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Schwerer Klettersteig Zweiländerklettersteig auf Kanzelwand (2.059 m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Tobias, 5. Oktober 2008.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny/Maierhöfen
    Relativ kurzer, aber bereits recht anspruchsvoller Trainingssteig für Könner in immens frequentiertem und erschlossenem Gebiet.

    [​IMG] Gehzeit: ca. 5 Stunden
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] Strecke: 12 km /ca. 1450Hm
    [​IMG] Schwierigkeit KS C/D (längere Stellen)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Thom, Tobi



    Zwar erst dieses Jahr (2008) offiziell eingeweiht, hat der Steig bzw. vielmehr seine überforderten Begeher der Bergwacht letztes Jahr schon Einsätze beschert. Die Beliebt- und Bekanntheit sowie die komfortable Erschließung des Gebiets durch Bergbahnen werden daran wahrscheinlich auch nicht viel ändern. Über 200 Höhenmeter quert der Klettersteig die Kanzelwand hinauf zum Gipfel, und das durchweg auf höherem Niveau. Ausruhen ist nicht, aber wer will das schon. Heißt ja Klettersteig und net Gehsteig.

    Wer meint, hier anfangen zu können, der wir recht bald feststellen, dass große Probleme am Start sind. Die ersten Meter beginnen steil, was auch so bleibt, im Mittelteil wird der Steig noch etwas fordernder. Also: Nur einsteigen, wenn man sicher ist, ein vorzeitiges Abbrechen ist nicht möglich! Für routinierte Bergsportler stellt der Steig hingegen eine tolle Trainingsmöglichkeit dar, schnelle Zeitgenossen zocken sich in unter einer Stunde durch. Steilwände sind fast ausnahmslos durch Bolzen und Bügel entschärft und stellen keine größeren Herausforderungen dar, was vielleicht der einzige "Grund zum Meckern" ist, aber Spaß bringts dennoch. Anspruchsvoll und herrlich ausgesetzt ist zum Beispiel eine lange Querung (teils C/D), die eine gute Kraftausdauer, besonders in den Unterarmen, als auch einige Fußtechnik verlangt. Möglicherweise könnten winzige Passagen gegen D tendieren, Aspiranten dieses Steigs sollte das aber nicht aus dem Konzept werfen, zumal eine Extrabewertung für jeden Miniabschnitt meiner Meinung nach gar nichts taugt. Für etwas "schwächere" Geher empfiehlt sich somit die Mitnahme einer kurzen Bandschlinge, die ein kurzes Abhängen im Seil erlaubt.

    Route: Riezlern - Riezler Alpe - Gehrenspitze - Gundkopf - Gundsattel - Kanzelwand KS - Normalweg - Güterweg - Riezlern

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    Tau kann faszinieren ...


    In Riezlern kann man direkt an der Bahn gegen kleine Gebühr parken. Man latscht einige Meter stadteinwärts und biegt dann nach rechts ab (zum Capingplatz; vermutlich ausgeschrieben). Ein unscheinbarer Campingplatz wird passiert und die letzten Häuser sind bald zurückgelassen.
    Durch Wald geht es empor, dann erreicht man eine hölzerne, recht große Hütte: die Riezler Alpe. Wer mag, der gelangt von hier direkt in den Gundsattel zwischen Fellhorn und Kanzeland; wir entscheiden uns für zwei Gipfel und einen schönen Grat (etwa 200Hm mehr), zweigen nach rechts ab und steigen durch üppige Vegetation weiter auf.
    Die Gehrenspitze sowie der Gundkopf werden überschritten, dann steigt man zügig in die Scharte zwischen Kanzelwand und Fellhorn ab.
    Wegweiser leiten uns ab hier in kurzer Zeit zur (Kanzel) Wand und über Geröll und Gras an deren Fuße entlang zum Einsteig; unsere Abstiegsroute wird der Güterweg darstellen - sicher keine alpine Schönheit, aber eben schnell und eine gute Gelegenheit sich im Bergabjoggen nochmals richtig auszupowern. Wer`s wissen will, der meistert die teils sehr steilen 900Hm von Riezlern aus mit dem Rad. Viel Spaß und ... Respekt ...


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    Der Hohe Ifen mit Gottesackerplateau.


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    Türkenbundlilie.


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    Der untere Teil des Grasgrates.


    Irgendjemand war hier mit dem Rasenmoped unterwegs...

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    Das berühmte Allgäuer Dreigestirn: Trettachspitze, Mädelegabel und Hochfrottspitze.


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    An der (Kanzel) Wand entlang zum Einstieg.


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    Betrieb im KS.


    Einige Steiger vor uns, einer ist umgedreht. Sehr löblich und absolut keine Schande. Viele wollens unbedingt durchziehen und müssen dann aus der Wand gehievt werden.

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    Senkrecht.


    Es geht steil los, und dieses Niveau wird fast durchgehend gehalten, was den Steig auch ohne eigentliche Schlüsselstelle recht anstrengend macht.

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    Zwischendurch erdige Stufen und Bänder.


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    Eisenweg.


    Die kurzen Wandaufschwünge sind reichlich mit Trittbügeln gespickt. Ohne diese wär der Steig noch anspruchsvoller.

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    Kräftezehrend.


    Die anstrengende und relativ lange Querung erfordert Kraftausdauer. Wie an einer Perlenkette reihen sich immer mehr Leute am zum Glück perfekt gespannten Stahlseil.

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    Am Ende dieser Passage.


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    Klinken.


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    Fester Fels.


    Schöner als Eisen: Naturtritte benutzen.

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    Am Ausstieg.

    Wer mag, der kann über einen kurzen Übungssteig abklettern.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19. Januar 2015
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