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Leichte Bergtour Wannenberg, Hintere Üntschenspitze, Üntscheller, Güntlespitze, Hochstarzel, Unspitze

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 6. Juni 2010.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Kamm- und Gratwanderung in herrlicher Landschaft und üppiger Vegetation. Die teilweise ausgesetzten Grate erfordern Schwindelfreiheit und sicheres Gehen. Die Überschreitung der Unspitze ist durchaus anspruchsvoll und für Wanderpublikum gänzlich ungeeignet.

    Tour-Bewertung:

    [​IMG] Gehzeit: ca. 7 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1400 Hm / 17 km
    [​IMG] Schwierigkeit I
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Thom, Johannes, Surg

    Diese Rundtour ist wohl mit die schönste der einfacheren Gratwanderungen im Gebiet des Kleinen Walsertals. Für den geübten Bergsteiger birgt Sie keine wirklichen Schwierigkeiten, der teilweise weglose Anstieg hinauf zum Wannenberg erfordert etwas Orientierungsvermögen, der spätere Übergang zur Hinteren Üntschenspitze erfordert Schwindelfreiheit sowie die Beherrschung des unteren I. Schwierigkeitsgrades. Die nächsten drei Gipfel sind ebenfalls nur ausgesetzt zu erreichen, beherbergen aber keine technischen Schwierigkeiten mehr. Der Übergang zur Unspitze, dem letzten Gipfelziel dieser Tour, erfordert trittsicheres Gehen in steilem Gras- und Schrofengelände sowie das beherrschen von ausgesetzter Kletterei im I. Grad. Für die Überschreitung der Unspitze sollte man über einen guten Orientierungssinn, perfekte Trittsicherheit im steilen Erdschrofengelände und eine gute Portion alpinistischen Humors verfügen. Weniger erfahrene Bergsteiger oder Wanderer sollten daher von einer Besteigung oder gar Überschreitung der Unspitze Abstand nehmen und lieber von der Hochstarzel auf markierten Wanderwegen hinab nach Baad laufen.
    Diese Tour ist schon ab Anfang Juni durchführbar, allerdings ist eine Begehung zur Hauptsaison aufgrund der üppigeren Vegetation wohl noch lohnender.
    Wir starten unsere Tour vom großen Wanderparkplatz im kleinen Örtchen Baad im hintersten Winkel des Kleinwalsertales. Vom Parkplatz aus folgen wir wenige Meter dem Wegweiser mit der Aufschrift "Bärgunthütte" auf breitem Forstweg, biegen vor der großen Brücke nach rechts und bleiben wiederum nur wenige Meter auf diesem Pfad, bis uns links ein kleineres Brücklein über den Bach hilft. Von dort ziehen wir direkt auf den steilen Grasmatten hinauf in den bewaldeten Nordostrücken des Wannenkopfes.

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    Schon zu Beginn des Nordrückens hat man den Hammer-Ausblick schlecht hin: links der Doppelgipfel des Kleinen Widdersteins und rechts die gewaltige Felsszenerie des Großen Widdersteins. Immer wieder ein erfüllender und faszinierender Anblick.

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    Im unteren Bereich des Nordostrückens gibt es immer wieder kurze lichte Passagen, die den Fichtenwald unterbrechen, sodass man einen freien Blick auf das Umland genießen kann. Bei Nässe oder feuchten Verhältnissen ist der Aufstieg zum Wannenkopf recht glitschig. Der folgende Anstieg im dichten Wald ist etwas mühsam, teilweise versperrt einem etwas Totholz den Weg. Es gibt mehrere mögliche Routen nach oben. Als Orientierung dient immer die Kammhöhe.

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    Nach knapp 75 Minuten erreichen wir eine kleine wassergefüllte Mulde am Wannenkopf. Ab hier endet der Wald und wir steigen nun weiter am Grat über Gras und durch Erlengebüsch auf. Teilweise muss das Erlengebüsch auch etwas links unterhalb des Grates umgangen werden. Rechts vom Grat sorgen immer mehr Abbrüche für nette Tiefblicke.

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    Die letzten Meter hinauf zum nur wenig ausgeprägten Gipfel des Wannenkopfes. Im Hintergrund ist schon unser nächstes Ziel der Tour erkennbar: die Hintere Üntschenspitze.

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    Nach eineinhalb Stunden Fußmarsch erreichen wir den Gipfel des Wannenkopfes (1.829m). Dieser lädt dank der tollen Aussicht hinüber dem Widdersteinmassiv zu einer kleinen Vesperpause ein. Oder um sich einfach den Schlaf aus den Augen zu reiben...

