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Skitour / Snowboardtour Von Lech-Zug auf die Kleine (Obere) Wildgrubenspitze (2.625m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Tobias, 9. Mai 2013.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Erstklassige Mai-Skitour auf einen stattlichen, dennoch wenig beachteten Gipfel. Super Firnabfahrten, keine Gegenanstiege, keine Liftmasten!

    [​IMG] Aufstieg: ca. 3h
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1150 Hm
    [​IMG] Schwierigkeit (I)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Tobias

    Um möglichen allergischen Reaktionen auf die in Skigebieten so seltenen Liftanlagen vorzubeugen, beginnen wir unsere Tour am Zuger Lift. Von hier über die Skipisten empor... Wie bitte? Stimmt alles, ist aber deutlich weniger als halb so schlimm. Wer sich um die Weihnachtszeit die Sehschlitze noch nicht ganz zugevespert hat, der wird schnell feststellen, dass der Zuger Lift entgegengesetzt Richtung Kriegerhorn verschwindet, um den Skifahrern wieder die Abfahrt zu den Lech-Liften zu ermöglichen. Unsere Aufstiegsroute über Gstütalpe und Gümplejoch ​
    stellt lediglich eine vom Mahdlochjoch erreichbare Abfahrtsvariante nach Zug dar, und zumindest im oberen Teil fallen die Pisten praktisch nicht mehr auf bzw. können "umgangen" werden. Im unteren Teil halten sie sich hingegen bis weit in den Mai und bieten Anstieg und Abfahrt vom/zum geparkten Auto. Am Joch zwischen Zuger Mittagspitze und Stierloch-/Gümplekopf angekommen: Gümplejoch deswegen -, fällt der Blick sofort auf das bereits frühzeitig aufspitzelnde Tagesziel, dessen Bewerbung als "sehr lohnender Aussichtspunkt" (Walther Flaig, Alpenvereinsführer Lechquellengebirge, München 1977, erste Aufl.) alsbald in der großartigen Nah- und Fernkulisse bestätigt wird. In Spitzkehren ersteigt man den formschönen, nicht allzu steilen Gipfelkörper soweit wie möglich/gewünscht; die letzten Meter geht´s zu Fuß. (Sommerweg mittlerweile markiert und bei aperem Zustand sogar erkennbar.) Kann der Skiteil beinahe als anfängertauglich bezeichnet werden (Abfahrtskönnen immer vorausgesetzt!), so erfordert die mitunter ausgesetzte "Gipfelschneide" etwas Erfahrung im Steigen und Kraxeln in Skistiefeln. Mit diesem erschwerenden "Bonus" an den Füßen, darf eine Passage - ebenso eine mögliche Variante - mit UIAA I bewertet werden.

    Route: Lech Ortsteil Zug - Gstütalpe - Gümplejoch (zwischen Zuger Mittagspitze/Stierloch- Gümplekopf) - Kleine (Obere) Wildgrubenspitze


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    Start am Zuger Lift.

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    Über die ausreichenden Schneereste geht es zur ...

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    ... Gstütalpe.

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    An der Gstütalpe nach links über die mäßig geneigten, idealen Skihänge empor.

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    Omeshorn ...

    ... etwas geheimnisvoller Lecher Hausberg. In keinem mir bekannten, gängigen Führerwerk ist der durch die Grasflanke verlaufende Normalanstieg erwähnt. Möglicherweise eine Art Vorsichtsmaßnahme, um dem markanten Berg den "Massentourismus" zu ersparen. Der schwache, erdige und sehr steile Pfad, sowie die fehlende Infrastruktur in Form von diversen Einkehrmöglichkeiten werden den Gipfel mit ganz großer Sicherheit aber auch in Zeiten des www vor übermäßigem Ansturm bewahren.

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    Gümplejoch.

    Bald lugt schon der Gipfelbereich der Kleinen Wildgrubenspitze hervor.

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    Am Gümplejoch.

    Nach Belieben - im Idealfall ohne Höhenverlust bzw. Gegenanstiege - auf die Anhöhe vor dem Gipfelaufbau.

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    Spullerschafberg.

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    Betrieb am Berg ...

