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Leichter Klettersteig Salewa-Klettersteig auf den Iseler (1.876m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Tobias, 30. Mai 2009.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Schattiger Anfängersteig auf einen vielbesuchten Aussichstgipfel - eine Spritztour an ruhigeren Tagen.

    [​IMG] Gehzeit: ca. 3 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] Strecke ca. 650Hm
    [​IMG] Schwierigkeit KS: C (eine Stelle, sonst deutlich leichter)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Tobi


    Der Iseler, das heutige Gipfelziel, ist zwar in der Hochsaison derb überlaufen, bietet andererseits allerdings eine großartig-umfassende Aussicht; das eine führt eben zum anderen. Der 2008 eingeweihte kleine Klettersteig durch die schattige Nordwand hat die Situation logischerweise nicht verbessert, dieses Jahr (2009) ist sogar eine Verlängerung geplant - und eben hier liegt die Crux: Das Gelände präsentiert sich nicht nur schattig, sondern auch ziemlich brüchig und für eine moderne Klettersteigführe eher weniger ideal, wobei hier einmal außen vor gelassen werden soll, ob man überhaupt noch neue Eisenwege bauen sollte. (Wobei: Wenn schon weiter gebaut werden "muss", dann lieber in einem eh schon überrannten Gebiet, als ein einsames Gipfelziel zu entweihen bzw. eine schöne Freikletterlinie zu zerstören.) Richtig gut ist hingegen die wirklich gelungene und kompakte Schlüsselstelle (C), einer von nur drei wirklich nenneswerten Aufschwüngen, die letzendlich auch die Bezeichnung "Klettersteig" rechtfertigt, liegt doch ansonsten zumeist sandig-bröseliges, von Unmengen losem Gesteinsmaterial überdecktes Geh-/Kraxelgelände vor. Nichtsdestotrotz bietet sich der Iseler über den Steig - eben wegen der gelungenen Schlüsselstelle sowie der tollen Aussicht - als kurzweilige Nachmittagsspritztour an, durchführbar in kaum drei Stunden. Begehungszeiten beachten!

    Route: Oberjoch - KS-Iseler - Normalweg - Oberjoch

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    Iseler-Übersicht.

    Der Steig quert vom Latschenhang nach links durch die brüchige Wand hinauf zum Gipfel. Gestartet wird in Oberjoch, an der Bahn kann auf weitläufigem Gelände geparkt werden (2,50?).


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    Anstieg-Alternativen.

    Wer nicht den Normalweg nehmen möchte, der steigt am besten direkt über die Skipisten auf.


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    Latschen voraus.

    Der Schlussanstieg passiert die Bergstation und leitet schließlich über steinigen Pfad teils durch Latschen. Auf halbem Weg zum Gipfel zweigt nach rechts deutlich die erdige Spur zum Steig ab. Nach wenigen Kurven bergauf ...


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    ... führt der Einstieg zunächst ca. fünf Meter bergab.

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    Los gehts.

    Der erste von nur drei nennenswerten Aufschwüngen ...


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    ... ordentlich steil geht es in zumeist festem Fels nach oben.

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    Schneereste.

    Sonst viel Gehgelände auf sandig-bröseligem Grund mit oft sehr viel losem Gestein.


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    Blick über einen der beiden Wasserspeicher.

    Der markante Sorgschrofen
    , einer der interessantesten Voralpen-Gipfel, ist gerade in der frühen Saison wirklich lohnend! (Siehe Tour)

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    Wändchen Nummer zwei.

    Durch künstliche Tritte ist es für fast jedermann bequem zu ersteigen.


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    Erneut eine sandige Querung.

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    Zur Schlüsselstelle.

    Nach links recht luftig, erreicht man über ein schmales Band ...


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    Etwas Kraft ist nötig!

    ... die Schlüsselstelle. Sie alleine sorgt für die C-Bewertung, ist im Vergleich zu den anderen "Schwierigkeiten" des Klettersteigs deutlich abgehoben und zudem richtig ausgesetzt. Mit dem hinleitenden, schmalen Band eindeutig die schönste Passage des Steigs. Für sportliche Anfänger (für solche ist der Steig auch gedacht) in Begleitung eines Erfahreneren eine erste Prüfung.


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    Kleiner Sims.

    Im oberen Teil erfordert ein überhängender Felssporn das erste, allerdings auch letzte Mal Kraftaufwand sowie etwas Technik.


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    Der soeben leicht nach links querende Überhang im Rückblick.

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    Endspurt.

    Über eine steile, erdige Rinne, ...

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    ... dann im schrofig-erdigem Kraxelgelände weiter hinauf zum Gipfel, ganz gegen Ende nochmals steiler und felsiger.

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    Die Tannheimer. Rechts ihr äußerster Gipfel hin zum Reuttener Becken: die Gehrenspitze.

