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Leichte Bergtour Rauhorn-Überschreitung (2.240 m) und Schrecksee von Hinterstein

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Tobias, 7. November 2008.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Rundtour mit bereits anspruchsvollerem Gipfel und einem der schönsten Bergseen der Allgäuer Alpen.

    [​IMG] Gehzeit: ca. 6,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] Strecke: 10-15 km /ca. 1.400 Hm
    [​IMG] Schwierigkeit I+ (II+ "auf Wunsch")
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Tobi, Surg


    Gesucht: Eine Tour etwas abseits vom ganz großen Trubel im Vilsalpgebiet, die aber selbstverständlich spannend und fordernd sein soll - man will ja keine Abstriche machen -, und zudem auch nicht den ganzen Tag "verschlingt". Eine Tour, die man eben auch mal an einem Vor- oder Nachmittag ziehen kann.
    Gefunden: Das im Vergleich mit seiner etwas prominenteren Nachbarin, der viel bestiegenen ... ähm ... Felspyramide des Geißhorns, bloß um sieben Meter niedrigere Rauhorn kann nicht nur mithalten, nein, sondern sogar noch punkten, und zwar mit allem, was man - auch als verwöhnter Steiger - von einem top Bergtag so erwartet: Saftige Wiesen, längere Felsanteile, unter anderem mit einer nicht zu verachtenden Kletterstelle (versichert), und Wasser: hier in Form von Vilsalp- und Schrecksee. Abwechslungsreiches Gelände eben. Worauf also noch warten?

    Route: Hinterstein - Willersalpe - Rauhorn - Schrecksee - E-Werk - Hinterstein

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    Rechte Bildhälfte: Links das Geißhorn, rechts das Rauhorn, welches das Gipfelziel unser heutigen Rundtour darstellt. Hier vom Breitenberg aus gesehen (vgl. Hohe Gänge-Rundtour).

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    Hier ein Überblick vom ersten Teil der Tour; Gelb: Anstieg mit Willersalpe (blau); Grün: Rückmarsch aus dem Ostrachtal (ab E-Werk).

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    Und vom Vilsalpsee die andere Seite.

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    Start in Hinterstein am letzten Parkplatz.

    Von hier steigen wir auf steinigem Pfad zügig zur Willersalpe (1456m) hinauf, wo - noch ganz Old School - zwei Haflinger die Alm und deren Besucher mit Nachschub an Proviant versorgen.
    Ab hier nach rechts, sanft ansteigend über üppiges Grün. Etwas steilere Serpentinen leiten nach kurzer Weile zur Vorderen Schafwanne empor, nach links böte sich die unschwierige Mitnahme des Geißhorns an (oder direkt an der Alpe geradeaus, dann können beide Gipfel am Stück überschritten werden), nach rechts geht es auf teils bröseligem Pfad durch den zerklüfteten Hauptdolomit dem Rauhorngipfel entgegen, welcher sich mit einem kaminartigen Absatz einer allzu leichten Ersteigung zu erwehren versucht. Ein Stahlseil ermöglicht aber einen einigermaßen massentauglichen Besuch, allerdings erfordert dieser einiges an Trittsicherheit im z.T. bröseligen Absturzgelände! Wer die Finger vom Seil lässt, wird mit einer netten, teils abgewetzten II+ belohnt.

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    Kurz vor der Alpe.

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    Der zerklüftete Rauhorngipfel.

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    "Crux".

    Ein dunkler Fleck, fast auf halber Höhe des linken Grates hinauf zum Kreuz, bezeichnet die Schlüsselstelle.

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    Kurz vor der Stelle.

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    Krafteinsatz.

    Hier beginnt die kurze, aber nette Kletterei, die durch ein Stahlseil entschärft wurde. Wer die Pfoten von diesem weglässt, der wird mit ner leicht abgespeckten II+ belohnt.

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    Der letzte Zug.

    Viel begangen, dennoch griffig. Wie so oft macht erst das Seil den Gipfel (von dieser Seite) einem größeren Publikum zugänglich.

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    Fertig.

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    Ein Teil des Schrecksees, ...

    ... vom Gipfel aus ist er bereits zu sehen. Der Abstieg hinab Richtung Schrecksee kann nochmals mit einer kurzen Steilstufe aufwarten (I-II), bevor sich der raue Weg in saftigen Wiesen verliert und zu einem der besonders schönen Allgäuer Bergseen - dem Schrecksee, 1802m, - in herrlicher Kulisse hinabführt. Vom See ziemlich geradeaus unspektakulär runter ins besonders schöne Ostrachtal zum E-Werk, dann noch kurzer Hatsch auf Teer und breiten Schotterwegen zurück zum Parkplatz.

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    Hinterstein und der Beginn des Ostrachtals.

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    Düster.

    Der Ab- bzw. der Aufstiegsweg des Geißhorns, hier recht dunkel und abenteuerlich anmutend. Im Hintergrund der Aggenstein.

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    Dunstige Fernblicke.

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    Allgäuer Berge.

    Etwa mittig: Schneck, Teile des Laufbacherecks und natürlich Giebel, Bärgächtle sowie Salober.

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    Blick in ein brüchiges Hauptdolomit-Couloir.