    ... heute zu fünft. Vermutlich eher ungewöhnlich.

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    Prächtig: Roggalspitze mit Roggalkante.

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    Verbindungsgrat zwischen Roggalspitze und Großer Wildgrubenspitze.

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    Große (Untere) Wildgrubenspitze, ...

    ... mit 2.753m höchster Gipfel des Lechquellengebirges.

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    Schneereste am Gipfelaufbau.

    In Spitzkehren wird angestiegen. Der markierte Sommerweg läuft rechts im Geröll.

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    Skidepot.

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    Die Sicht wird klarer.

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    Noch wenige Minuten.

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    Seit längerem auf der Wunschliste. Von hier unscheinbar, jedoch ziemlich geheimnisumwittert.

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    Schlüsselstelle im Rückblick.

    Beide Varianten (links, rechts) zuerst im Abstieg und (I). Aufstiegsrichtung links ausgesetzt und etwas brüchig, rechts leicht abdrängend, aber fest.

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    Kein Kreuz, kein Buch - am Gipfel der Kleinen Wildgrubenspitze.

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    Auf der Einkaufsliste:

    Der Übergang vom Kleinen Grätligrat soll sehr lohnend sein!

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    Großer Grätligrat.

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    Roggspitze und Lechtaler Berge.

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    Die Allgäuer.

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    Widderstein, Auenfelder Horn, Karhorn.

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    Roggalspitze und Spuller See.

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    Gehrengrat.

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    Spullerschafberg und Mehlsack.

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    Betrieb an der Vorderen Hasenfluh.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Mai 2013
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  2. Hoefatssuechtig

    Hoefatssuechtig Registrierter Benutzer

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    Routen auf das Omeshorn (2558m)

    Sehr interessanter Beitrag mit tollen Fotos, Tobias, vor allem von der Roggalspitze.

    Nun zum mysteriösen Omeshorn (2558m):

    Um etwas mehr Licht ins Dunkel des Omeshorns (2558m) zu bringen, veröffentliche ich hier alle bekannten Grasrouten auf diesen vergessenen Gipfel. In der alten 2. Auflage des Alpenvereinsführers Bregenzerwald- und Lechquellengebirge von 1968, von Walther Flaig herausgegeben, wird meiner Meinung nach die umfangreichste Beschreibung geliefert:

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    Omeshorn02paint.jpg
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    Omeshorn04paint.jpg
    Omeshorn05paint.jpg
    Omeshorn06paint.jpg
    Omeshorn07paint.jpg
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    Hier noch die beiden in den Beschreibungen erwähnten Bilder mit Legende:
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    Omeshorn11paint.jpg
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    Grüße, Christian aus Moormerland
     
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  3. Hoefatssuechtig

    Hoefatssuechtig Registrierter Benutzer

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    Routen auf das Omeshorn (2558m), Teil II

    Dem aufmerksamen Leser wird sicherlich aufgefallen sein, dass der erste, der 1904 das Omeshorn (2558m) überschritt und beschrieb, Dr. Karl Blodig (1859 - 1956) gewesen ist. Der berühmte Bergsteiger Karl Blodig war 1911 der erste, der alle damals als wichtig erachteten Viertausender der Alpen bestieg, was er 1923 in dem mittlerweile vielfach aufgelegten Werk "Die Viertausender der Alpen" festhielt.

    Als kleines "Schmankerl" werde ich nun seine Beschreibung vom Omeshorn (2558m) wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen, die 1905 in der Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins erschien. Viel Spaß beim Lesen!

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    Hier noch das Gemälde vom Alpenmaler Edward Theodore Compton (1849 - 1921), das den Zürser See gegen die Wildgruppe im Jahr 1904 zeigt mit (von links nach rechts) der Unteren Grätlisgratspitze, der Unteren Wildgrubenspitze, der Oberen Grätlisgratspitze und der Oberen Wildgrubenspitze:

    Omeshorn23paint.jpg
    Grüße, Christian aus Moormerland
     
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  4. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    AW: Von Lech-Zug auf die Kleine (Obere) Wildgrubenspitze (2.625m)

    Danke, Christian! Blodigs Route entspricht wohl dem heute gängigen Normalweg. Alle anderen Führen laden natürlich zu einer vermutlich äußerst lohnenden Überschreitung ein ...

