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Schwere Bergtour Von der Schwägalp über Chammhalden und Girenspitz (2.448m)-NO-Grat auf den Säntis (2.501m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Surg, 1. August 2013.

  1. Surg

    Surg Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny / Villingen
    Schöne, im Aufstieg einsame und durchaus anspruchsvolle Tour auf einen der hässlichsten Gipfel der Alpen, aber: Der Weg ist das Ziel.

    Tour-Bewertung:


    [​IMG] ca. 6,5-7 Stunden.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.300 Hm
    [​IMG] Schwierigkeit II / T5
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Surg

    Hier geht's zur Galerie

    Nachdem der Säntis so halb auf dem Weg zwischen meinem Wohnort und dem Allgäu liegt, sollte dieser Berg nun endlich Mal erklommen werden. Leider startete ich etwas spät, so dass die Sonne mich den ganzen Tag intensiv begleitete. Nachdem ich mich für eine Flipflop-Gondelfahrt nicht begeistern konnte, suchte ich nach Varianten, und fand diese durchaus anspruchsvolle Tour, welche erstaunlich einsam auf diesen völlig entstellten und menschenüberrannten Gipfel führt.

    Geparkt wird am besten möglichst in der Nähe des Hotels. Hinter dem Hotel gibt es auch nochmals sehr viele Parkplätze. Gegenüber der Hotel-Terrasse startet ein Fahrweg, dem man nach links folgt, um dann nach ca. 600 Metern rechts (Richtung Kiesgrube) abzweigt. Nach ca. 200 Metern führen links Pfadspuren in den Chammhalden-Hang, welche zunächst in den Hang hineinqueren, um anschließend ca 150-200 Hm nach oben zu ziehen. Morgens dürfte dieser Hang angenehm im Schatten liegen, bei mir hat leider aufgrund des späten Starts bereits gnadenlos die Sonne von oben aufs Haupt gebrannt. Auf den ersten Bildern ist der Anfang etwas anders zu sehen, da ich den Pfad über die Almwiesen gewählt habe, dann aber ein wenig queren musste.

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    Hier der Blick zurück Richtung Parkplatz. Der linke Fahrweg ist der beschriebene Weg, alternativ geht auch der mittlere, an den Hütten vorbei, anschließend muss aber dann scharf rechts und links abgebogen werden.

    Auf den Chammhalden angekommen, sieht man sofort links denn Einstieg in die Chammhalden-Route. Der erste Aufschwung wird dabei rechts umgangen. Auf der kompletten Route bis zum Hüenerbergsattel sind orangene Markierungen sowie Trittspuren sichtbar.

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    Der Blick von den Chammhalden auf unsere Route, leider hatte ich fast im kompletten Aufstieg Gegenlicht.

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    Der Aufstieg zum Hüenerbergsattel (ca. 2300m) ist problemlos (T4), bei Feuchte könnten jedoch einige erdige Stellen schmierig und daher heikel werden. Die Felspassagen empfand ich als angenehm, jedoch ist auch hier selbstverständlich vorhandene Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ein Muss.

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    Hier die wohl luftigste Stelle, welche jedoch mit entsprechender Trittsicherheit und Schwindelfreiheit problemlos sein dürfte.

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    Hier nochmals der Blick zurück auf die Chammhalden, der Weg führt relativ direkt herauf.

    Auf dem Hüenerbergsattel angekommen, besteht die Möglichkeit über Schotter und/oder Schnee problemlos auf den Normalweg zum Säntis abzusteigen. Unsere Tour führt jedoch nach rechts zum Aufschwung, bei welchem man bereits nach den ersten Metern auf etwas unangenehmen Brösel nach links Richtung Grat quert und zu diesem aufsteigt. Von nun an finden sich gelegentlich Reste grüner Markierungen.

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    Blick vom Hüenerbergsattel Richtung Ost-Süd-Ost

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    Nach den ersten Metern wird nach links gequert, um dann zum Grat aufzusteigen.

    Auf dem Grat angekommen offenbart sich zum ersten Mal der große Legostein, über den ich mich in dieser Beschreibung möglichst nicht äußern möchte. Während der Tour sind mir viele für die Öffentlichkeit ungeeignete Begriffe dazu eingefallen. Ich denke es soll sich jeder eine eigene Meinung bilden, Bilder gibts in der Galerie.

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    Der Säntis mit Normalweg.

    Der Weg folgt nun häufig dem Grat über 3 Felsaufschwünge. Ein kleines Wändchen am ersten Aufschwung stellt dabei die "Schlüsselstelle" dar (II). Anders als noch wenige Meter davor sind die Griffe hier jedoch recht fest.

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    Hier die nächsten 2 Felsaufschwünge.

    Hat man diesen ersten Felsaufschwung überwunden, so sollte auch der Rest gehen. Dennoch kann man wohl bei beiden Scharten auf den Normalweg absteigen. Wie problemlos das ist, weiß ich nicht.

    Der zweite Felsaufschwung wird über ein kleines 8m-Wändchen (II) überwunden und stellt sich als recht angenehm heraus, da die Griffe hier gut sitzen.

    Der dritte Felsaufschwung ist etwas ausgesetzter und wird auf deinem plattigen Band von rechts unten nach links oben gequert. Die Schwierigkeit dieser Stelle liegt eher in der Ausgesetztheit.

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    Anschließend geht es nach rechts recht problemlos zum Gipfel.

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    Hier empfiehlt sich noch eine ausführliche Rast, denn anschließend kommt der Kulturschock.

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    Gipfelpanorama

    Nach einem kurzen und problemlosen Abstieg landet man auf dem Wanderweg, welcher hier in den Fels geschlagen ist. Anschließend geht es auf Treppen bis zur Tür und in den Tunnel unter der Station.

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    Und es folgt der für mich psychisch anspruchsvollste Teil des Anstiegs:

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    Nach diesem Kulturschock ging es für mich anschließend über den gut ausgeschilderten Normalweg, welcher im ersten Teil etwa unter der Bahn verläuft, via Berggasthaus Tierwies zurück zur Talstation.

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    Zuletzt bearbeitet: 12. Juli 2015
  2. AW: Von der Schwägalp über Chammhalden und Girenspitz (2.448m)-NO-Grat auf den Säntis (2.501m)

    Tolle Fotos und eine schöne Tour, die nie überlaufen sein wird.

    Mit T4 für den Abschnitt vom "Großen Band" bis zum Hüenerbergsattel liegt die Einstufung aber unter den gängigen Bewertungen mit T5/I (siehe auch neuen SAC-Führer "Alpinwandern Ostschweiz" S. 58 ff).

    Gruß
    Hanspeter
     
  3. Surg

    Surg Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Auch wenn die Antwort spät kommt: Ja, die Einstufung liegt damit darunter. Wie immer handelt es sich um meine persönliche Einschätzung. Ich empfand diesen Abschnitt jedoch als problemlos. Dennoch danke für den Hinweis, dass es hier durchaus andere Einstufungen gibt.