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Leichte Bergtour Thaneller (2.341 m) Rundtour über den Werner-Riezler-Steig

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Tobias, 17. September 2008.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    17. September 2008
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    Isny/Maierhöfen
    Alpiner Steig durch die eindrucksvolle, morsche Nordwand des Thanellers. Schattige, spannendere Alternative zum Normalweg ab Berwang.

    [​IMG] Gehzeit: ca. 7.5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] Strecke: 15-20 km /ca. 1.650 Hm
    [​IMG] Schwierigkeit T3+/I
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Johannes, Tobi, Surg


    Ganz im Nordosten der Lechtaler Alpen thront, vollkommen isoliert, der Thaneller, 2341m, eine gewaltige, markante Felspyramide aus Hauptdolomit. Vom "Wächter des Lechtales" eröffnet sich ein phantastischer Überblick: Die Ammergauer Alpen Richtung Füssen, im Osten die massigen Aufbauten der Zugspitze, rechts von ihr ein Teil der Mieminger Kette (Seebener und Taja-KS). Im Nordwesten erheben sich die Tannheimer Berge, im Westen ragt der mächtige Hochvogel, wohl der bekannteste - wenn auch nicht höchste - Felsriese der Allgäuer Alpen empor. Im Südosten, immer Richtung Fernpass, beginnen mit der Loreagruppe die Lechtaler Alpen. Interesse an einer Tour auf diesen formschönen und aussichtsreichen Gipfel? Dann empfehlen wir den nicht allzu stark frequentierten Riezlersteig, denn der lockt neben einer spannenden, felsigen Bergfahrt - wie bereits mehrfach beschworen - auch stets mit weiten, herrlichen Ausblicken.
    Der Anstieg durch die dunkle Wand verläuft in den Morgenstunden schattig und es halten sich oftmals bis in den Sommer hinein Schneereste (bei führigem Schnee bzw. guten Tritten durchaus vertretbar, wirds bei harschig-eisigen Verhältnissen hingegen schnell heikel), welche, indem sie Teile des schmalen Weges überlagern und beim Queren große Vorsicht erfordern, zu den einzigen Schwierigkeiten führen können. Davon abgesehen birgt der Riezlersteig für den trittsicheren, schwindelfreien und konditionsstarken Bergwanderer keine sonderlichen Schwierigkeiten: die kleinen Kraxelstellen überschreiten kaum den I Schwierigkeitsgrad, wobei der Fels hier - untypisch Hauptdolomit - durchweg zuverlässig ist, wenige Stellen sind zudem versichert. Ansonsten herrscht - typisch Hauptdolomit - oft mergeliges Gelände vor (besagte Trittsicherheit!). Wir entscheiden uns für eine Rundtour, die uns über den Riezlersteig aufsteigen, südseitig Richtung Berwang über die Heiterwanger Hochalm absteigen und zurück zum Parkplatz am Karlift gelangen lässt. (Relativ lang; 250 Hm. Gegenanstieg.)

    Route: Karlift - Thanellerkar - Riezlersteig - Thaneller - Normalweg - Hochalm - Geißsteig - Karlift

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    Morgensonne.

    Sie grüßt auf der Hinfahrt, verspricht viel für den Tag und ... hält Wort.

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    Der Parkplatz am Karlift.

    Aus Richtung Reutte kommend biegt man ca. einen halben Kilometer vor Heiterwang rechts ab (kleines Schild "Karlift"; Bahngleisunterführung) und parkt gebührenfrei (Stand August 08) auf dem großzügigen Parkplatz.

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    Thaneller-Vorbau mit bereits hervorlugendem Gipelbereich.

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    Nebelschwaden über Heiterwang.

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    Wegverlauf.

    Über Lichtungen am Lift rechts zu einem Forstweg, auf diesem dann durchs Kärlesbachtal zur einer Verzweigung. Immer weiter Richtung Thaneller-Kar, dann rechts einer gerölligen Bachrunse in Kehren auf gutem Steig empor; linksseitig läuft ein alter Steig, der jedoch bald im steilen Gelände verwischt.

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    Der obere Teil des Thanellerkars, ...

    ... abweisend ragt der Berg aus dem Geröll. Wenn man ein kleines Stück von der Scharte ziemlich senkrecht nach unten wandert, ist eine auffallend helle Felspartie mit dunklem Rand rechts auszumachen. Wenige Meter links davon befindet sich der Einsteig, welcher den Riezlersteig über schrofige Stufen als Diagonale quer ansteigend mitten durch die graue Wand verabschiedet.

    Im strauchigen Buschwerk unterhalb und in den Schrofen der 450 m hohen NW-Flanke des Thanellers chillen reichlich Gämsen - anscheinend die einzige europäische Antilopenart.

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    Beim Aufstieg zum Kar.

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    Immer wieder mal umdrehen!