    Die markanten, bei Kletterern wie Wanderern beliebten Berge sind vom Iseler zur Abwechslung mal aus einer ganz anderen Perspektive zu genießen.


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    Geißhorn ...

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    ... Rauhorn ...

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    ... und Schreckseebecken mit umgebenden Gipfeln.

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    Klassisch: Der Hochvogel.

    Obwohl nicht der höchste Allgäuer, überragt er seine direkten Trabanten jedoch deutlich und wirkt daher auf den ersten Blick gern als solcher. Hier aus möglicherweise Namen gebender Perspektive von Norden: Ein riesiger Vogel hebt sich mit angewinkelten Flügeln zum Flug.


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    Der Große Wilde mit Nordgrat.

    Die Gamswanne unterhalb ist oft ganzjährig schneegefüllt. Manchmal bis Anfang Juni treffen sich hier die Skitouren-Könner, um die Saison zu verabschieden.


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    Großer Daumen.

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    Breitenberg und Rotspitze.

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    Der Hohe Ifen und die Gottesackerwände.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. April 2014
  2. Alpenindianer

    Alpenindianer Registrierter Benutzer

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    Finde den schon interessant aber Klettersteige sind nicht so mein Metier. Der Mindelheimer und der Hindelanger Klettersteig
    sind noch ok. Aber hier an der Schlüsselstelle Bergführerplatte habe ich einfach zu wenig Kraft in den Armen um 80 kg
    hochzuziehen. Mir ist Steilgras oder Schrofengehen mit Bodenberührung deutlich lieber als so eine Stelle mit Klettersteigset.
    Deshalb bin ich umgedreht und den selben Weg zurück.
    War eh an einem warmen Sommerabend und ausser mir und meinem Kumpel niemand vor Ort. Hochmut kommt vor dem Fall und ich fand das einfach sinnvoll.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. August 2016
  3. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Tobis Bericht von damals muss nichts hinzugefügt werden. Wir wollten letztes Wochenende das kurze Schönwetterfenster nutzen und so beschlossen wir Iseler und Kühgundspitze über den Salewa-Klettersteig zu besteigen. Der Steig befindet sich momentan in nicht besonders gutem Zustand. Stahlseile hängen durch, in der Verlängerung vom eigentlichen Steig zur Scharten zwischen den beiden Gipfeln ist ein Sicherungsbolzen komplett herausgerissen, was den zumeist eh überforderten Steiganfängern zusätzliche Schwierigkeiten bereitet. Für einen Nachmittagsausflug unter der Woche schon empfehlenswert, am Wochenende sollte auf einen Besteigung im eigenen Interesse verzichtet werden. Anbei noch einige Eindrücke der recht hübschen Rundtour.

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    Der erste der drei Aufschwünge von oben gesehen. (B)

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    Stau am zweiten, etwas längeren Aufschwung (B).

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    Ganz kurz wird es sogar senkrecht, durch Steigbügel aber immer noch problemlos machbar. (B)

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    Auch während des Steiges genießt man schon eine recht gute Aussicht auf das Voralpenland und die umgebende Bergwelt. Hier halb links der Blick auf das kleine aber feine Massiv des Sorgschrofens.

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    Einstieg zu "Bergführerplatte" (C), der netten und etwas ausgesetzten Schlüsselstelle des Steigs.

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    Nach kurzem Besuch des völlig überlaufenen Iseler-Gipfels, Steigen wir rasch die 15 Meter zurück über den Steig, um die Verlängerung noch mitnehmen zu können. Hier heißt es zunächst über einen Felsrampe (B) gut 30 Meter abzusteigen - Vorsicht Steinschlag durch Leute am Iseler-Ausstieg.

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    Auch die Verlängerung bietet nette Kraxeleien bis B/C. Zudem herrscht hier nicht mehr so viel Trubel wie im eigentlichen Steig. Hinten der Gipfel des Kühgundkopfes - unser nächstes Ziel.

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    Teils schön ausgesetzte Querungen wirken fast lohnender als der Originalsteig - hätten wir uns so nicht vorstellen können. Kurz vor Ende dieses Quergangs ist der besagte Bohrhaken ausgerissen.

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    Schlüsselstelle der Steigverlängerung dürfte wohl die "Schusterplatte" sein (B/C). Eine ebenfalls recht spaßige Passage, danach wird unschwierig in die Scharte zwischen beiden Gipfeln ausgestiegen.

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    Die anschließende Überschreitung des Kühgundmassivs muss als äußerst lohnend bezeichnet werden. Eine trotz viel Verkehr reizenden Gratüberschreitung mit genialen Ausblicken bis hin zur Zugspitze.

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    Abstieg über den Kühgundrücken und Rückkehr nach Oberjoch (alles gut beschildert).
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Oktober 2016
    Johannes gefällt das.