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Mittelschwere Bergtour Schöneggerkopf (2.322m), Balschteturm (2.390m), Balschtespitze (2.499m), Südl. Söllerkopf (2.390m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 20. Juni 2014.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Einsame Runde im Mittelteil der Hornbachkette mit glänzender Aussicht und spannenden Passagen bei der Besteigung des Balschteturmes und des Südlichen Söllerkopfes.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 9,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 2.000 Hm / 16 km
    [​IMG] Schwierigkeit bis I+ / T5
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Johannes, Tobias, Thom

    In einem recht bekannten Land, war eine Bergtour kaum bekannt ... Naja, ganz so selten wird diese Runde dann auch nicht besucht, dennoch wird man nur ab und zu auf andere Mitstreiter in diesem Bereich der Hornbachkette treffen. Dies liegt für mein Dafürhalten an folgenden Faktoren: zum einen ist die immer wieder weglose Runde durch steile Gras- und Bröselschrofen für das klassische Wanderpublikum ungeeignet, einige Aspiranten werden die konditionellen Anforderungen ein wenig abschrecken und dem waschechten Bergsteiger wird diese Tour zumindest technisch nicht viel abverlangen und bieten. Natürlich können diese Gipfel neben der Einsamkeit auch eine ziemlich ordentliche Aussicht vorweisen, dennoch ist die Runde wohl eher was für Gipfelsammler als Genussbergsteiger. Gewisse Abschnitte der Runde können aber durchaus als lohnend bezeichnet werden: der Zustieg übers Kasermandl hinauf zum Balschtebach ist ein recht kurzweiliges Unterfangen, der Anstieg am Bach selbst durchaus hübsch. Zudem sind die Besteigung des Balschteturmes sowie die Überschreitung des Südlichen Söllerkopfes spannend und nicht ohne Schwierigkeiten. Ausganganspunkt für diese Runde ist wie so oft Elbigenalp im Lechtal.


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    Sonnenaufgang über der Pfeilspitze.

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    Auf dem Weg hinauf zum Balschtebach.

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    Am Balschtebach verlassen wir den Weg, welcher weiter zur schön gelegenen Hermann-von-Barth-Hütte führen würde und steigen knapp links oder rechts der Bachrunse auf geeignetster Linie höher.

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    Im oberen Bereich der Bachrunse dürfen sogar immer wieder kurze Schrofenaufschwünge (bis I+) erklettert werden. Wirklich anspruchsvoll wird das Gelände hierbei nie.

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    Blick von Höhe des Enzensperger Höhenweges hinüber zur Östlichen Plattenspitze (Bildmitte) und dem langgezogenen Rücken der Wolfebnerspitzen mit ihrem Nordgipfel (links).

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    Nach Querung des Höhenweges steigen wir auf deutlicher Graszunge den Gipfelfelsen entgegen und halb rechts weiter zur markanten Scharte, welchen den eigentlichen Gipfelaufbau des Schöneggerkopfes von seinem südlichen Vorbau trennt. Ab der Scharte quert man nach rechts auf markantem Grasband hinauf zu milderen Graspleisen ...

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    ... oder zieht kurz vor erreichen der Scharte nach links durch teils erstaunlich guten Fels hinauf in Richtung Gipfel (I-II).

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    Die Graspleisen direkt unterhalb der breiten und felsigen Gipfelschneide sind im Aufstieg eher mühsam denn anspruchsvoll. Beim Abstieg erfordern sie allerdings einen sicheren Tritt.

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    Links im Bild die kurze Geröllrinne, welche direkt zum Gipfel leitet. Es darf aber auch im zumeist kompakten Fels alternativ aufgestiegen werden (I-II).

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    Am wenig besuchten Gipfel des Schöneggerkopfes. Ein kleines Steinmannl ziert den Gipfel - nach unserem Besuch enthält es nun auch ein kleines Gipfelbüchlein. Wir bitten um pfleglichen Umgang. Danke.

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    Der Abstieg vom Schöneggerkopf erfordert wie bereits erwähnt Trittsicherheit, ist aber nicht wirklich anspruchsvoll. Allerdings birgt das Gelände einiges an Steinschlaggefahr! Wir steigen zunächst zurück zur Scharte und von dort nach links teils steil hinab ins Balschtekar.

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    Ankunft im oberen Balschtekar. Von hier aus lässt sich der Weiterweg zu Balschteturm und Balschtespitze sehr gut inspizieren. Wir queren mit einigem Höhenverlust unter den dunklen Felsrippen hindurch und steigen den folgenden Geröllkegel bis zu seinem höchsten Punkt empor.

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    Von dort geht es in herrlicher Kraxelei (I) die Felsrippen hinauf, es gibt hierbei zahlreiche Möglichkeiten, weshalb ich auf eine detaillierte Beschreibung verzichte. Den hier sichtbaren Felsturm lässt man aber in jedem Fall links liegen.

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    Das Gelände wechselt immer wieder zwischen Felsrippen und Graspleisen ab. Somit ist der Aufstieg nicht ganz so eintönig und mühsam, wie wir zunächst befürchtet haben.

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    Ankunft auf den flacheren Böden zwischen Balschtespitze und Balschteturm. Im Hintergrund die Wolfebnerspitzen und Plattenspitzen, dahinter der vierköpfige Gipfel der Ilfenspitzen. Der unscheinbare Schöneggerkopf geht hierbei fast völlig unter. Wir entscheiden uns zunächst für die Besteigung des Balschteturmes. Hierzu queren wir auf geeigneter Linie ohne große Höhenunterschiede bis oberhalb der Scharte, welche den Turm vom restlichen Balschtemassiv trennt.

