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Empfohlen Schwere Bergtour Toblermann (2.010m), Hörnlekopf (2.151m), Hörnle (2.112m) und Ruchwannekopf (2.179m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 11. Juli 2020.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Sehr aussichtsreiche, ureinsame Runde durch herrlichste Vegetation. Auf den unlohnenden Hörnlegrat zwischen Toblermann und Hörnlekopf kann allerdings getrost verzichtet werden.

    Tour-Bewertung:

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    gut 6,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.450 Hm / 14 km
    [​IMG]Schwierigkeit bis II-III / T6 (ohne Hörnlegrat kaum I / T5)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung (besonders zur Blütezeit)

    [​IMG]Tourengänger: Tobi, Thom

    Den aussichtsreichen Toblermannkopf - oder kurz auch Toblermann genannt - konnten wir schon vor einigen Jahren im Zuge einer herrlichen Skitour einmal einen Besuch abstatten. Allerdings waren der Hörnlegrat, Hörnlekopf und Ruchwannekopf immer noch ein dunkler Fleck auf unserer Bergkarte. Daher wollten wir uns diese eher wenig beachteten Berggesellen mal aus der Nähe ansehen, zumal auch der Hörnlegrat - ein felsiger Grataufschwung zwischen Toblermann und dem Massiv des Hörnlekopfes - in den alten AV Führerwerken auf Grund seines herrlichen Felsens als lohnend bezeichnet wird. Dies müssen wir jedoch hiermit widerlegen. Die Überschreitung des Hörnlegrates ist zu anfangs zwar eine recht spaßige Kraxelei im I. & II. Schwierigkeitsgrad in brüchigem Fels mit einigen schön ausgesetzten Passagen, im weiteren Verlauf ziehen die Schwierigkeiten allerdings deutlich an (II-III), die Felsqualität nimmt tatsächlich noch weiter ab, weshalb sich der letzte Aufschwung hinauf zum oberen von perfektem Kalkstein geprägten Grat nicht ohne erhebliches Risiko erstiegen werden kann. Wir entschlossen uns daher für einen Abbruch der Gratüberschreitung. Wer dennoch nicht auf die Besteigung des Hörnlegrates verzichten will, der kann über die westlich des Grates gelegene Wanne recht bequem ansteigen und den wuchtigen höchsten Punkt dann von Westen über bombenfesten und griffigen Räthkalk ersteigen (II-III). Der weitere Tourenverlauf hinüber zum Hörnle- und Ruckwannekopf darf vor allem zur Blütezeit der Alpenblumen als äußerst lohnend bezeichnet werden. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hierbei trotz moderater Schwierigkeiten unabdingbar. Als Ausgangspunkt für diese ruhige Rundtour empfiehlt sich der kleine Parkplatz an der Bregenzer Ache unterhalb vom Vorsäß Schalzbach, welchen man nach der Durchfahrt von Schoppernau und des anschließenden Tunnels noch einige hundert Meter weiter linkerhand der Straße erreicht. Von hier geht es zunächst über Teerstraßen hinauf zum Vorsäß und weiter in Richtung Oberschalzbachalpe.

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    Von der kleinen Kapelle, welche sich knapp oberhalb von Schalzbach Vorsäß befindet hat man einen ersten Blick auf die heutige Rundtour. Rechts der grüne Toblermannkopf mit Vorgipfeln, dahinter der schroffe Hörnlegrat, Hörnlekopf-Südgipfel, Hörnle und gerade noch so der Ruchwannekopf.

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    Vom Weiterweg hinauf zur Oberschalzbachalpe der Blick zurück auf unsere Allgäuer Heimatberge - Falzerkopf, Diedamskopf und Hirschberg.

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    Schon der Zustieg hinauf zur Unteren Gautalpe - einem kleinen Hirtenhüttchen südwestlich des Toblermanns - ist sehr einsam und macht richtig Laune auf den herrlich sommerlichen Bergtag.

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    Ankunft an den Weidegründen der Unteren Gautalpe. Rechts der von hier aus gar nicht mal so abweisend wirkende Hörnlegrat, knapp links der Bildmitte die kleine grüne Kuppe des Hörnles - wobei wohl eher der links davon befindliche Zapfen für diese unscheinbare Erhebung namensgebend war - und ganz links der behäbige und leicht zu besteigende Ruchwannekopf.

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    Herrlicher Hochsommertag. Rechts die Künzelgruppe, links hinten der mächtige Große Widderstein. In einem weit ausholenden Rechtsbogen schlendern wir an der Unteren Gautalpe vorbei und weiter dem nicht mehr weit entfernten Toblermannskopf entgegen.

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    Ausblick von der Scharte zwischen Toblermann und Hörnlegrat auf Wildes Gräshorn, Grünes Gräshorn und Annalperstecken mit seinen weiteren Graterhebungen. Rechts dahinter die Damülser Mittagsspitze, gefolgt von Wannenkopf, Gungern und Klippern - eine lohende, etwas anspruchsvollere Grattour im Bregenzer Wald.

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    Der Anstieg von der Scharte zum Toblermannskopf ist einfach und kurz. Hier die letzten Meter auf den unbekreuzten Gipfel - auch im Winter übrigens eine Reise wert - dahinter der Allgäuer Berge.

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    Herrliche Vegetation am Toblermann, rechts im Hintergrund das Massiv der Kanisfluh.