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    Warm laufen.

    Durch Wald und Latschen über eine Stufe zum Kar. Hier im oberen Teil der Stufe, die über eng geschlungene, mäßig steile Serpentinen überwunden wird.

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    Das Thanellerkar.

    In gerölligen Serpentinen geht es zügig zum Einsteig empor. Die vorher erwähnte helle Felszeichnung ist deutlich zu erkennen.

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    Der Einstieg.

    Schwierigkeiten gibt es hier keine.

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    Der Weg.

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    Erste "Tiefblicke" zurück ins Kar.

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    Fritteusentod.

    Menschen mit "barocken Körpermaßen" respektive dickem Rucksack bleiben hier hängen - oder balancieren einfach bequem links über den Grat. Aber Achtung! Es geht doch gut bergab, und etwas Klettergeschick sollte schon vorhanden sein.

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    Felsmauer.

    Eng schmiegt sich das sandige Steiglein an bzw. unter den Fels.

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    Gewagte Felskörper.

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    Astralkörper. Im Hintergrund der Heiterwanger- und der Plansee.

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    Guter Anstieg auf relativ luftigem Pfad.

    Deutlich zu erkennen ist die Weggabelung auf halber Strecke zum Heiterwanger See. Hier gibt es einige Parkmöglichkeiten, allerdings ist man noch ein gutes Stück zum Wasser unterwegs. Die Parkplätze, welche auf die linke Verzweigung fast direkt am See folgen, sind Bootstouristen vorbehalten.

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    Die Ruhe vor dem Sturm auf dem Gipfel.

    Wenige Minuten später wird hier nämlich astreines Körpergulasch mit nicht enden wollendem Nachschub aus Berwang herrschen. Leider auf unserer Abstiegsroute, wo der sonst in "klassischer" Sicht aus dem Reuttener Becken abgelichtete Berg radikal seine schroffe Fassade ändert: Fast sanft, mäßig steil und nur von wenigen teils begrasten Schrofen durchsetzt, schwingt er sich - heute unter gleißender Sonne -, Berwang zu Fuße, ins Tal. Erst ab dem mittleren Abschnitt spenden Bäume den ersehnten Schatten. Unzählige Leute sind an diesem herrlichen, aber extrem heißen Bergtag auf den im oberen Abschnitt stark zerlaufenen und grieseligen Wegen unterwegs zum Gipfel.

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    Die letzten Meter des Weges, nur noch ein kurzes Stück über und von Berwang.

    Wir zweigen hier nicht nach unten (Berwang) ab, sondern folgen dem Wegverlauf schwach nach links Richtung Achseljochscharte ansteigend. (Oder direkt über die Wiesen zum Standpunkt.) Nun einfach weiterhin auf hellem Schotter Richtung Heiterwanger Alm. (Kurzer Übergang in schräg am Hang durch Wald emporführenden Trampelpfad; die letzten Meter wieder großzügiger Weg.)

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    Hmmm.

    Weißbier und Steilgras. Bergsteigerherz, was willst du mehr ... Leider ist diese schön gelegene Rast "etwas" überlaufen, da die "Hochalm" von beiden Seiten von Bahnen erschlossen wird.
    An der Alm beginnt nun auch unser Rückweg zum Karlift, und zwar über den wenige Minuten hinter der Alm ansetztenden Geißsteig (oft "Gaissteig"). Dazu lassen wir die Terrasse rechts hinter uns und gehen auf deutlichem Pfad durch lichten Forst. Eine aufdringlich pinkfarben markierte Abzweigung (Baum) nach rechts hinab in den Wald wird ignoriert, da sich dieser langsam schlammig werdende Kuh-Pfad im Fichtenholz verliert. Immer weiter geradeaus! Schließlich gelangt man auf eine leicht eingesenkte Lichtung, wo sich der Pfad bald ansteigend nach rechts wendet und der Geißsteig durch die Nordostflanke des Achseljochs beginnt.

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    Schöner Ausblick.

    Vom zurückleitenden Pfad, einem durchaus gefälligen Höhenweg, eröffnet sich ein herrlicher Eindruck von der Ebene weit unten.

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    Der Pfad.

    Gegen Ende wirds relativ steil und bei Nässe äußerst rutschig!

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    Deutschlands höchste Erhebung:

    Das Zugspitzmassiv ist zum Greifen nah.

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    Über Wiesen zurück zum Auto.

    Die Hitze hat den Rückweg doch relativ anstrengend gestaltet; das schreit nach Abkühlung! Diese gibts entweder am Heiterwanger See - net so gut, da man vom vorgesehenen Parkplatz ein gutes Stück zu laufen hat (vgl. Bild weiter oben) - oder aber am Urisee, der auf dem Weg zwischen Reutte und Füssen nach ca. einer viertel Stunde erreicht ist.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. April 2014