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Leichte Bergtour Von Hinterstein auf den Hochvogel (2.592 m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 17. November 2008.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    17. September 2008
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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Atemberaubende, jedoch konditionell sehr fordernde Tour auf einen der imposantesten Gipfel der Allgäuer Alpen. Ein an den Wochenende sehr hochfrequentiertes Gipfelziel das allerhand zu bieten hat.

    Tour-Bewertung:

    [​IMG] Gehzeit: ca. 10 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] Strecke: 33,2 km / ca. 2.100 Hm
    [​IMG] Schwierigkeit Fels I
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Thom, Hans-Jürgen

    Für Hermann von Barth war er einer der schönsten Gipfel der nördlichen Kalkalpen, für andere ist er das Matterhorn des Allgäus. Auf jeden Fall ist der von weithin durch seinen einzigartigen Gipfelaufbau sichtbare Hochvogel etwas ganz Besonderes. Woher der Hochvogel seinen Namen hat, dürfte jedem wohl bekannt sein. Was ich persönlich erstaunlich finde ist, dass er aus keinem der Allgäuer Täler - nur vom Hornbachtal aus - sichtbar ist. Diese Tatsache erklärt jedoch den langen Anmarsch von Hinterstein über Giebelhaus, Prinz-Luitpold Haus, Kreuzspitze hinauf zum Gipfel des Hochvogels.

    Die hier beschriebene Tour stammt aus dem Jahre 2004. Leider hatte ich zu dieser Zeit noch keine hochauflösende Digitalkamera und musste die wenigen Fotos mit einem Scanner in den PC laden. Ich bitte daher die Qualität zu entschuldigen.

    Ich starte an diesem Tag zusammen mit meinem Dad schon sehr früh, Abfahrt mit dem Auto ist in Isny um viertel vor drei morgens. Mit Fahrrädern bepackt und mit ausreichend Verpflegung versorgt kommen wir gegen 4 Uhr morgens am großen Wanderparkplatz in Hinterstein an. Von dort aus geht es in noch stockdunkler Nacht ins Hintersteiner Tal Richtung Giebelhaus. Das Rad erspart sowohl beim Hin- aber vor allem beim Rückweg enorm viel Zeit. Zu Fuß ist die Teerstraße auch nicht wirklich empfehlenswert. Eine dritte Möglichkeit ist es, mit einer 20 minütigen Busfahrt von Hinterstein aus zum Giebelhaus zu gelangen. Jedoch ist hierbei zu bedenken, dass der erste Bus in Hinterstein erst um 7.15 Uhr abfährt. Wir erreichen nach einer guten dreiviertel Stunde das schöne Giebelhaus, entscheiden uns aber kurzfristig mit dem Fahrrad den nun folgenden steileren Forstweg bis zum Lastenlift des Prinz-Luitpold Hauses fortzusetzen. Von hier überqueren wir linkerhand das Bächlein und folgen dem Wanderpfad in das Bärgündele.

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    Kleiner Wasserfall im unteren Teil des Bärgündele.

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    Blick hinauf zur Geländerippe auf der das Prinz-Luitpold Haus thront. Rechts der Wiedemer Kopf (2.163 m) und links die bei Kletterern beliebte Fuchskarspitze (2.314 m).

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    In der Bildmitte sind schon die Dachgiebel der großen Prinz-Luitpold Hütte zu erkennen. Sie ist die älteste noch bestehende Hütte in den Allgäuer Alpen und mit ihren 170 Schlafplätzen nicht gerade die kleinste. Es ist natürlich auch möglich, dass diese Tour für Bergsteiger mit geringerer Kondition zu einer entspannten 2-Tages-Tour umfunktioniert wird. Die letzten Kehren hinauf zur Hütte führen durch etwas steileres Gelände, ganz zum Schluss über ein kleines Geröllfeld.

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    Blick vom Prinz-Luitpold-Haus (1.846 m) auf das riesige Kar zwischen Fuchskarspitze, Balkenscharte und Kreuzspitze (von links nach rechts). Wir halten uns hier zuerst mittig, später dann rechts und in weitem Bogen hoch zum hier schon gut sichtbaren Schotterfeld unterhalb der Kreuzspitze. Obwohl wir noch recht zeitig dran sind, brennt die Sonne in diesem Abschnitt wirklich ordentlich auf uns herunter. Dieser Abschnitt ist wohl der uninteressanteste der ganzen Tour, jedoch entschädigt das kleine anschließende Steiglein hinauf zur Kreuzspitze die Hatscherei durchs Geröll.

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    Kurzer Blick zurück aus dem Kar auf die Fuchskarspitze. Dieser Nachbargipfel des Hochvogels kann neben dem Normalanstieg über die Balkenscharte (I) mit Klettereien bis in den VI-Grat aufwarten.

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    In der Steiganlage hinauf zur Kreuzspitze ist natürlich Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Vorraussetzung. Wir müssen hier sogar einen Mann älteren Semesters aus den Felsen lotsen, dem anscheinend der Normalweg hinauf zum Kreuzspitzgipfel deutlich zu einfach war und der sich für die Diretissima entschied. Nach gut 30 Minuten hat mein Dad den absolut überforderten Mann aus seiner gefährlichen und misslichen Lage befreit und wir können mit ruhigem Gewissen unseren Weg fortsetzen. Der ältere Herr macht sich mit leicht zittrigen Füßen kommentarlos an den Abstieg.

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    Kurz unter dem Gipfel der Kreuzspitze (2.367 m). Der kleine Steig ist eine wirklich nette Abwechslung. Im Abstieg von der Kreuzspitze hinunter zur Kaltwinkelscharte würde ich eine Stelle sogar mit (I) bewerten. Leider hab ich völlig versäumt diese Stelle zu fotografieren, was wohl bedeutet, dass ich die Tour nochmals gehen muss. :wink:

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    Der Blick von der Kreuzspitze auf die "westliche Schwinge" und den dahinterliegenden Hauptgipfel des Hochvogels. Lange muss man "warten" bis sich einem dieser Blick bietet.

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    Schon unterhalb des westlichen Flügels genießt man eine phänomenale Aussicht.

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    Etwas müde aufm Gipfel, die Rundumsicht entschädigt für die kleinen Anstrengungen im Anstieg.

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    Blick vom Gipfel auf das benachtbarte Wildenmassiv. Nach einer kleinen Stärkung machen wir uns wieder an den Abstieg. Wir entscheiden uns für den gleiche Variante wie im Aufstieg. Daher habe ich auch keine Fotos mehr geschossen. An der Prinz-Luitpold-Hütte wieder angekommen kehren wir auf eine wunderbar erfrischende Radlermaß ein und lassen die Tour nochmals Revue passieren. Danach geht es durchs Bärgündele hinab zu unseren Fahrrädern und in halbstündiger Abfahrt zum Auto.

    Dies war damals meine erste große Tagestour in den Bergen. Durch die Tatsache, dass diese Tour mittlerweile schon fast fünf Jahre zurückliegt, fällt es mir nicht ganz so einfach diese in Relation zu den anderen jüngst begangenen Touren zu setzen. Ich denke, dass für geübte Bergsteiger die Tour in weniger als 10 Stunden machbar ist. Um dies herauszufinden werde ich mich aber schnellstmöglich selbst daran machen, diese Tour noch einmal zu beschreiten, vielleicht unter Mitnahme des Wiedemerkopfes oder der Fuchskarspitze. Ebenso lockt natürlich auch noch die Tour von Hinterhornbach mit dem anschließenden Bäumenheimer Höhenweg, die wir seit 2 geschlagenen Jahren vor uns herschieben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. August 2015
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