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    Beliebt & bekannt.

    Der malerisch gelegene Schrecksee mit Insel - für viele der schönste Allgäuer Bergsee. Die Gipfel ringsherum lassen sich überschreiten. Zum Glück hat es genau zum richtigen Zeitpunkt wieder aufgeklart, sodass dieses farbintensive Foto entstehen konnte.

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    Am Ufer.

    Der Weg zum Inselchen ist schwimmenderweise bei eiskaltem Wasser nicht zu unterschätzen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juni 2015
  2. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Gestern (13.06.2015) gings gemeinsam mit Thom, Jo, Caro, Andy und Diana von Hinterstein übers Rauhorn, um im Anschluss als kurze Zugabe noch das Kugelhorn sowie die Knappenköpfe dranzuhängen (ca. 150-200Hm mehr). Besonders der Abstieg zum Schrecksee über die eher wenig begangenen Knappenköpfe im mittelsteilen, kurzzeitig jedoch sehr ausgesetzten Gras darf als absolut lohnend bezeichet werden! Ebenfalls anzuraten: Eine wie bestellt sonneverwöhnte Einkehr zurück im Tal ...

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    Der kurze Gipfelaufbau des Rauhorns Hat zwei markante, einfache Kletterstellen zu bieten: ...

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    ... eine "leichte II" ... und ...

    [​IMG]

    ...

    [​IMG]

    ... eine "schwere II". Scheint jedenfalls nicht übel zu sein.

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    Gipfel Rauhorn.

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    Abstieg Südgrat.

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    Kugelhorn.

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    In der Scharte vor dem Kugelhorn. Rauhorn mit Südgrat um Hintergrund.

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    Anstieg zum Kugelhorn.

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    Am Gipfel.

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    Ein heute leider nur für Augenblicke erleuchteter Schrecksee.

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    Übergang Knappenköpfe.

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    Gipfelschneide Knappenköpfe.

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    Abstieg zum Schrecksee: ...

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    ...

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    Zuletzt bearbeitet: 14. Juni 2015
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  3. Alpenindianer

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  4. Alpenindianer

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    Habe die Tour im Juli 2014 gemacht und kann sie nur empfehlen. Und immer aufrecht bleiben und nie überheblich
    werden. Wer gerne läuft der spart sich den Weg für den Bus ab E-Werk und kann für das Geld einkehren. Und wie immer
    bei Euch alles top beschrieben.
     
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  5. Alpenindianer

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    Habe heute mit dem Rad von SF aus die Tour nochmal gemacht und nach dem Knappenkopf noch einen Gipfel mitgenommen.
    Über mäßig steiles Gras auf den Kirchdachsattel und dann auf das Kirchdach mit direktem Blick hinüber zum Kastenkopf.
    Aufgrund der wochenlangen Hitzewelle lässt sogar der Schrecksee zu sich schwimmend abzukühlen.
     
  6. Kieselwiesel

    Kieselwiesel Registrierter Benutzer

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    Schöne Tour. Aber kann man ausgesetzte IIer unter "leichte Bergtour" führen?
     
  7. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Hallo Kieselwiesel,

    zugegeben - "Leichte Bergtouren" können auf den ersten Blick leichtes Stirnrunzeln auslösen. Ich versuchs mal zu erklären. Ganz wichtig ist hierbei, unsere internen Bewertungsstufen zu beachten: Wandertour, Leichte Bergtour, Mittelschwere Bergtour, Schwere Bergtour. Für das aktuelle Beispiel von besonderer Bedeutung ist der Übergang Wander-/Bergtour. Wandertouren umfassen die einfachsten hier vorgestellten Touren (technische Aspekte, Risikomanegement etc.), sind also in der Regel Gelegenheitswanderern anzubieten. Leichte Bergtouren hingegen umfassen schon den einfachsten Bereich des Bergsteigens, was bereits solide Grunderfahrung/-kenntnisse sowie -fähigkeiten voraussetzt. Am Rauhorn trifft das in ziemlich idealer Weise zu: Noch durchwegs markierte, gut erkennbare Pfade, garniert mit kleinen Kraxelstellen bis II (die ausgesetzte sogar versichert!), jedoch ohne unangenehme oder gar heikle Passage. Nimmt man sich nun den Vergleich mit hier vorgestellten mittelschweren oder gar schweren Bergtouren vor, wird man jeweils (hoffentlich) markante Unterschiede/fortgeschrittene Anforderungen feststellen ...

    Anbei: Die Tour übers Rauhorn war eine der ersten, die wir im Forum veröffentlicht haben. Ich hatte sie damals als mittelschwere Bergtour vorgestellt. Weder verbesserte bergsteigerische Fähigkeiten noch eine nachlässige (oft gefährliche!) Abwertung haben zur "Degradierung" zur Leichten Bergtour geführt; es handelt sich um eine schlichte Anpassung an den mittlerweile vorhandenen ziemlich umfangreichen Kanon. Das Rauhorn als mittelschwere Bergtour anzubieten hieße, einem Begeher den Sprung zu einer schweren Bergtour nahezulegen ... - das wäre nachlässig!

    Es grüßen Tobias & FT-Team
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. August 2015
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