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    Die Hintere Üntschenspitze mit ihrer schroffen Nordflanke. Auf dem Gegenhang herrschen ähnliche Neigungswinkel, jedoch ist diese üppigst bewachsen. Der weitere Weg verläuft immer direkt am Grat - mit der schönste und spannendste Abschnitt der gesamten Tour.

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    Beim Aufstieg über den teilweise scharfen und steilen Grat darf man auch gerne mal die Hände zur Unterstützung nehmen. Vor allem wenn die Pfadspur noch etwas nass und rutschig ist. Im Hintergrund ist der Gipfel des Wannenkopfs zu sehen. Von diesem zieht hier gut sichtbar der Nordostgrat nach links unten.

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    Ein herrlich ausgesetzter Grasgrat leitet uns vom Vorgipfel der Hinteren Üntschenspitze zum Hauptgipfel. Die "Schlüsselstelle" ist gerade noch so am unteren Bildrand zu erkennen. Ein etwa 3 Meter langes und leicht nach Süden abfallendes Schrofenstück ist zu überwinden (I-). Das ehemalige Sicherungsseil ist hier nicht mehr intakt.

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    Die letzten etwas ausgesetzten, aber gut gestuften Meter hinauf zur Hinteren Üntschenspitze. Von hier hat man einen guten Ausblick auf sämtliche Gipfelziele dieser Tour. Es sei denn, das Wetter spielt wie in unserem Fall nicht wirklich mit.

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    Beim Abstieg von der Hinteren Üntschenspitze zum südlichen Derrenjoch hat man einen düsteren Ausblick auf eine ebenfalls lohnende, jedoch um eine vielfaches diffizilere Grattour in diesem Gebiet: rechts der Heiterberg, links davor der Älpelekopf und links hinter diesem gerade noch so zu erkennen - der Weiße Schrofen.

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    Kurz vor Erreichen des südlichen Derrenjochs noch einmal der Blick über die Schulter auf die schönen Grate an der Hinteren Üntschenspitze - rechts der Hauptgipfel.

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    Vom südlichen Derrenjoch ist es nun nicht mehr weit bis zum beschilderten Abzweig zum Üntscheller. Von dort folgen wir den Wegweisern teilweise über Restschneefelder immer Richtung Westen. Hier der Rückblick auf die Güntlespitze, die wir später überschreiten werden.

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    Der Weg zum Üntscheller ist leicht, bietet teilweise aber schöne Tiefblicke und im Sommer sicher ein gewaltiges Repertoire an Alpenblumen. Bei genauer Betrachtung ist sogar schon das Kreuz zu erkennen.

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    Gut gelaunt am Gipfel des Üntscheller. Zwar versperren uns einige Wolken die Sicht auf die umliegende Bergregion, trotzdem ist hier ein perfekter Platz zum Rasten - fachsimpeln und vespern.

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    Stimmungsvoller Blick über Schoppernau hinweg zur Kanisfluh.

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    Nach vollendeter Pause machen wir uns wieder an den Rückweg - nächstes Ziel ist die Güntlespitze. Hier ist gut zu erkennen, dass man trotz des einfach zu beschreitenden Wanderweges eine Menge an Tief- und Ausblicken geboten bekommt.

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    Nach dem wir wieder auf unseren vorher verlassenen Weg zurückgekehrt sind, müssen nun nur noch wenige Höhenmeter hinauf zur Güntlespitze bewältigt werden. Im Hintergrund ist schon der Gipfel zu sehen.

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    Der Abstieg von der Güntlespitze zum nördlichen Derrenjoch erfordert gerade bei feuchten Verhältnissen einiges an Trittsicherheit.

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    Rückblick vom nördlichen Derrenjoch auf die Güntlespitze. Über den linken Grat verläuft der Normalweg, über den rechten Grat mit den kleinen Köpfen führt laut Laudahn aber der attraktivere Abstieg. Wir mussten uns auf Grund der Schneeverhältnisse für den Normalweg entscheiden.

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    Vom nördlichen Derrenjoch zieht ein kleiner "Klettersteig" (laut Beschilderung) hinauf zur Hochstarzel. Jedoch erwartet einen hier nichts anderes wie auf den vorher begangenen Gipfeln, mit der einzigen Ausnahme, dass hier ein Stoplerseil neben der Pfadspur gespannt wurde.

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    Im oberen Bereich der Hochstarzel schnürt sich der Grat nochmal zusammen und man genießt herrliche Tiefblicke über die von Gras überwucherten steilen Schrofenhänge.

