelhörnle (1.882m), Neunerköpfle (1.862m)

    Vielen Dank für diesen tollen Bericht!

    Schaut mir schon punktuell etwas heikel aus, auch wenn das Gras inzwischen ja gut raus sein müsste.
    Da bietet sich dann auch die Kombination mit dem Litnisschrofen (W-Grat) an.

    Beste Grüße, Sven
     
  3. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    AW: Lochgehrenspitze (1.995m), Sulzspitze (2.084m), Vogelhörnle (1.882m), Neunerköpfle (1.862m)

    Servus Sven,

    Dankeschön. Eine Tourenerweiterung hinüber zum Litnisschrofen über dessen W-Grat bietet sich natürlich mehr als an! Bei unserer Begehung sprachen allerdings zwei Punkte dagegen: zum Einen die körperliche Fitness, die an diesem Tage aufgrund der recht kurzen Nacht beim ein oder anderen nicht die beste war :wink:. Zum Anderen haben wir den Litnisschrofen schon in einer anderen Toure "verplant".

    Grüße
    Thom
     
  4. AW: Lochgehrenspitze (1.995m), Sulzspitze (2.084m), Vogelhörnle (1.882m), Neunerköpfle (1.862m)

    Spitze Tour, klasse Ausblicke. Danke für diesen spitzen Bericht.
    Hab die Tour am Freitag gemacht, während des Almabtriebes in Tannheim.
    Hatte dadurch die Sulzspitze für mich allein!!
    Bin über die Gappenfeldalpe abgestiegen. Leider war der Weg
    von Kühen infolge des Almabtriebs etwas zertrampelt.
    Musste dann "Grasinselhüpfen" =).
    Weiß jemand wie oft die Tour begangen wird?
    Hatte teilweise Begehungsspuren gesehen.

    Grüße Markus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Dezember 2012
  5. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    AW: Lochgehrenspitze (1.995m), Sulzspitze (2.084m), Vogelhörnle (1.882m), Neunerköpfle (1.862m)

    Hallo Markus,

    ich würde auf ca. 20-25 Begehungen pro Jahr tippen, könnten aber auch ein paar weniger sein!
    Aber schön ist die Tour auf alle Fälle, dass kann ich mit Sicherheit sagen :wink:+

    Viele Grüße
    Thom