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Leichte Bergtour Sedererstuiben(1.737m), Buralpkopf(1.772m), Gündleskopf(1.748m), Rindalphorn(1.821m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 13. Februar 2011.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Hübsche Kammtour am nördlichen Rand der Allgäuer Alpen auf einem Teil der zur Saison furchtbar überlaufenen Nagelfluhkette. Tolle Fernsicht nach allen Seiten.

    Tour-Bewertung:

    [​IMG] Gehzeit: ca. 6,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1320 Hm / 17,5 km
    [​IMG] Schwierigkeit I+ / T5 (Variante am Rindalphorn)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung (im Sommer überlaufen)

    [​IMG] Tourengänger: Thom, Johannes, Sebastian, Florian

    Diese herrliche Gratwanderung vom Sedererstuiben hinüber zum Rindalphorn, dem formschönsten Gipfel der Nagelfluhkette, lässt sich dank des Südanstieges hinauf zum Sedererstuiben schon recht früh im Jahr absolvieren. Die hier beschriebene Tour unterscheidet sich durch zwei weglosen Varianten im Aufstieg zum Sedererstuiben und Rindalphorn gegenüber dem Normalweg und ist daher für Wanderpublikum gänzlich ungeeignet. Allerdings liegen die Normalwege nie weit von unseren Anstiegen entfernt, es sollte also keinerlei Orientierungsschwierigkeiten geben.
    Startpunkt unserer Tour ist wie auch bei anderen Touren auf die Nagelfluhkette der Parkplatz an der Gunzesrieder Säge. Von dort geht es kurz der Teerstraße folgend tiefer ins Gunzesrieder Tal, bis wir dem Wegweiser mit der Aufschrift "Ornachalpe" nach rechts folgen, kurz über den Bach und hinauf in den Wald. Von dort immer weiter auf dem Weg bis zur verfallenen Rottachalpe, wo sich der Normalweg Richtung Nordosten hinauf in die Scharte zwischen Sedererstuiben und Stuiben schlängelt. Wir halten uns hier in nordwestlicher Richtung und steigen weglos über die Rippe (T4) direkt rechts über der markanten Rinne, die fast bis hinauf zum Gipfel zieht. Nach diesem kleinen Steilgrasausflug ist der Gipfel des Sedererstuiben auch bald erreicht. Von hier geht es nun in schöner Kammwanderung über den unbekreuzten Buralpkopf auf den Gündelskopf. Danach folgt der Abstieg in die Gündlesscharte. Von der Scharte steigen wir schnell dem Ostgrat des Rindalphorns entgegen, der direkt zwischen den zwei ins Auge fallenden Rinnen liegt, die vom Gipfel des Rindalphorns parallel hinunter in die Gündlesscharte ziehen.Auf dem Grat oder knapp daneben geht es mitunter sehr steil über Gras und Schrofenstellen aufwärts, an manchen Stellen ist der Grat gut ausgesetzt (T5). Im oberen Drittel wird der Grat dann komplett schrofig und es muss die ein oder andere weniger schwere denn heikle Kletterei (bis I+) in brüchigstem Nagelfluh überwunden werden. Für den geübten Bergsteiger jedoch deutlich interessanter als der Wanderweg hinauf zum Rindalphorn. Nach dem Erreichen des Rindalphorn-Gipfels steigen wir auf dem Normalweg wieder zur Gündlesscharte ab. Von hier Abstieg zur Hinteren Aualpe und Rückweg durchs Gunzesrieder Tal zurück zur Säge.

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    Bei eisigen Temperaturen machen wir uns auf den Weg durch das noch schattige Gunzesrieder Tal.

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    Schöner Blick auf die schon fast schneefreie Südflanke des Stuiben.

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    Nach einer guten dreiviertel Stunde erreichen wir die große Ornachalpe. Es geht weiter auf gut markierten Wanderwegen, die jedoch nun mehr und mehr an Steigung zulegen.

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    Fast schon herbstliche Stimmung an einem Traumtag im Februar. Mit zunehmender Höhe entfliehen wir den eisigen Schatten des Gunzesrieder Tales. Von hier aus gelangen wir in wenigen Steigminuten auf die einstigen Weideflächen der verfallenen Rottachalpe.

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    Hier rechts im Bild unsere Aufstiegsrippe hinauf zum Gipfel des Sedererstuiben, die sich im unteren Bereich als gut gangbar entpuppt und auch von der Steigung her nicht zu wild ist. Oben wirds etwas steiler und ungemütlicher.