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    Balschteturm von Norden aus gesehen. Man bewegt sich beim Aufstieg stets auf halbwegs gutmütigen Geröllbändern meist knapp unterhalb der kompakten Felspartie in der linken Flanke (I).

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    Doch zunächst muss in die Scharte vor dem Turm abgestiegen werden (I-II). Hierzu wählen wir die kleingriffige Rinne, welche direkt auf die Scharte zu hält. Es gibt genügend Tritte und Griffe, allerdings sind diese nicht immer zuverlässig. Es kann auch ab etwa der Hälfte der seichten Rinne etwas leichter nach links ausgestiegen werden.

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    Den ersten Felsaufwurf umgehen wir links auf markantem Band, danach rechts etwas steiler über Felsen empor, um so hinter den ersten mächtigen Felsaufbau zu gelangen (I). Danach über Schotterbänder hinauf zur Gipfelschneide (kaum I).

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    Die Gipfelschneide ist recht brüchig und ausgesetzt (I+). Unter dem kleinen Steinmann findet man ab sofort ein kleines Gipfelbüchlein von uns. Danach steigen wir zurück in die Scharte.

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    Anstieg aus der Scharte nördlich des Balschteturmes. Mit diesem Foto wollen wir verdeutlichen, dass man sich - wenn auch die Klettereien eigentlich kaum den I. Schwierigkeitsgrad verlassen - dennoch in anspruchsvollem Gelände befindet, welches einem kaum Fehler verzeihen würde.

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    Direkt am Grat (I-II) oder knapp links daneben geht es nun über eine kleine Erhebung hinüber in Richtung Balschtespitze. Diese ist trotz miesen Witterungsbedingungen bereits in der Bildmitte auszumachen.

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    Bei direkter Linie zum Gipfel gibt's noch die eine oder andere Kraxeleinlage gratis oben drauf.

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    Am ebenfalls recht einsamen Gipfel der Balschtespitze. Leider hatten wir kein weiteres Gipfelbuch dabei, auch hier könnte man eines platzieren. Es sollten leider die letzten Sonnenstrahlen des Tages sein - was zumindest die Gesichtsausdrücke der Jungs erklären würde.

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    War eigentlich geplant, aber bei Regen- und Graupelschauer defintiv keine Reise wert: der direkte Übergang zur mächtigen Kreuzkarspitze über ihren teils ausgesetzten und brüchigen Westgrat (III laut Groth).

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    Uns blieb an diesem Tag nichts anderes übrig, als auf bekannter Route wieder ins Balschtekar abzusteigen und dem Enzensperger Höhenweg bis unter die Ostflanke des Südlichen Söllerkopfes zu wandern. Hier im Hintergrund der Balschteturm mit seinem Südgrat (links).

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    Blick vom Enzensperger Höhenweg zum Südlichen Söllerkopf, rechts daneben die recht unscheinbare Rotwand. Bei unserer folgenden Überschreitung peilen wir zunächst die tiefste Scharte links des Gipfels an.

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    Der kurze aber waschechte Geröllschinder vom Höhenweg hinauf zur Scharte ist schon ein wenig mühsam, dauert aber alles in allem nur knapp 20 Minuten.

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    Blick hinauf zur Scharte vor dem Südlichen Söllerkopf. Um der Eintönigkeit etwas zu entgehen, entschließen wir uns ab hier in die Felsen rechter Hand einzusteigen.

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    Trotz der Steilflanke bewegen sich die Schwierigkeiten zumeist im I. Grad, nur ein paar kurze Aufschwünge sind unwesentlich schwerer. Allerdings gibt es kaum feste Felsanteile - also Obacht!

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    Wieder am Grat, welchen man auch über die erwähnte Scharte erreichen kann. In einfacher Kraxelei (I) gehts dem Gipfel entgegen. Auch diesen ziert nur ein kleines Steinmannl, Gipfelbuch Fehlanzeige.

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    Bei strömendem Regen bleibt keine Zeit für eine Gipfelrast, es gilt nun den teils ausgesetzten Südgrat hinab in den Balschtesattel zu überklettern (I+). Hierbei stellen sich einem 2-3 turmartige Graterhebungen in den Weg, welche nicht immer von festem Fels geprägt sind. Griffe und Tritte sorgfältig prüfen - dann ist es bei guten Witterungsbedingungen sicher ein Spaß.

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    Kurz vor erreichen des Balschtesattels, auf welchem Tobi in strömendem Regen seit einer guten Stunde tapfer ausharrt. Der Rückweg über die Söllerhütten hinab zum Kasermandl ist bei derartigen Bedingungen äußerst rutschig und erfordert vorsichtiges Gehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Juli 2014
  2. Kauk

    Kauk Registrierter Benutzer

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    Friedingen
    Ich hab euer Büchlein auf dem Schöneggerkopf gefunden und melde mich gewünscht :wink: ... den ersten Eintrag reingesetzt. Der Balschteturm ging sind wettertechnisch nicht mehr aus.
     
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  3. Linus

    Linus Registrierter Benutzer

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    1
    Das Gipfelbüchlein auf dem Schöneggerkopf ist noch da und in sehr gutem Zustand. Inzwischen hat es genau vier Einträge. Der Platz wird noch ein paar Jahre reichen, bei dem aktuellen Andrang. :wink:
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. November 2015
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