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    Vom Gipfel der Hochstarzel aus hat man den spektakulärsten Blick auf die Unspitze, die wie auch die anderen Berge in dieser Region an den Südhängen üppigst begrünt ist und im Norden mit schroffen Felsabbrüchen ins Tal stürzt. Hier endet die Tour für Wanderer und weniger erfahrene Bergsteiger. Allein der Abstieg in die Scharte zwischen Hochstarzel und Unspitze im steilen Gras und brüchigen Schrofen ist nicht ohne, besonders zu dieser frühen Jahreszeit und den feuchten Bedingungen.

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    In der Hauptsaison, wenn das Gras länger ist, würden wir den Abstieg direkt an der Kante hinab in die Scharte empfehlen. Anfang Juni befinden sich dort allerdings durch das sehr kurze und glatte Gras kaum sichere Trittmöglichkeiten, weshalb wir direkt in die teilweise 45° steile, aus Gras und brüchigen Schrofen bestehende Ostflanke der Hochstarzel ausweichen müssen. Ein Pickel ist hier recht hilfreich für den Abstieg und gibt teilweise den nötigen Halt.

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    Blick von der Scharte auf die Unspitze. Die kleine grüne Erhebung im Vordergrund wird rechts herum umgangen. Wir steuern den nach rechts unten ziehenden Westgrad direkt an. Rechts hinter dem Grat ist der Gipfel des kleinen Widdersteins zu sehen.

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    Rückblick auf unseren Abstiegshang vom Gipfel der Hochstarzel. Wir sind zu erst vom Gipfel dem Grat nach rechts gefolgt bis in etwa dessen Mitte, dann sind wir nach links unten über die Grasplanken gequert und durch die gut erkennbare, sehr steilen Schrofenrinne unterhalb der Felsabbrüche abgestiegen.

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    Der Westgrat der Unspitze beginnt steil, allerdings ist das Gras hier gut gestuft und prima zu ersteigen. Mit jedem Meter nimmt die Ausgesetztheit des Geländes zu.

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    Jo und Simon beim Überwinden des ersten von zwei Steilaufschwüngen (I+). Bei der über mannshohen fast senkrechten Stufe ist der brüchige Fels mit Vorsicht zu genießen. Mit etwas Armkraft kann man sich dann aber doch leichter als gedacht über diesen hinwegsetzen.

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    Die zweite Steilstufe kurz unterhalb des Gipfels ist zwar nicht mehr ganz so steil, jedoch durch die exponierte Lage noch spannender zu erklimmen (I). Hier ist nochmal volle Konzentration angesagt - ein Fehler wäre höchstwahrscheinlich letal.

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    Freudiges "Einklatschen" am letzten unserer heutigen 6 Gipfel. Das kaputte Kreuz lehnt am Hang. Es beherbergt aber ein Gipfelbüchlein, in welches sich nur wenige Bergsteiger im Jahr verewigen. Nach einer kurzen Pause machen wir uns an den Abstieg über den Ostrücken, da wir die Unspitze (wie von Hr. Laudahn empfohlen) überschreiten möchten. Wie schon zu Beginn dieses Berichtes erwähnt, sollte man aber über die oben aufgeführten Attribute verfügen. Möchte man die Unspitze lieber nicht überschreiten, so steigt man zunächst den Westgrat wieder zu dessen Fuß hinab und von dort über einen nicht zu steilen Grashang hinab zur Oberen Spitalalpe, wo man wieder auf einen markierten Pfad trifft, der bequem zurück nach Baad führt.

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    Kurzes Päuschen am Ostrücken der Unspitze. Bis hierher ist die Überschreitung einfach und schön zu gehen. Man sollte sich stehts am Kamm orientieren, da man direkt auf Abbrüche zusteuert und diese am ungefährlichsten in Kammnähe überwinden kann.

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    Hier die Schlüsselstelle im Abstieg. Eine nasse, erdige und sehr steile Grasrampe führt zwischen den sonst nicht zu überwindenden Ostabbrüchen hindurch. Ohne Pickel würden wir die Passage als recht heikel einstufen. Ich persönlich bin etwas direkter in die Abbrüche eingestiegen, wo ich mich dann gut 5-6 Meter fast senkrecht durch brüchigen Fels, Dreck und Erlengebüsch fummeln musste - echt nicht empfehlenswert.

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    Nach der erdigen Steilrampe kämpfen wir uns durch dichtes Erlengebüsch zurück auf den Ostgrat. Der weitere Abstieg erfordert stehts Konzentration, Orientierungsvermögen und Trittsicherheit.