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    Beim Abstieg vom Toblermann zurück in die Scharte vor dem Hörnlegrat hat man einen guten Überblick auf die weitere Tour. Wir steigen anschließend über den Hörnlegrat auf, nach etwa zwei drittel der Strecke müssen wir aber am markanten Doppelturm, welcher von einer steilen Schlucht getrennt wird, kehrt machen, da der extrem brüchige Fels den Weiterweg für uns zumindest zu gefährlich macht. So geht es einige Meter zurück am Grat, um dann aus einer kleinen Scharte über sehr steiles und zunächst untrittiges Gras in die Geländewanne rechts des Grates (Aufstiegsrichtung) vorsichtig abzusteigen. Dann weiter durch die Wanne hinauf zum Grat zwischen oberem Hörnlegrat (wieder herrlicher Kalksteinfels) und Hörnlekopf. Da sich der Hörnlegrat als wenig lohnend heraus gestellt hat, besser gleich von der Scharte in die Wanne einqueren, Route je nach belieben - wer die Finger nicht vom schottrigem Bruchfelsen lassen kann - nach dem Doppelturm wird es wohl wieder leichter und vor allem fester!

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    Einstieg am Hörnlegrat, ein erster Felsaufwurf kann dabei einfach rechts umgangen werden.

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    Danach geht es über den "herrlichen" Hauptdolomitgrat hinauf (I-II).

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    Die Kletterschwierigkeiten halten sich im moderaten Bereich, allerdings wird der Fels mit zunehmender Höhe immer noch brüchiger - Steinschlag sollte zwingend vermieden werden.

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    Kurzes Gehstück am Grat, danach folgt der markanten Doppelturm, welcher von hier aus recht lecker wirkt.

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    Zunächst muss jedoch noch eine sehr schuttige Bröselpassage überwunden werden (II).

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    Danach geht es sehr ausgesetzt an den Doppelturm heran. Viele große Felsbrocken liegen oder lehnen hier auf und am Fels - unterm Strich einfach das Risiko nicht wert - darum kehren wir um.

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    Aus der vorhin bereits angesprochene kleine Gratscharte steigen wir nun nach Westen über teils sehr steiles und untrittiges Gras hinab in die Wanne, was ebenfalls nicht ganz trivial ist, mit Pickel aber vertretbar.

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    Danach geht es wieder einfach hinauf zur Grathöhe zwischen Hörnlegrat und Hörnlekopf.

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    Der wuchtige und abweisende, oberste Teil des Hörnlegrates hat fast Gipfelcharakter. Wer mag kann hier über den den grasigen Grat zu einer Art Verscheidung links des markanten Überhanges und dort in griffig, festem Fels (II-III) steil empor Kraxeln. Links im Hintergrund der Hohe Ifen, rechts die Hohe Künzelspitze.

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    Danach geht es auf herrlich begrünten Grataufschwüngen dem Hörnlekopf (rechts) entgegen.

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    Leckerstes Wiesenwandern ist angesagt. Im Hintergrund das Trio um Niedere und Hohe Künzelspitze, zwischen beiden der ebenfalls anspruchsvoll zu besteigende, knallgrüne Künzelturm.

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    Kurz vor erreichen des Hörnlekopfes hat man faszinierende Tiefblicke in die bis zu 80° steilen Graswände der Ostflanke. Hinten links der Ruchwannekopf.

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    Tobias am ebenfalls nicht oft besuchten Gipfel des Hörnlekopfes - schön ist es hier!

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    Grandioser Ausblick vom Hörnlekopf auf Kilkaschrofen, Seelekopf, Zitterklapfen Ostgipfel und Hauptgipfel.

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    Der steile Abstieg vom Hörnlekopf in Richtung Hörnle und Töbelejoch erfordert gute Trittsicherheit.

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    Das Hörnle gerade voraus. Direkt über dem Hörnle der ebenfalls einsame uns lohende Schöneberg.

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    Rückblick auf Hörnlekopf und die höchste Erhebung des Hörnlegrates (rechts). Wir steigen nun teils steil hinab zum Wanderweg, welcher uns in Richtung Töbelejoch leitet, verlassen diesen aber kurz darauf wieder und steigen über milde Grasmatten dem Ruchwannekopf ohne Schwierigkeiten aufs Haupt.

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    Vom Gipfel des Ruchwannekopfes wirken Kilkaschrofen, Seeleschrofen und das Zitterklapfenmassiv nochmal etwas abweisender - gerne denke ich heute noch an die damalige Überschreitung zurück. Vom Gipfel des Ruchwannkopfes geht es dann auf direktem Weg hinab ins Töbelejoch ...

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    ... weiter über den Wanderweg Richtung Biberacher Hütte ein Stück hinab und kurz weglos in die hier gut sichtbare Scharte - das Ruchwannejöchl, welches wir als Übergang zurück zur Unteren Gautalpe wählen.

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    Nochmal kurze Trinkpause im Ruchwannejöchl. Hinten die bizarren Gesellen der Kunkelgruppe.

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    Der Abstieg von der Scharte zurück zur Unteren Gautalpe ist zugegeben manchmal etwas holperig, lässt sich aber recht schnell absolvieren. Man hält sich hierzu immer möglichst weit rechts (in Abstiegsrichtung) in der Geländewanne, da sonst wie hier auf dem Foto ersichtlich steile Abbrüche den Weiterweg verhindern würden. Danach geht es auf bekanntem Weg hinab in Richtung Schalzbach-Vorsäß.

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    Wieder an der Kapelle oberhalb von Schalzbach-Vorsäß angekommen. Im Hintergrund thronen Juppenspitze und die mächtige Mohnenfluh, ganz rechts der Hochberg.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. August 2020
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