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    Während unseres Aufstieges über die Rippe werden wir die ganze Zeit von zahllosen Gämsen neugierig beobachtet.

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    Im oberen Abschnitt der Rippe. Teilweise mischen sich Eis, Schnee und brüchige Nagelfluhschrofen mit dem strohigen Steilgras. Hier ist Trittsicherheit gefragt.

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    Nach etwa 2 Std. Aufstieg erreichen wir unseren ersten Gipfel dieser Tour, den 1.737 Meter hoch gelegenen Sedererstuiben. Während der kurzen Vesperpause im eisigen Wind genießen wir die weite Aussicht.

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    Das kleinen Gipfelkreuz des Sedererstuibens. Im Hintergrund ist der Gipfel des Stuiben zu erkennen.

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    "Gipfeltreffen" in der Nagelfluhkette. Vorne rechts der kreuzlose Buralpkopf, links, etwas dahinter versteckt, der Gipfel des Gündleskopf. Dahinter das formschöne Rindalphorn und zu guter Letzt der Hochgrat, der gerade noch so über den Südrücken des Rindalphorns hinausspitzelt.
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    Blick aus der Scharte zwischen Sedererstuiben und Buralpkopf auf die Westflanke des Sedererstuiben.

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    Am Verbindungsgrat zwischen Sedererstuiben und Buralpkopf. Bei diesen Untergrundverhältnissen ist auch hier Trittsicherheit sehr wichtig.

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    Nach der Überschreitung des Buralpkopfes steigen wir über den kurzzeitig versicherten Westgrat in Richtung Gündleskopf ab.

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    Rückblick auf den soeben überschrittenen Buralpkopf.

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    Das Gipfelkreuz des dritten Gipfel ist schon erkennbar. Der Anstieg hinauf zum 1.748m hohen Gündleskopf verläuft in moderater Steigung und ist ohne jegliche Schwierigkeiten zu absolvieren.

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    Am Gipfel des Gündleskopfes legen wir nochmals eine kurze Verschaufpause ein, bevor wir uns an den schwierigsten und spannensten Abschnitt der Tour machen - den Anstieg über den Ostgrat hinauf zum Rindalphorn-Hauptgipfel.

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    Blick auf die Ostflanke des Rindalphorns. Die mittlere, überwiegend schneefreie Rippe ist unser nächstes Ziel. Zunächst müssen wir jedoch in die Gündlesscharte hinabsteigen.

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    Den Schnee überdrüssig, machen wir uns in Richtung Ostgrat auf, der von unten noch etwas milder wirkt als er wirklich ist.
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    Auf halber Höhe am Grat hat man schon einen besseren Eindruck von dem, was auf einen bei der Besteigung zukommt. Zunächst steigen wir über plattes Steilgras hinauf, das mit zunehmender Höhe immer mehr und mehr von brösligen Nagelfluhschrofen durchzogen wird. Im oberen Drittel des Grates weicht dann das Gras gänzlich dem Nagelfluhgestein.

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    Die Neigung der Steilgrasabschnitte ist moderat und bereitet dem trittsicheren Geher kaum Probleme. Allerdings ist zur frühen Jahreszeit das Gras recht glatt, teilweise ist der Boden darunter steinhart gefroren und bietet dadurch nur bedingten Halt.

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    Kurz vor Erreichen der Gipfelschorfen.

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    Am besten geht und klettert man ab hier direkt am Grat, natürlich kann man auch immer wieder den kurzen Schrofenabschnitten im Steilgras ausweichen, ich persönlich halte dies aber für wenig sinnvoll. Das Gestein ist zwar brüchig, dennoch lassen sich genügend feste Tritte und Griffe finden, um sicher aufsteigen zu können.

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    Kurz vor dem Gipfel des Rindalphorns in der Schlüsselstelle (I+). Wir weichen die letzten Meter des Aufstieges in die Südflanke aus. Hier ist äußerste Vorsicht geboten, da viele Griffe und Tritte ausbrechen können!

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    Dann ist es geschafft. Wir haben das Rindalphorn erreicht. Der kalte Wind zwingt uns jedoch zu einem schnellen Abstieg und wir verweilen nur kurz für einen Eintrag ins Gipfelbuch.

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    Der Abstieg vom Rindalphorn in die Gündlesscharte verläuft über den Schneebedeckten Normalweg. Noch einmal blicken wir zurück zum schönen Gipfelaufbau des Rindalphorns, bevor wir uns an den raschen Abstieg machen.

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    Alm mit Rindalphorn.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. April 2014