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Empfohlen Klettern "Westsidestory" am Maldongrat (VI)

Dieses Thema im Forum "Klettern & Bouldern" wurde erstellt von Thom, 26. Juni 2022.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Hingegen einiger Berichte im Netz definitiv lohnende Kletterei in wildem Felsambiente. Lediglich die erste 1,5 Seillängen sind etwas schuttig, danach wissen zumeist guter Fels und herrlich steile aber gutgriffige Kletterpassagen mehr als zu überzeugen.

    [​IMG] Tourenzeit ca. 5 Std. / Kletterei ca. 3-3,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 750 Hm / ca. 240 Hm Kletterei / ca. 5 km
    [​IMG] Schwierigkeit IV
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Tobi, Thom

    Wieder ein Hochsommertag, wieder Lust auf eine MSL-Tour im Dreierteam, wieder Ausgangspunkt Hahntennjoch - ja wieso eigentlich nicht! Schließlich hatten wir die Route "Westsidestory" schon seit längerem ins Auge gefasst und heute schien der richtige Tag dafür gekommen zu sein. Die Klettertopo sah ansprechend aus, Begriffe wie Piazriss und Lochplatte klangen ebenfalls, zudem lockte uns an diesem Tag die Kühle der Nordwestwand - das es allerdings dank starken Windböen derart frisch werden würde, hat uns dann doch etwas überrascht. Der Zustieg ist kurzweilig, unproblematisch und die Orientierung ist leicht. Die erste Seillänge ist die alpinste von allen, ein kurzer Aufschwung (IV-) muss hierbei erklommen werden. In der zweiten Seillänge folgt nach kurzer Gehpassage durch Schutt ein wunderbares, gutgriffiges Wandl (V-) hinauf zum 2. Stand. Dann geht es über die eingangs erwähnte Lochplatte (V+) in schöner Kletterei durch nicht ganz stabilen Fels hinauf in einen kleinen Felskessel mit Stand. Weiter links luftig um ein Eck (IV) und nach kurzem Quergang über kompaktere Felsplatten (V) hinauf zum herrlichen Piazriss (VI) und abschließend über zwei gutgriffige Wülste (V) zum 4. Stand. Kurz in leichter Kletterei (III) auf einen angelehnten kurzen Pfeiler und den Bohrhaken folgend durch die steile und kompakte Abschlusswand (VI) zum letzten Stand. Runout dann entweder links über eine weitere 50m Seillänge im oberen dritten Grat oder gerade hinauf durch extrem rutschigen Schotter auf ein Band und diesem nach rechts folgend zurück zum Wanderweg, welcher einen weniger Meter später zum Steinjöchl ohne Schwierigkeiten hinableitet.

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    Altbekannter und viel frequentierter Zustieg vom Hahntennjoch hinauf ins Steinjöchl.

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    Nach Überschreitung des Steinjöchls geht es weiter Richtung Anhalter Hütte. Wir verzichten auf ein Einqueren in den gerölldurchsetzten Grashang direkt zum Einstieg, um Steinschlag Richtung Wanderweg zu vermeiden.

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    Stattdessen geht es in einem kleinen Bogen ausholend über einen herrlich beblumten Graskegel hinauf zum Einstieg mit Tafel.

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    Die erste Seillänge ist noch etwas alpin gestrickt, ein erster kurzer Steilaufschwung muss von rechts kommende überklettert werden (IV), der Rest bewegt ist deutlich einfacher.

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    Vom 1. Stand geht es dann links am auffallenden Felszapfen recht brüchig aber einfach an den nächsten Steilaufschwung heran, welcher wirklich Appetit auch mehr macht. Das herrliche und gutgriffige Wandl (V-) besteht aus festem Fels, schöne Kletterzüge zum Warmwerden in der sehr schattigen und kühlen Nordwestwand (trotz 30° im Tal).

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    Das kleine Wandl aus der Nähe.

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    Die 3. Seillänge verläuft über tuffartigen, löchrigen Fels, welcher mit Bedacht belastet werden sollte. Der Fels ist zwar fest, aber kann gern auch mal unter den Fingern zerbröseln. Zunächst halbrechts über schöne Platte (V), dann nach links über einen steilen Aufwurf (V+) hinweg zum nächsten Stand in einem kleinen Kessel.

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    Von diesem Stand klettert man links um einen Felskante ausgesetzt herum (IV) und steigt der ersten Schlüsselstelle entgegen - dem fantastischen Piazriss (VI). Leider haben wir kein Foto hiervon machen können. Der Piazriss ist steil, aber herrlich griffig, ein Auspreizen mit den Füßen erleichtert die Armarbeit - es geht aber auch ohne. Tobi steigt hier gerade von der 1. Schlüsselstelle aus, in gutem Fels gelangt man hinauf zu Stand vier (V).

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    Auch die fünfte Seillänge wartet mit dem 6. Schwierigkeitsgrad auf. kurz hinauf über einen einfachen Felspfeiler (II-III) und dann Einstieg nach rechts in die sehr steile Platte. Rechts an einer äußerst fragilen Felsschuppe hinauf, welche nicht belastet werden sollte und kleingriffig gerade hinauf zum letzten Stand (VI). Die Schwierigkeiten sind ab verlassen des kleinen Pfeilers anhaltend, die Hakenabstände erfordern sauberes Klettern.

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    Im oberen Bereich der steilen Platte - wirklich eine ehrliche und nicht anspruchslose Passage.

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    Ausstieg aus der letzten Seillänge. Wer jetzt noch mag, folgt dem roten Pfeil links ums Eck und bekommt so nochmal eine Seillänge im oberen dritten Schwierigkeitsgrat in nicht immer zuverlässigen Fels serviert. Da wir heute die einzigen in der Westsidestory waren ...

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    ... entscheiden wir uns für den höllisch brüchigen Ausstieg nach rechts über ein später gut gangbares Band. (bitte nicht bei Betrieb in der Route!) So gelangen wir schnell zurück auf den vom Gipfel des Maldongrates herab ziehenden Weg und steigen zurück ins Hahntennjoch.

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    Blick auf Falschkogel, Reichspitze(n) und Muttekopf gegenüber.

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    Hahntennjoch ... mit Wurstbude ... die Zeiten ändern sich ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juli 2022