    Gruß aus dem momentan hart verregneten Allgäu
     
  5. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Heute zum Skitourenabschluss wieder auf die Kleine Wildgrubenspitze, erweitert um die kleinen Gipfelchen Zuger Mittagspitze (die Erhebung im Grat zum Omeshorn heißt nur "Mittagspitze"!) und Mahdlochspitze. Bis knapp über die Gstütalpe mussten die Bretter an den Rucksack, sprich gute 350Hm. In leichten Bergschuhen aber kein Problem und für Anfang Juni ziemlich fair. Dann über feinen Sommerfirn hinauf; der Gipfelanstieg erfolgt - wie immer im Frühsommer - zu Fuß. Abfahrt bis unter den Sattel zwischen Zuger Mittagspitze und deren markanter Westschulter und im Sattel rechts über bereits steileres, jedoch gut gestuftes Gras empor. In etwa mittig auf deutlichem Gamswechsel nach links über Erde und Schotter an den kleinen Gipfelaufbau und einfach hinauf. Wieder im Sattel leiten ein kurzer Schuttanstieg und schließlich ein auffallendes, seilgesichertes Grasband nach rechts auf den einfachen Grat zur Zuger Mittagspitze. Weiter unproblematisch - zur Linken jedoch jähe Abbrüche zum Omeshorn - auf die Mahdlochspitze. Abstieg zum Mahdloch und hinab zum Skidepot. Insgesamt schlägt diese Unternehmung mit ca. 1350Hm zu Buche und stellt eine tolle Sommer/Winter-Kombi dar. Für diese Saison wars das aber ... Gruß, Tobias

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    Morgenerwachen über den Allgäuer und Lechtaler Bergen.

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    Kurz oberhalb der Gstütalpe ist es soweit: Die Ski wechseln vom Rucksack an die Füße.

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    Schöne Firnhänge (imposant: Westgipfel der Zuger Mittagspitze) ...

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    ... hinauf zum Gümplejoch. Im Winter die bekannte "Mahdlochabfahrt".

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    Die Kleine Wildgrubenspitze wird dann aber zu Fuß erstiegen.

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    Tolle Fächerungen und Verschneidungen an der Goppelspitze.

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    Roggalspitze mit namhafter Kante.

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    Überblick über die sommerliche Erweiterungen Zuger Mittagsspitze und Mahdlochspitze: Die Felsnase links ist der Westgipfel der Z-Mittagsspitze (Punkt 2441). Zwischen Z-Mittagsspitze und der runden Mahdlochspitze ganz rechts befindet sich noch ein kleiner Höcker.

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    Aufstieg in den Sattel zwischen Zuger Mittagsspitze (rechts) und deren Westgipfel (links).

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    Gamswechsel hinüber zum Westgipfel.

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    Rückblick Aufstieg in den Sattel.

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    Einfach auf den Westgipfel.

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    Zuger Mittagsspitze mit ...

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    ... eindeutigem Aufstieg über Geröll und Gras.

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    Das markante Band nach rechts mit Stahlseil.

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    Gipfelgrat Zuger Mittagsspitze.

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    Blick über einen Zwischenhöcker zur Mahdlochspitze.

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    Zuger Mittagsspitze von der Mahdlochspitze.

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    Die schöne Rätkalkschneide der Kleinen Wildgrubenspitze bietet einen lohnenden Alternativanstieg vom Kleinen Grätligrat kommend (II-III).

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    Eine Übersicht: Links die beiden Ostgipfel des Kleinen Grätligrats, etwas rechts sein Hauptgipfel. Dazwischen, im Hintergrund, der Große Grätligrat. Mittig die Große (Untere) Wildgrubenspitze, dann die bereits bekannte Kleine (Obere) Wildgrubenspitze, und ganz rechts der oberste Teil der Roggalspitze.

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    Blick über Spullersee und Plattnitzer(joch)spitze ins Rätikon.

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    Roggspitze und Valluga.

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    Gamsbodenspitze.

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    Abstieg Mahdlochspitze.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Juni 2017
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