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Mittelschwerer Klettersteig Sonnenaufgangstour aufs Nebelhorn mit Hindelanger Klettersteig

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Surg, 24. August 2009.

  1. Surg

    Surg Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny / Villingen
    Tour-Bewertung:

    [​IMG] Gehzeit: ca. 8,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1600Hm (bei Bahnbenutzung entsprechend weniger)
    [​IMG] Schwierigkeit KS (B/C)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Surg


    Nach langer Bergabstinenz und Prüfungen brauchte ich dringend wieder ein schönes Naturerlebnis. Drum gings mitten in der Nacht nach Oberstdorf, wo ich im Eissportzentrum (ca. 830m) meine Kutsche parkte und mich im Mondschein, welcher allerdings von Wolken gedämpft war, an den Aufstieg machte. Ich wählte aufgrund der Dunkelheit den Fahrweg, auf diesem konnte ich dann meist sogar ohne Stirnlampe steigen. Der Weg führt unter den Tribünen der Erdinger-Arena (Schattenbergschanzen) hindurch und zieht dann recht steil, geteert in Serpentinen nach oben. Tagsüber ist sicherlich der Tobelweg inklusive Geologischem Lehr- und Wanderpfad schöner und empfehlenswerter.

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    Nach ca. 45 Minuten passierte ich die Vordere Seealpe, wo ich einen Hund weckte, welcher wiederum, zumindest den Lichtern zufolge, die Bewohner weckte. Für mich ging der Aufstieg nun auf breiten geschotterten Fahrwegen durchs Faltenbachtal weiter zum Edmund-Probst-Haus (1932), wo sich auch die Bergstation Höfatzblick befindet (könnte man auch Mittelstation nennen, da eine weitere Bahn ja auf den Gipfel des Nebelhorns führt). Hier kam ich weitere 1,10 h später an, also nach knappen 2 Stunden ab Oberstdorf, und mein Weg führte weiter auf dem gut ausgeschilderten und anspruchslosen Weg auf den Weg Richtung Gipfel, in dem Bereich dämmerte es bereits deutlich.

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    Den Gipfel erreichte ich nach ca. 35 Minuten, also 2,5h vom Tal. Leider waren weiterhin viele Wolken um mich herum und über mir, der Wind war stark und leider auch nur 9 Grad kalt. Dennoch genoss ich den trotz Wolken wunderschönen Blick ausführlich, insbesondere da man diesen verbauten Gipfel normalerweise nicht in Einsamkeit genießen kann.

    [YOUTUBE]6UiTFi-KDIQ[/YOUTUBE]

    Nach 15 Minuten war ich trotz reichlicher Kleidung derart am frieren, dass ich mich schnell in den Hindelanger Klettersteig begab, um durch die Bewegung wieder aufzutauen.

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    Der Steig beginnt recht leicht, und besitzt Notabstiege. Zudem ist er sehr gut beschildert. Ich ging, stieg und kraxelte also der Dämmerung entgegen, während die Wolken an mir vorbeiflitzen und mich zum Teil einhüllten und die Sicht auf wenige Meter verringerten. Dies war jedoch außer fürs einfangen guter Pixel kein Problem. Für mich war es in dem Moment perfekt, da es ein tolles Naturerlebnis war, und sich oft kleine Wolkenfenster öffneten, welche sich jedoch meist bis zum Zücken der Kamera wieder geschlossen hatten. Einige Bilder lassen die Blicke erahnen. Die Liegestühle mit dem Hinweis: "Hier sind Sie im Hochgebirge - Achtung alpine Gefahren" finde ich interessant.

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    Blick auf Westlichen (rechts) und Östlichen Wengenkopf (links unter Sonne)

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    Am Seil gesichert geht es meist auf dem Grat, oft knapp daneben über festen Fels oder ungewöhnlich oft via Leitern entlang. Auf dem etwas verwitterten Schild steht: „Hindelanger Klettersteig vom Nebelhorn zum Breitenberg. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. D.A.V. Allg. Immenstadt“

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    Blick zurück auf den soeben passierten Westlichen Wengenkopf (2235m). Diesen erreichte ich ca. 30 Minuten nach dem Aufbruch vom Nebelhorn.

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    Auch hier wieder eine typische Stelle, teilweise Pfade mit Schotterauflage, teilweise Fels und häufig Steilstufen auf Leitern.

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    Teilweise können diese Leitern auch durchaus länger ausfallen. So geht ein Großteil des Steigs, Leiter hoch, Leiter runter.

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    Hier der geht der Weg zunächst über den Grat, um dann schräg nach rechts oben über die Platten knapp unterhalb des Grates. Im unteren Bereich sind die Tritte gut zu erkennen.

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    Immer wieder faszinierend wo so zierlich aussehende Geschöpfe überleben können.