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    Auf den letzten 150 Hm vereinigen sich die einzelnen Trittspuren zu einem kleinen Pfad, der uns steil und teilweise glitschig nach unten führt. Am Fuß des Ostgrates treffen wir direkt auf einen komfortablen Wanderweg, der uns die letzten Gehminuten nach Baad zurück zum Auto führt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. April 2014
  2. Kommentar zur Tour: Wannenberg, ... Hochstarzel, Unspitze

    Finde den Artikel sehr interessant, bin Mitte Juni über den Hochstarzelgrat gegangen, hier zwei Fotos dazu
    http://www.panoramio.com/photo/57109884
    Gruß Klaus
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 4. September 2011
  3. Jens

    Jens Registrierter Benutzer

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    Augsburg-Land (Süd)
    Die wie immer schöne Tourenbeschreibung lässt eigentlich keine Fragen offen.
    Aufgrund der noch vorhandenen Schneeauflage zum Zeitpunkt der Tour habt ihr zu Recht auf die Begehung des Güntlespitze-Nordgrats vorsichtshalber verzichtet.
    Bei mir waren die Randbedingungen etwas günstiger, somit kann ich diese kleine 'Lücke' schließen und zuvor noch einen kurzen Hinweis auf eine weitere Zugangsmöglichkeit zur Hinteren Üntschenspitze geben:

    Der direkte Zugang über den Wannenberg ist natürlich der logische, der Idee einer 'Derrentalumrahmung' auch entsprechende Weg.
    Als Alternative gibt Herr Laudahn die Route über die Bärgunthütte / Stierlochalpe / Üntschele (Üntschenjoch P1854) an, die nach Autor etwa zeitgleich ist. Diesen etwas gemächlicheren Tourstart gönnte ich mir.

    1_vereister_Untergrund.jpg
    Bild 1
    Zwischen Stierlochalpe und Ünschele sind einige nasse Passagen zu queren.
    Bei meiner Begehung Anfang Dezember ist hier besonders konzentriertes Gehen im Bereich des vereisten Baches und der oft etwas versteckten Eislinseneinlagerungen im weiteren Wegverlauf unabdingbar.

    2_Hintere_Uentschenspitze_Kreuz.jpg
    Bild 2 östlicher Vorkopf der Hinteren Üntschenspitze
    Die genannte Zugangsalternative trifft von Süden her, nördlich vom Üntschenjoch (P1854), beim östlichen Vorkopf der Hinteren Üntschenspitze auf die Route, die vom Wannenbergkamm herüber zieht.
    Die Hintere Üntschenspitze hat hier seit kurzem ein schönes Gipfelkreuzle mit liebevoller Ausstattung spendiert bekommen.


    3_Hintere_Untschenspitze_Gratverlauf.jpg
    Bild 3
    Bald ist der höchste Punkt der Hinteren Üntschenspitze erreicht.
    Bis dorthin sind die in Thoms Bericht beschriebenen schmalen Passagen zu meistern.
    Die Wegfortführung vom höchsten Punkt der Hinteren Üntschenspitze nach Westen bis zum Südlichen Derrenjoch / Güntlespitze ist einfacher.


    4_Guentlispitze_Nordgrat_Einstieg.jpg
    Bild 4 An der Güntlespitze, Einblick in den Nordgrat
    Bei besseren äußeren Rahmenbedingungen ist für geübte Geher an der Güntlespitze - nach einem optionalen einfacheren Abstecher zur Vorderen Üntschenspitze und abweichend vom ausgeschilderten Wanderweg - weglos eine Tourfortsetzung zum Nördlichen Derrenjoch über den Nordgrat der Güntlespitze möglich.
    Auch der zutreffenden Laudahnschen Beschreibung 'Er (der Nordgrat) ist unschwierig, aber stellenweise steil und etwas ausgesetzt und erfordert trittsicheres Gehen …' ist textlich nichts hinzuzufügen. Ergänzend von mir hierzu noch ein paar Fotos:
    Zum Einstieg in den Nordgrat der Güntlespitze geht’s direkt vom Gipfel erst mal nach links (West) ein kurzes Stück den recht steilen Abschwung hinunter (auf Bild 4 im Vordergrund die verschattete Passage).


    5_Nordgrat_Guentli_oben.jpg
    Bild 5 Nordgrat Güntlespitze
    Rückblick auf den ersten Abschwung


    6_Nordgrat_Guentli.jpg
    Bild 6
    Wie auf Bild 4 zu erkennen, zieht der Grat mal breiter, mal ziemlich schmal, dabei einige Höcker ausbildend, nach Norden hinab.
    Anfang Dezember ist das Gras nach der diesjährigen langanhaltenden Trockenperiode im Herbst strukturell doch ziemlich am Ende. An etwas kritischeren Stellen kann deshalb ein beherzter Pickelschlag nicht Schaden und bringt sicherungstechnisch zusätzliche Redundanz.


