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Skitour / Snowboardtour Von Kaisers auf die Guflespitze (2.577m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 15. Februar 2014.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Anstrengende sowie anspruchsvollere Skitour auf einen ruhigen Gipfel hoch über dem Kaisertal. Bei sehr guten Verhältnissen locken grandiose Aussicht und ein genialer Abfahrtshang.

    Tour-Bewertung:

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    ca. 4 Std. (schwierige Verhältnisse)
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1000 Hm / 10 km
    [​IMG] Schwierigkeit
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung (+1 bei besseren Bedingungen)

    [​IMG]Tourengänger: Johannes, Tobias, Thom

    Hoch über dem Kaisertal ragt diese zuweilen eher wenig spektakulär wirkende Berggestalt in den Lechtaler Alpenhimmel. Dieser Faktor sowie die in unmittelbarer Umgebung befindlichen Modeziele wie Alplespleisspitzen oder Feuerspitze sorgen dafür, dass dieser Gipfel sommers wie winters nur recht selten besucht wird. Allerdings sollten bei einer winterlichen Besteigung mit Tourenskiern entsprechend günstige Verhältnisse vorliegen - die durchwegs steile, im Sommer völlig mit Gras überzogene und knapp 1.000 Meter hohe Westflanke der Guflespitze wird sonst schnell unangenehm und mühsam! Sind Schnee- und Wetterverhältnisse dementsprechend gut, so punktet die Tour mit einer langen und äußerst lohnenden Abfahrt, sowie grandiosen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt. Zu guter letzt rundet die völlige Einsamkeit die Unternehmung ab. Wir haben die Tour bei etwas komplizierten Verhältnissen unternommen - Pulver- und Nassschnee in stetigem Wechsel (Ergebnis war unsägliches Aufstollen), im oberen, steileren Bereich der Westflanke windgepresster Schnee und Blankeis, zudem heftiger, teils orkanartiger Föhnsturm. Trotz der mühsamen und nicht ganz unheiklen Verhältnisse möchte ich dennoch diese Unternehmung nicht missen. Ausgangspunkt für die stille Bergfahrt ist das kleine Bergdorf Kaisers, welches knapp oberhalb des Berggasthauses Vallugablick in etwa ein Dutzend Parkmöglichkeiten besitzt. Von hier zunächst auf leicht abwärts geneigtem Feldweg ins Kaisertal.


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    Die ersten Meter ins Kaisertal am frühen Morgen. Unser heutiges Ziel ist kurzzeitig zu bewundern, die etwas behäbig wirkende Guflespitze, rechts dahinter die etwas formschöneren Alplespleisspitzen.

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    Bei der ersten großen freien Waldschneise linker Hand (Hinterbergtal) verlassen wir das flache Kaisertal und steigen zunächst bequem über einen Forstweg weiter an. Im Hintergrund der immer wieder beeindruckende Gfällkopf und dahinter die Kaisersteinspitze.

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    Um vom Forstweg nicht zu weit nach Norden abgedrängt zu werden, steigen wir kurzer Hand durch ein schmales Waldstück nach rechts oben. Somit umgehen wir den ersten sehr steilen Aufschwung durch Jungwald relativ angenehm.

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    Oberhalb liegt nun die breite aber durchwegs steile Westflanke der Guflespitze vor uns. Je nach vorliegenden Verhältnissen gilt es nun eine saubere und sichere Aufstiegsspur zu finden. Abgesehen vom gewaltigen Aufstollen der Felle bereitet uns der Mittelteil dieses genialen Abfahrtshanges keinerlei Schwierigkeiten.

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    Im Mittelteil des Westflanke des Guflekopfes. Im Hintergrund Elferspitze, Vallesinspitze, Stanskogel und links vorne der kleine aber kecke Gfällkopf, welcher im Sommer sicher spannend zu überschreiten wäre.

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    Danach geht es wieder steil und anstregend weiter die Westflanke hinauf in Richtung Gipfelaufbau. Im Hintergrund spitzeln schon die noch unscheinbar wirkenden Alplespleisspitzen hervor.

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    Die anhaltend steile Flanke zehrt trotz der nur gut 900 Höhenmeter mit der Zeit immer mehr an den Kräften.

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    Unter dem Gipfelaufbau ist dann Schluss mit der "Aufstollerei". Der windgepresste Schnee ist teilweise bockelhart und wechselt sich mit zunehmender Höhe immer häufiger mit kurzen Blankeisstellen ab. Dank Harscheisen kann der Aufstieg jedoch ohne allzu großes Risiko vorgesetzt werden.

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    Blick hinüber zu den formschönen Alplespleisspitzen, welche an schönen Tag ein äußerst beliebtes Ziel (Südgipfel) darstellen. Beim heutigen Föhnsturm hält sich der Andrang aber doch in Grenzen.

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    Der Anstiegshang hinauf zu den Gipfelfelsen ist nochmals steil, Skier und Harscheisen finden nur wenig Grip. Hier heißt es nun mit Vorsicht und Bedacht eine saubere Anstiegsspur zu legen. Was das Foto verschweigt: schon nach wenigen Metern in der Querung nach rechts würde ein Umfallen oder Stürzen eine rasante Abfahrt ins Kaisertal bedeuten - mit ungewissem Ausgang, zumindest bei diesen schwierigen Verhältnissen.

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    Kurz unterhalb des markanten Felsrückens befreien wir uns von der Last der Skier und queren zu Fuß an den unteren rechten Rand des Sporns, wo wir auch zugleich unser Skidepot errichten.

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    Wir entscheiden uns für eine Umgehung rechter Hand des sehr steil aufragenden Sporns. Hier die Einstiegsrampe im Rückblick. Bei besseren Verhältnissen ist es ratsam in der Westflanke etwas weiter südlich direkt in den Sattel zwischen Alplespleisspitzen und Guflespitze anzusteigen und später auf dem behäbigen SSO-Kamm der Guflespitze direkt zum Gipfel zu wandern.

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    Majestätischer Blick hinüber zu den Alplespleisspitzen. Links davon die mächtige Vorderseespitze, welche als einer der schwierigsten Skitouren in den gesamten Lechtaler Alpen gilt. Rechts davon Hoher Riffler und Blankahorn.

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    Uns bleibt heute nichts anderes übrig, als über den vom Föhnsturm fast aper gefegten Westrücken weiter anzusteigen. Bei teilweise orkanartigen Böen und schweren Beinen ein recht mühsames Unterfangen.

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    Den Gipfel der Guflespitze ziert weder Kreuz noch Steinmann. Auch ein Gipfelbuch ist nicht aufzufinden. Allerdings hat man die gewaltigen Felsgestalten der Holzgauer Wetterspitze, Feuerspitze und Vorderseespitze direkt vor sich auf dem Präsentierteller.

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    Trotz der weiterhin schwierigen Verhältnisse und der müden Knochen, lässt die Abfahrt hinab ins Kaisertal nur wenig Wünsche offen.

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    Blick aus etwa der Mitte der Westflanke auf Pimig, Schwarzer Kranz und Fleischkopf (v.r.n.l.), alle drei wurden schon mal für eine sommerliche Überschreitung vorgemerkt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Februar 2014
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  2. Nic

    Nic Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    2. Februar 2014
    Beiträge:
    21
    Interessante Tour auf einen einsamen Gipfel. Schön. Die Tour Pimig - Schwarzer Kranz habe ich dieses Jahr auch vor. Gibt ja kaum was darüber zu finden im Netz. Ein Bericht ist fällig. Euch weiterhin schöne und unfallfreie Touren! Gruß Nico
     
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