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    Hier nun die Tritte über die Platten in der Nahaufnahme.

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    Blick auf den Koblatsee mit Laufbichelkirche im Hintergrund. Am See kann man am westlichen Ende den See erahnen, den wir später nehmen werden.

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    Als das Wetter an diesem Schild (ca. 4h nach Nebelhorn, jedoch mit einigen Pausen) noch nicht merklich besser war, und mir bis dahin noch niemand begegnet war (auf dem Hindelanger vermutlich eher ungewöhnlich), entschloss ich mich über das Koblat zurückzukehren, und die gesamte Beschreibung mit Endpunkt Hinterstein auf ein anderes Mal zu verschieben. Die Einsamkeit wird sich allerding selbst an diesem Tag gleich ändern. Auf dem Koblat kamen mir einige Leute entgegen, welche laut eigenen Aussagen den Steig vorhatten zu machen, sich jedoch gleichzeitig beschwert hatten dass der Weg durchs Koblat zu steinig ist. Ich konnte dabei nur raten, sich das nochmal sehr gut zu überlegen.

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    Hier ein Blick hinauf zum Klettersteig. Das Wetter klarte selbstverständlich bereits bald nach meiner Vernunftentscheidung auf, jedoch eher kurzfristig.

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    Der „Steinige“ Weg durchs Koblat.

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    Ein letzter Blick hinauf zum Klettersteig, samt Perlenkette der Steigenden. Diese setzt sich in anderen Bereichen fort, jedoch teilweise unterhalb des Grats. Wie dicht diese Perlenkette an schön(er)en Tagen aufgefädelt ist, will ich mir gar nicht vorstellen. Nach gesamt 9 Stunden (mit relativ vielen Pausen, ab selbigem Standort 7h, ab Schild auf Klettersteig 1,5h) war ich wieder am Edmund-Probst Haus. Aufgrund der Menschenmassen entschied ich mich gegen den Abstieg auf dem Fahrweg, sondern „flüchtete“ via Gondel ins Tal.

    Fazit: Ein wunderschöner, für erfahrene Klettersteiggeher nicht schwieriger Steig. Die Sonnenaufgangsvariante kann ich nur empfehlen, selbstverständlich nur für Bergerfahrene und entsprechend ausgerüstet.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. April 2014
  2. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    AW: Sonnenaufgangstour aufs Nebelhorn mit Hindelanger Klettersteig

    Ergänzung zum Hindelanger Klettersteig:

    Heute konnten wir uns endlich auch einmal die Zeit nehmen, um den Hindelanger Klettersteig zu begehen. Tour verlief vom Nebelhorn über die Wengenköpfe bis hinüber zum Großen Daumen, dem wir ebenfalls bislang keinen Besuch abstatten konnten. Zum Schluss noch einen kleinen Abstecher zur Laufbichlkirche. Routenbeschreibung und Schwierigkeitsbewertung bitte Surgs Bericht weiter oben entnehmen! Anbei noch einige Eindrücke zum Hindelanger Klettersteig.

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    Einstiegsleiter am Hindelanger Klettersteig.

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    Zwischen den Wengenköpfen, hinten der bekreuzte Gipfel des Westlichen Wengenkopfes.

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    Es folgt die höchste Leiter des Klettersteiges, die Steig-Schwierigkeiten übersteigen nie B/C.

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    Rückblick vom Östlichen zum Westlichen Wengenkopf (ganz hinten).

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    Der schöne Grat im Hintergrund gehört zu den spannenderen Klettersteig-Passagen. Ganz oben kurz (B/C), danach überwiegend (B) oder (A/B).

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    Die sehr bekannten Platte am Hindelanger-Klettersteig ist durch die Trittstufen ziemlich einfach (A/B).

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    Blick hinüber zum Gipfel des Großen Daumens. Zuvor gibt es noch einiges an feinen Gratklettereien - teils versichert (bis B/C) oder auch frei (bis I).

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    Nochmals eine hohe, gut abzukletternde Leiter, kurz bevor wir schließlich wieder auf den Normalweg hinauf zum Großen Daumen treffen.

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    Ein letzter Gratturm wir mittels eines Stahlseiles etwas links in der steilen Flanke umgangen. Danach geht es einfach auf den viel besuchten Gipfel des Großen Daumens.

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    Die letzten Meter hinauf zum Gipfel des Großen Daumen. Nach kurzer Pause steigen wir direkt in den Laufbichlsattel und steigen über den NW-Grat auf die Laufbichlkirche an.

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    Nach der Besteigung der Laufbichlkirche machen wir uns auf den Rückweg über das Koblat, von welchem wir trotz suboptimalen Aussichtsverhältnissen einen schönen Blick auf den scharfen Kamm von Giebel, Bärgächtle und Salober werfen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Oktober 2012
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