    7_Nordgrat_Güntli.jpg
    Bild 7
    An den Höckerabschwüngen geht der Grat immer wieder von alpenrosenbestandenen Graspassagen in Schrofenabschnitte über. Wie häufig sind hier die Steine nicht immer ganz zuverlässig mit dem Untergrund verbacken, die Tritte und Griffe müssen mit Bedacht möglichst auf Druck belastet werden.


    8_Unspitze.jpg
    Bild 8
    Vom Grat aus lockt schon die Unspitze, deren Überschreitung nur für Geübte in Frage kommt.


    9_Nordgrat_Güntli.jpg
    Bild 9 Nordgrat Güntlespitze
    Im Westen präsentiert sich die Vordere Üntschenspitze, die ebenfalls nach Norden hin einen markanten Gratausläufer (nach rechts abfallend) ausbildet.



    10_Steinadler.jpg
    Bild 10
    Während meines Abstiegs vom Nordgrat ziehen zwei Steinadler elegant in weiten Kreisen über dem Schrecksbachtal.


    11_Nordgrat_Guentli.jpg
    Bild 11
    Zum Nördlichen Derrenjoch hin verflacht der Güntlespitze-Nordgrat und bildet sich nach Osten hin mehr rückenartig aus, die Abstürze nach Westen sind jedoch weiterhin im Auge zu behalten.
    Die während der Sommermonate im satten Grün erscheinenden Flanken sind Anfang Dezember beinahe in etwas surreal anmutende Mondlandschaften übergegangen.


    12_Nordgrat_Güntli_Rueckblick.jpg
    Bild 12
    Der Nordgrat der Güntlespitze im Rückblick.
    Am rechten Rand der Sonnenscheibe der Güntlespitze-Gipfel, die rechten Konturen sind Höcker des Nordgrats.


    13_zur_Hochstarzel.jpg
    Bild 13
    Auf dem Weiterweg vom Nördlichen Derrenjoch zur Hochstarzel bleibt es schmal und es ist weiterhin Trittsicherheit gefragt.


    14_zur_Hochstarzel.jpg
    Bild 14
    Die von Thom erwähnten Seilsicherungen sind über Winter demontiert.


    15_Unspitze_Westgrat.jpg
    Bild 15 Unspitze Westgrat
    Ein Highlight der erlebnisreichen Tour ist wohl die Überschreitung der Unspitze.
    Der Aufstieg über den Westgrat macht wirklich Laune, zwischendurch etwas Luft unter den Beinen, leider sind die kurzen, unschwierigen Kletterpassagen viel zu schnell vorbei.


    16_Gipfel_Unspitze.jpg
    Bild 16 Gipfel Unspitze
    Auch das sanierungsbedürftige Gipfelkreuz der Unspitze wurde zwischenzeitlich erneuert.


    17_Unspitze_Abstieg_Ostruecken_oben.jpg
    Bild 17 Unspitze Ostrücken
    Rückblick: der Abstieg auf dem Ostrücken der Unspitze fängt erst mal recht hübsch an.
    Anscheinend ist die von Thom gezeigte Schlüsselstelle im Abstieg tatsächlich der 'Normalweg', ich bin genauso runter.
    Thom hat's auf den Punkt gebracht, man sollte den Abstieg am besten mit etwas Humor nehmen. Selbst bei den ausgezeichneten Tourenbeschreibungen von Günther Laudahn ist hin und wieder mit einer kleinen Überraschung rechnen.
    Übrigens scheint sich Herr Groth über den Ostgrat auch mal ein bisschen 'geärgert' zu haben:
    war diese Route bis zur 12. Auflage im AVF noch moderat mit 'I, sehr mühsam' beschrieben, wurde sie in der 14. Auflage (Autorenschaft: Groth/Seibert, die 13. hab ich leider nicht) mit dem Vermerk 'II, sehr mühsam, …, Steigeisen vorteilhaft' ein klein wenig 'abgestraft'.


    18_Abstieg.jpg
    Bild 18
    Beim Abstieg vom Ostrücken der Unspitze: Blick nach Osten zum Elferkopf
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2011
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  4. Alpenindianer

    Alpenindianer Registrierter Benutzer

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    Sonthofen
    Im hinteren kleinen Walsertal eine wirkliche Panoramatour und wie immer bei Euch gut beschrieben bzw. bebildert.
    Weiter so und immer aufrecht und nie überheblich.
     
    Thom gefällt das.
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